Bö löst Doll als Sprint-Weltmeister ab

Biathlon-WM - der komplette Sprint der Herren Sportschau 09.03.2019 01:04:20 Std. Verfügbar bis 08.03.2020 Das Erste

Biathlon-WM

Bö löst Doll als Sprint-Weltmeister ab

Von Nicole Hornischer, Östersund

Johannes Thinges Bö ist der neue Weltmeister im Biathlon-Sprint. Der Norweger siegte vor dem Russen Alexander Loginow und dem Franzosen Quentin Fillon Maillet. Für eine Überraschung aus deutscher Sicht sorgte ein WM-Neuling.

Wie schon in der gesamten Saison dominierte Johannes Thinges Bö erneut den Sprint und sicherte sich trotz eines Schießfehlers den WM-Titel. Es war nach dem Sieg in der Mixed-Staffel bereits die zweite Goldmedaille für den Ausnahmeathleten. Läuferisch war der Norweger wieder eine Klasse für sich und distanzierte Loginow, der fehlerfrei blieb, um 13,7 Sekunden. Fillon Maillet als Dritter hatte mit null Fehlern 16,5 Sekunden Rückstand. "Es war in dieser Saison echt hart. Ich habe viel in meinen Lauf investiert", sagte der frischgebackene Weltmeister.

Die Bilder zum Goldlauf von Johannes Thingnes Bö

Biathlon-WM, Sprint der Männer

Egal, ob es bei der Biathlon-WM schneit oder ...

Egal, ob es bei der Biathlon-WM schneit oder ...

... ob die Sonne scheint.

Die norwegischen Fans strahlen immer.

Am Samstag im Sprint der Männer gab es bereits die dritte Medaille. Für das zweite norwegische Gold von Östersund sorgte Johannes Thingnes Bö.

Der Weltcup-Spitzenreiter war in der Loipe erneut eine Klasse für sich. Lob gab es u.a. von Arnd Peiffer: "Er hat es die ganze Saison schon gezeigt. So ist er der verdienteste Weltmeister, der es heute werden können."

Beim Gewinn seiner fünften WM-Goldmedaille konnte sich Bö sogar einen Schießfehler leisten ...

... und feierte am Ende doch ausgelassen mit seinem Team ...

... und am Abend bei der Medals Ceremony mit den norwegischen Fans weiter.

Gold, wem Gold gebührt - dem Überflieger der Saison. Zu dem Erik Lesser übrigens voller Hochachtung sagte: Wir haben ihn mal analysiert und seinen Bewegungsablauf angeschaut. Er macht nicht alles richtig. Aber das, was er richtig macht, macht der doppelt so gut wie wir."

Zweiter wurde der Russe Alexander Loginow ...

Bronze holte der Franzose Quentin Fillon Maillet. Beide blieben fehlerfrei.

Auch für Loginow (li.) und Fillon Maillet (re.) gab es am Abend dann Medaillen.

Wie Loginow und Fillon Maillet blieben acht von zehn Athleten in den Top 10 fehlerfrei. So wie auch Arnd Peiffer. Läuferisch konnte der Niedersachse aber nicht mit den Top-Athleten mithalten. Immerhin kam er auf Rang neun.

"Die Strecke war heute mit dem Neuschnee extrem stumpf. Bei allen hat es sich zäh angefühlt. Ich bin ganz gut durchgekommen, aber ich habe von Runde zu Runde verloren. Für meinen Anspruch ist die Lücke etwas zu groß." Peiffer hatte im Ziel 47,3 Sekunden Rückstand auf den Sieger.

Knapp vor Peiffer landete Erik Lesser, der mit einer "Fahrkarte" Achter wurde. Lesser ärgerte sich nach dem Rennen: "Läuferisch bleiben ein paar Fragezeichen. Das Training hat mir etwas anderes gezeigt. Ich hoffe, dass es im Verfolger besser läuft. Vom Schnellsten mehr als eine Minute in der Loipe zu bekommen, das ist nicht mein Anspruch."

