DSV-Frauen-Staffel verballert Podestplatz - Norwegen Weltmeister

Freanziska Hildebrand beim Schießen in Östersund (16.03.2019)

Biathlon-WM

DSV-Frauen-Staffel verballert Podestplatz - Norwegen Weltmeister

Von Nicole Hornischer, Östersund

Die Biathlon-Frauen-Staffel konnte bei der WM ihren Titel nicht verteidigen. 14 Nachlader und eine Strafrunde waren für einen Podestplatz einfach zuviel. Die Staffel der Norwegerinnen machte es besser und ist neuer Weltmeister.

Auch Norwegen (Synnoeve Solemdal / Ingrid Landmark Tandrevold / Tiril Eckhoff / Marte Olsbu Roeiseland) leistete sich eine Strafrunde - aber nur sieben Nachlader. Bis zum letzten Schießen sah es noch nach einem Sieg für Gastgeber Schweden aus. Doch dann zeigte Einzel-Weltmeisterin Hanna Öberg Nerven und musste dreimal nachladen - Roeiseland nutze das aus und zog an der Schwedin vorbei. Ihr Vorsprung im Ziel: 24,3 Sekunden. Dritte wurde die Staffel aus der Ukraine (35,1 Sek./ 5 Nachlader). Die Mitfavorisierte deutsche Staffel landete dicht dahinter auf dem vierten Platz.

Bilder von Norwegens Gold und der deutschen Aufholjagd in der Frauen-Staffel

Schweden vergibt Gold, Norwegen freut sich, die deutschen Frauen gehen trotz Aufholjagd leer aus. Zudem eine Beinahe-Überraschung und ein Karriereende - die besten Bilder der Frauen-Staffel von Östersund.

Biathlon-WM, Staffel der Frauen

Ausverkauftes Biathlon-Stadion in Östersund. Die schwedischen Fans hoffen auf eine Medaille für die Gastgeber. Und leuchtete sogar Gold - bis zum letzten Schießen.

Ausverkauftes Biathlon-Stadion in Östersund. Die schwedischen Fans hoffen auf eine Medaille für die Gastgeber. Und leuchtete sogar Gold - bis zum letzten Schießen.

Hanna Öberg hatte beim Stehendanschlag den gesamten Schießstand für sich. Dne Vorsprung vergab sie aber mit drei Nachladern.

Immerhin: Silber sicherte sie ab - und so gab es am Abend für ihr Team die glänzenden Medaillen.

Gold glänzten die Norwegerinnen, die sich am Abend über Gold ...

... und am Nachmittag mit einem Siegersprung freuten.

Hier bringt Marte Olsbu Roeiseland den Sieg und die norwegische Fahne ins Ziel.

Das deutsche Quartett mit Schlussläuferin Laura Dahlmeier musste sich knapp den Ukrainerinnen mit Valj Semerenko geschlagen geben.

Nach einer Strafrunde für Startläuferin Vanessa Hinz ...

... vier Nachladern und einer läuferisch eher mittelprächtigen Runde von Franziska Hildebrand ...

... holten Denise Herrmann (li.) ...

... mit ebenfalls vier Nachladern aber deutlich schnellerer Laufzeit ...

... und schließlich Laura Dahlmeier (li.) viel Zeit heraus.

Dahlmeier musste Liegend zwar zweimal nachladen, ...

... holte läuferisch aber viel raus - am Ende reichte es dennoch nur zu Rang vier.

Noch weiter abgeschlagen kamen die USA ins Ziel - dabei lag bis zum letzten Wechsel eine Überraschung in der Luft, die von Michael Greis trainierten US-Frauen lagen auf Podestkurs. Joanne Reid (re.) übergab als Vierte auf Emily Dreissigacker (li.), die mit zwei Strafrunden aber auf Platz 9 zurückfiel.

Nur auf Rang 14 kam Kanada. Schlussläuferin Rosanne Crawford (Mitte) feierte aber nach dem Rennen trotzdem mit Schampus. Die 30-Jährige lief ihr letztes WM-Rennen, sie beendet nach der Saison ihre Karriere.

Deutsche Frauen am Schießstand schwach

Als Startläuferin ging für den Titelverteidiger Vanessa Hinz ins Rennen. Beim Liegendschießen brauchte die Silbermedaillen-Gewinnerin in der Mixed-Staffel nur einen Nachlader. Doch beim Stehendschießen hatte die Schlierseerin, wie schon im Sprint, als sie nur 65. wurde, ihre Probleme. Hinz ging das Schießen zu hektisch an und musste einmal in die Strafrunde. Der Rückstand beim ersten Wechsel auf die führende Italienerin Lisa Vittozzi war mit 49,5 Sekunden beachtlich. "Im Laufen habe ich mich top gefühlt. Aber das Schießen war grottenschlecht", sagte eine enttäuschte Hinz im ZDF.

Franziska Hildebrand (Clausthal-Zellerfeld) ging als 14. auf die Runde, konnte aber zeitlich nichts gut machen. Drei Nachlader liegend und einer stehend waren zuviel. "Ich habe versucht, nach vorne Zeit gut zu machen. Aber liegend mit drei Nachladern war eher dürftig", stellte Hildebrand fest. Als Zehntplatzierte übergab sie an Denise Herrmann. Ihr Rückstand auf die etwas überraschend führende US-Amerikanerin Clare Egan betrug 1:38,2 Minuten

Aufholjagd kommt zu spät

Und die Verfolgungs-Weltmeisterin lief ein hohes Tempo, konnte etwas Zeit gut machen. Aber auch die Oberwiesenthalerin hatte große Probleme am Schießstand. Beim Liegendanschlag benötigte sie zwei extra Patronen - der Rückstand wurde wieder größer. Auch beim Stehendschießen musste Herrmann zweimal nachladen. Immerhin kämpfte sich die 30-Jährige auf den sechsten Platz vor. Der Rückstand auf die mittlerweile führende Schweden war mit 1:03,5 Minuten groß. Aber auf den dritten Platz waren es nur knappe 30 Sekunden.

Schlussläuferin Laura Dahlmeier machte es spannend. Zwei Nachlader beim ersten Schießen, null beim Stehendanschlag. Die Partenkirchnerin startete eine Aufholjagd auf den dritten Platz und scheiterte ganz knapp im Schlussspurt an der Ukraine. Letztlich fehlten nur 0,5 Sekunden zur Medaille. "Die Zielgerade war fünf Meter zu kurz. Vielleicht hätten auch drei Meter gereicht. Ich habe versucht, alles rauszuquetschen", sagte Dahlmeier.

Und Denise Herrmann ergänzte: "In einer Staffel kann viel passieren. Wir haben gekämpft bis zum Schluss. Laura hat eine Super-Schlussrunde gemacht. Wir haben es am Schießstand liegen gelassen. Wir können so viel mehr. Wir haben uns heute unter Wert verkauft."

Biathlon-WM - Männer-Staffel gewinnt Silber, Frauen werden Vierte Sportschau 16.03.2019 01:39 Min. Verfügbar bis 16.03.2020 Das Erste

Stand: 16.03.2019, 14:45

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