Dahlmeier: Ich verfolge in Östersund schon gewisse Ziele

Vor der Biathlon-WM

Dahlmeier: Ich verfolge in Östersund schon gewisse Ziele

Wenn am Donnerstag die Biathlon-Weltmeisterschaften beginnen, ruhen die Medaillenhoffnungen der deutschen Fans vor allem auf Laura Dahlmeier. Die 25-Jährige selbst geht verhalten optimistisch in die WM.

"Ich freue mich, dass es nun losgeht und will ganz vorne mit ankommen", sagte Dahlmeier: "Ich verfolge in Östersund schon gewisse Ziele. Man hat gesehen, dass ich durchaus um den Sieg oder ums Podium mitkämpfen kann: Aber das wird kein Selbstläufer."

 Saison als Achterbahnfahrt

Wie unvorhersehbar die WM für die siebenmalige Weltmeisterin wird, zeigte die bisherige Saison - der verspätete Saisoneinstieg gleich mit Platz zwei im Sprint von Nove Mesto, dann der gesundheitliche Rückschlag über Weihnachten, der verpasste Weltcup in Oberhof und der letzte Platz beim Massenstart in Ruhpolding. Danach aber gewann Dahlmeier den Massenstart in Antholz und gemeinsam mit ihren Teamkolleginnen die Staffel in Canmore.

Trainer: Später WM-Termin kommt Dahlmeier zugute

Zugute komme Dahlmeier, "dass der WM-Termin relativ spät liegt", sagt ihr Heimtrainer Bernhard Kröll: "Sie ist wieder stabiler und belastungsverträglicher." Dennoch bleibt die WM, wo innerhalb von elf Tagen maximal sieben Starts möglich wären, eine Tortur. Vor zwei Jahren, als Dahlmeier in Hochfilzen nie zuvor erreichte fünf Titel und eine Silbermedaille gewann, erlitt sie mehrmals einen Schwächeanfall. Mittlerweile ist Dahlmeier gewarnt, auch wegen der Rückschläge in diesem Winter: "Ich bin einfach nicht so belastungsverträglich wie sonst und damit auch ein bisschen anfälliger für Infekte."

 Auch andere DSV-Starter wollen Medaillen

Vor allem bei Dahlmeier, aber auch bei anderen Medaillenhoffnungen wie Olympiasieger Arnd Peiffer oder dem Sprint-Weltmeister Benedikt Doll werden daher die richtige Belastungssteuerung und Einsatzkonzeption von entscheidender Bedeutung sein. Denn auch die Ziele der anderen deutschen Starter sind nicht minder ambitioniert."Ich möchte die Podestplätze angreifen und habe richtig Lust auf die WM", sagte zum Beispiel Doll. Und Peiffer ergänzt: "Die Kunst ist es, gleich im ersten Rennen voll da zu sein. Man möchte nicht erst im dritten Rennen in Schwung kommen."

Mit den in diesem Winter schon siegreichen Franziska Preuß und Denise Herrmann, den Podestläufern Roman Rees, Vanessa Hinz und Franziska Hildebrand sowie dem wieder erstarkten Erik Lesser verfügt der Deutsche Skiverband über eine schlagkräftige Truppe: "Wir können selbstbewusst auftreten", sagte der Sportliche Leiter Björn Weisheit.

Formcheck - die deutschen Frauen vor der WM

Laura Dahlmeier, Denise Herrmann, Franziska Preuß, Franziska Hildebrand, Vanessa Hinz und Karolin Horchler gehen in Östersund für den Deutschen Skiverband in die Spur. Die deutschen Frauen unter der Lupe - unser Teamcheck.

Franziska Preuß

Franziska Preuß - Die 24-Jährige eröffnete die Weltcup-Saison mit vier Top-Ten Platzierungen in Hochfilzen, Pokljuka, Nove Mesto und Oberhof. Ganz starke Form und gute Nerven bewies Preuß in Ruhpolding, als sie beim Massenstart alle Scheiben abräumte und ganz oben aufs Treppchen kletterte. Noch so ein Sahnetag und sie dürfte ganz vorn mitmischen.

Franziska Preuß - Die 24-Jährige eröffnete die Weltcup-Saison mit vier Top-Ten Platzierungen in Hochfilzen, Pokljuka, Nove Mesto und Oberhof. Ganz starke Form und gute Nerven bewies Preuß in Ruhpolding, als sie beim Massenstart alle Scheiben abräumte und ganz oben aufs Treppchen kletterte. Noch so ein Sahnetag und sie dürfte ganz vorn mitmischen.

Karolin Horchler - Die jüngere der Horchler-Schwestern hat in diesem Winter das volle Weltcup-Programm mitgemacht, zumeist ordnete sich die 29-Jährige zwischen den Rängen 20 und 50 ein. Das beste Weltcup-Ergebnis gelang der Athletin aus Clausthal-Zellerfeld beim Massenstart in Antholz (Siegerin Laura Dahlmeier), als sie viermal fehlerfrei schoss und Achte wurde. Gerade das Schießen ist auch die Stärke von Horchler, läuferisch kann sie nicht ganz mit den Besten mithalten. Ein Top-Ten-Platz im Einzel ist ihr bei der WM zuzutrauen.

Formcheck - die deutschen Männer vor der WM

Benedikt Doll, Johannes Kühn, Erik Lesser, Philipp Nawrath, Arnd Peiffer und Roman Rees sind die sechs Starter des Deutschen Skiverbands (DSV) bei der Biathlon-WM - unser Formcheck.

Erik Lesser beim Sprint der Männer, Biathlon-Weltcup in Oberhof

Erik Lesser - Seit geraumer Zeit zeigt die Leistungskurve des Thüringers Erik Lesser nach oben, zum Sprung aufs Podest hat es allerdings noch nicht gereicht in dieser Saison. Aber: Niemand versteht es so gut wie Lesser, zum Saisonhöhepunkt topfit zu sein. Wenn er seine leichten Schwächen im Stehendschießen in den Griff bekommt, kann er überraschen. Läuferisch hat der Jung-Papa - Töchterchen Anouk erblickte Anfang des Jahres während des Weltcup-Wochenendes in Oberhof das Licht der Welt - jedenfalls das Zeug dazu.

Erik Lesser - Seit geraumer Zeit zeigt die Leistungskurve des Thüringers Erik Lesser nach oben, zum Sprung aufs Podest hat es allerdings noch nicht gereicht in dieser Saison. Aber: Niemand versteht es so gut wie Lesser, zum Saisonhöhepunkt topfit zu sein. Wenn er seine leichten Schwächen im Stehendschießen in den Griff bekommt, kann er überraschen. Läuferisch hat der Jung-Papa - Töchterchen Anouk erblickte Anfang des Jahres während des Weltcup-Wochenendes in Oberhof das Licht der Welt - jedenfalls das Zeug dazu.

Arnd Peiffer - Der Sprint-Olympiasieger von 2018 verdiente sich in diesem Winter gute Noten, allein mit einem ersten Platz hat es noch nicht geklappt. Nach kräftezehrenden Wochen war für ihn in Übersee (Canmore) mit Platz 13 über 20 Kilometer etwas die Luft raus. Mit einer guten Vorbereitung wird aber auch Peiffer für den WM-Höhepunkt gewappnet sein, der achte Platz im Gesamt-Weltcup kommt nicht von ungefähr.

Thema in Das Erste, Sporschau am 07.03.2019, 16:10 Uhr

dko/sid | Stand: 05.03.2019, 11:52

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