Die Techniker des DSV - die stillen Helden

Andreas Emslander

Biathlon-WM

Die Techniker des DSV - die stillen Helden

Von Nicole Hornischer, Östersund

"Wir hatten super Material", "unsere Skier waren perfekt präpariert", betonen die deutschen Biathleten nach einem Rennen immer wieder. Aber wer ist für dafür eigentlich verantwortlich? Sportschau.de hat sich mit Andreas Emslander, dem Cheftechniker des DSV, getroffen.

Sportschau.de wollte wissen, wie läuft die Arbeit eines Skitechnikers genau ab? "Schon ein paar Tage bevor die Wettkämpfe starten, sind die Techniker vor Ort", erklärt Andreas Emslander, Cheftechniker des Deutschen Skiverbands. Erste Ski- und Wachstests finden da bereits statt. Am Renntag selbst werden dann circa vier, fünf Stunden vor dem Start die Wetterbedingungen genauestens unter die Lupe genommen. Wie feucht und wie kalt ist der Schnee?

"Dann machen wir uns einen Plan und die Ski werden vorbereitet", so der Mittenwalder. Vier bis sechs Paar Ski stehen dem Athleten am Wettkampftag zur Verfügung, bei anderen Trainings haben die Sportler bis zu 30 Paar Skier für die unterschiedlichsten Bedingungen zum Ausprobieren.

Es kann schon mal hektisch werden

Aber die ausschlaggebenden Tests beginnen erst gut anderthalb Stunden vor dem Wettkampf. "Wir gehen mit den Biathleten auf die Runde und suchen den vermeintlich besten Ski aus. Dabei sind die Sportler auf unser und wir auf ihr Feedback angewiesen – manchmal ist es einfacher, manchmal aber auch etwas schwieriger, auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen", schmunzelt Emslander.

Andreas Emslander

Und selbst wenn dann die vermeintlich passenden Skier gefunden sind, kann das Wetter einem noch einen Strich durch die Rechnung machen. So wie hier bei der WM in Schweden: "Hier in Östersund haben wir viel mit Neuschnee zu tun, der ganz plötzlich auftritt. Da wird es bei uns im LKW doch schon mal hektisch."

Präparierung der Skier bis auf den letzten Drücker

Und dann beginnt das Rennen, die Nervosität steigt, die Arbeit ist noch nicht vorbei. Denn außer bei der Verfolgung und im Massenstart arbeiten die Techniker bis auf den letzten Drücker am perfekten Ski. Von der Strecke erfahren sie per Funk, was noch besser gemacht werden kann.

Andreas Emslander

Hat sich der Cheftechniker schon mal bei der Materialauswahl geirrt? "Klar liegt man mal daneben. Ein Hobbysportler würde dies nicht merken und sagen 'cool, der geht noch richtig gut', doch im Spitzenbereich sind nur wenige Prozent schon ein Unterschied zwischen gut schlecht." Und einen Tipp hat Emslander für die Freizeit-Langläufer auch parat: "Regelmäßig wachsen!"

Stand: 16.03.2019, 10:58

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