Die deutschen Biathlon-"Silberspiele" gehen weiter

Biathlon-WM - Analyse zur Damen-Staffel aus Antholz Sportschau 22.02.2020 04:25 Min. Verfügbar bis 22.02.2021 Das Erste

Staffel, Frauen

Die deutschen Biathlon-"Silberspiele" gehen weiter

Die deutschen Biathleten sind bei der WM in Antholz auf Silber programmiert. In einem verrückten Staffelrennen liefen die DSV-Frauen, die zwischenzeitlich auf Rang 19 lagen, hinter Weltmeister Norwegen ins Ziel.

Karolin Horchler, Vanessa Hinz, Franziska Preuß und Denise Herrmann haben der deutschen Mannschaft am Samstag (22.02.2020) die vierte Silbermedaille bei der Weltmeisterschaft in Antholz beschert. Nach 4 x 6 km im Staffelrennen jubelte Top-Favorit Norwegen (Synnöve Solemdal, Ingrid Landmark Tandrevold, Tiril Eckhoff und Marte Olsbu Röiseland) über Gold. Allerdings sicherte erst das letzte Schießen von Röiseland den Titel. Auf den dritten Platz lief die Ukraine.

Horchler zittert am Schießstand

Karolin Horchler

Karolin Horchler übergab als 19. an Vanessa Hinz.

Deutschlands Startläufern Karolin Horchler, im letzten Jahr nur als Ersatzfrau dabei, zeigte bei ihrem ersten WM-Staffeleinsatz Nerven. Nach einem Nachlader beim Liegendanschlag ließ die 30-jährige Nordhessin im Stehendanschlag drei Scheiben stehen und brauchte alle drei Nachlader. Die Strafrunde war vermieden, der Rückstand auf die Spitze aber enorm. Horchler übergab als 19., 70 Sekunden hinter den führenden Italienerinnen an Vanessa Hinz und war im ARD-Interview unzufrieden: "Ich war extrem aufgeregt und hab gezittert."

Hinz: Treffsicher, aber langsam

Hinz, Silbermedaillen-Gewinnerin im Einzel, konnte auf der Strecke nichts gut machen. Im Gegenteil: Ihr Rückstand auf Italien (mit Überfliegerin Dorothea Wierer) wuchs an (+ 1:38,0 min). Im Vergleich zu den anderen Nationen holte Hinz aber dank zweier fehlerfreien Schießeinlagen ordentlich auf und übergab als Zehnte. Das Podium war "nur" noch 30 Sekunden entfernt. "Ich habe mich beim Laufen nicht so gut gefühlt. Die Strecke war gut, aber die Hitze vertrage ich nicht", erklärte Hinz nach dem Rennen.

Preuß schießt DSV-Quartett nach vorn

Franziska Preuß

Franziska Preuß lieferte ein starkes Rennen ab.

Als Franziska Preuß, Dritte deutsche Staffelläuferin, ins Rennen ging, nahm der Wettbewerb eine komplette Wendung. Preuß schoss sensationell, während viele Konkurrenten patzten und plötzlich war die deutsche Staffel hinter Polen Zweiter (+39,0 Sek.). Italien, das ihre beiden stärksten Läuferinnen zu Beginn aufgestellt hatte und zur Hälfte des Rennens noch eine Minute in Führung lag, fiel deutlich zurück. "Ich habe gewusst, dass ein Wunder passieren muss, wenn wir vorn wieder mitspielen wollen. Ich bin volles Risiko gegangen. Es ist zum Glück aufgegangen", freute sich Preuß.

Herrmann macht Silber auf der Schlussrunde klar

Schlussläuferin Denise Herrmann machte sich gemeinsam mit Norwegen und Schweden auf die Verfolgung der Polin Magdalena Gwizdon, die 18 WM-Teilnahmen aufzuweisen, aber in dieser Saison noch keine Top-Platzierung zustande gebracht hat. Nach dem ersten Schießen behauptete Gwizdon ihre Führung, doch Norwegen und Schweden kamen bedrohlich nah und gingen in der Loipe vorbei. Das gelang Herrmann nicht, weil sie zwei Nachlader brauchte und auf Rang sechs zurückfiel.

In der Loipe kämpfte sich die stärkste deutsche Läuferin nach vorn, kam als Vierte zum letzten Schießen. Norwegen sicherte sich mit einem fehlerfreien Schießen Gold, auch die Tschechinnen und die Ukraine gingen vor der Deutschen auf die Strecke zurück. Doch mit einer fantastischen Laufleistung fing Herrmann die beiden noch ab und lief die deutsche Staffel zu Silber.

Biathlon-WM - die Damen-Staffel im Interview Sportschau 22.02.2020 03:07 Min. Verfügbar bis 22.02.2021 Das Erste

Italien und Frankreich enttäuschend

Gastgeber Italien - lange vorn - kam am Ende auf dem zehnten Platz. Ein Debakel erlebten die Französinnen, die mit vier Strafrunden und 19 Nachladern, nur auf dem 14. Platz landeten.

Biathlon-WM - die Damen-Staffel im Interview Sportschau 22.02.2020 03:07 Min. Verfügbar bis 22.02.2021 Das Erste

sst | Stand: 22.02.2020, 11:47

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