Ein richtig starkes Rennen zeigte WM-Neuling Philipp Nawrath. Mit einem Fehlern wurde er Zwölfter und erzielte dabei das beste Ergebnis seiner Karriere. "Das hat mir heute sehr gut gefallen. Meine Aufregung hielt sich in Grenzen, ich konnte mich gut auf das Rennen konzentrieren. Im Verfolger sehe ich gute Chancen, da hatte ich schon gute Rennen."

Knapp vor Nawrath auf Rang elf: Benedikt Doll. Der Titelverteidiger lag bis zum Stehendanschlag auf Medaillenkurs. Doch dann schoss er zweimal daneben und ...

... kam nur als Elfter ins Ziel und hofft nun auf den Verfolger: "Eine Minute Rückstand nach vorn sind im Verfolger durchaus möglich. Das wird ein spannendes Rennen.

Johannes Kühn wurde mit drei Fehlern 23.

Ebenfalls nichts mit den Medaillen zu tun hatte Martin Fourcade. Trotz fehlerfreiem Schießen wurde er mit 32,5 Sekunden Rückstand auf Bö Sechster.

Lesser bester DSV-Biathlet

Biathlon-WM, Sprint der Männer

Erik Lesser beim Sprint der Männer

Erik Lesser war als Achter bester Deutscher. Der Thüringer konnte läuferisch zwar nicht mit den Spitzenleuten mithalten. Aber beim Schießen war er schnell, blieb fehlerfrei und holte so viel Zeit auf. Sein Rückstand von 44,7 Sekunden ist eine gutes Fundament für die Verfolgung. "Ich habe immer Zeit gefressen. Mit dem Schießen bin ich total zufrieden. Läuferisch hat mir die Power gefehlt. Der Rückstand, die 45 Sekunden, sind aber nicht so schlecht. Die Verfolgung liegt mir ganz gut. Morgen ist ein neuer Tag," so Lesser.

Für Arnd Peiffer (Clausthal-Zellerfeld) lief es am Schießstand nicht ganz so gut. Nach einem fehlerfreien Liegendschießen leistete sich der Olympiasieger im Stehendanschlag einen Fehler und vergab damit seine Medaillenchancen. Am Ende landete Peiffer auf dem neunten Rang (+ 47,3 Sek.). "Der Abstand ist ein bisschen groß heute. Der war in der Saison schon mal kleiner. Ich vermute, dass ich ihn hoch weggeschossen habe. Den hätte ich heute gebraucht Das Ergebnis ist nicht so verkehrt. Aber bei einer WM muss mal einer ganz vorn reinlaufen", resümierte Peiffer.

Biathlon-WM - die Stimmen zum Sprint der Herren Sportschau 09.03.2019 05:47 Min. Verfügbar bis 08.03.2020 Das Erste

Titelverteidiger Benedikt Doll war bis zum zweiten Schießen sehr gut unterwegs, dann leistete er sich zwei Fehler - Rang elf (+ 56,2 Sek.). "Das ist sehr ärgerlich. Ich habe mich richtig gut gefühlt. Ich bin von oben reingekommen, habe dann mein Gewehr nicht richtig runterbekommen. Ich habe länger gezielt, dachte, jetzt musst du mal schießen. Morgen sind die Chancen gut. Wenn vier vorn sind, schafft es sicher einer nach vorn", sagte Doll.

Johannes Kühn (Reit im Winkel) beendete das Rennen mit drei Schießfehlern als 23. (+1:32,7 Min.)

Nawarth überzeugt bei WM-Premiere

Philipp Nawrath feierte eine gelungene WM-Premiere. Der Nesselwanger überzeugte läuferisch auf der anspruchsvollen Strecke. Beim Liegendschießen zeigte Nawrath eine fehlerfreie Leistung. Im Stehend-Anschlag, seiner schwächeren Disziplin, schoss er einmal daneben. Er beendete das Rennen als Zwölfter (+1:04,6 Min.) und hat sich eine gute Ausgangsposition für die Verfolgung erarbeitet. "Ich musste am Ende dem hohen Anfangstempo Tribut zollen. Aber es war in Ordnung. Ich bin engagiert losgegangen. Ich bekam immer die Info, dass es gut ausschaut", so der WM-Novize.

Stand: 09.03.2019, 17:50

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