Italiener Windisch holt sich überraschend Gold

Biathlon-WM, Massenstart der Männer in Östersund

WM-Abschluss in Östersund

Italiener Windisch holt sich überraschend Gold

Dominik Windisch hat sich zum Abschluss der Biathlon-WM in Östersund überraschend den Titel im Massenstart geholt. Das Rennen war bei widrigen Bedingungen geprägt von vielen Schießfehlern. Die Deutschen gingen leer aus.

Hinter Windisch sicherten sich Antonin Guigonnat aus Frankreich und der Österreicher Julian Eberhard Silber und Bronze. Für die deutschen Biathleten sollte es diesmal nicht für Edelmetall reichen. Arnd Peiffer landete auf dem sechsten, Benedikt Doll auf dem achten Platz. Philipp Nawrath und Erik Lesser belegten die Plätze 15 und 27. "Platz sechs ist eine gute Platzierung. Heute war es ein kurioses Rennen. So viele Fehler habe ich selten gesehen. Es gab Windböen, dann mal eine Pause", sagte Peiffer im ZDF.

Die Bilder des Massenstart-Schneetreibens von Östersund

Viel Schnee, heftiger Wind, und ein Überraschungssieger mit Humor - das war das Massenstartrennen der Männer in Östersund. Hier gibt es die besten Bilder zum letzten Wettkampf der Biathlon-WM.

Biathlon-WM, Massenstart der Männer in Östersund

Dichtes Gedränge in der Strafrunde ...

Dichtes Gedränge in der Strafrunde ...

... keine gute Sicht ...

... und viel Schneefall.

Der abschließende Massenstart der Männer bei der Biathlon-WM war nicht gerade eine Werbeveranstaltung

Dem Italiener Dominik Windisch dürfte es egal sein. Trotz drei Strafrunden gewann der 29-Jährige.

Eine Träne musste sich Windisch nach dem zweiten Sieg seiner Karriere schon verdrücken. Aber dann lachte er schon wieder: "Vielleicht bin ich mit den Bedingungen wegen meinem Namen so gut klar gekommen", sagte er nach dem Rennen

Vor dem letzten Schießen lagen noch ganz andere vorn. Der Russe Garanitschew und Johannes Thingnes Bö sahen wie die sicheren Sieger aus. Doch sie trafen ebensowenig wie die Deutschen Arnd Peiffer oder ...

... Benedikt Doll, die vor dem letzten Schießen noch in Podestnähe waren. Doll wurde am Ende mit fünf Strafrunden Achter, ...

... Peiffer mit vier Strafrunden Sechster. "Für die Verhältnisse bin ich ganz zufrieden."

Erik Lesser kam mit Strecke und Schießstand gar nicht klar. Er wurde mit sechs Strafrunden 27.

Philipp Nawrath erzielte die viertbeste Platzierung seiner Karriere - er wurde mit fünf Fehlern 15.

Richtig jubeln konnten neben Windisch (Mitte) auch der zweitplatzierte Franzose Antonin Guigonnat (li.) und Österreichs Julian Landertinger.

Für den 32-jährigen Landertinger ging ein langer Traum in Erfüllung. Er gewann die erste WM-Medaille seiner Karriere - und die erste Medaille für Österreich hier bei der WM.

Und auch die französischen, österreichischen und italienischen Fans jubelten.

Einer musste im Ziel allerdings getröstet werden. Johannes Thingnes Bö (re.), hier mit Bruder Tarjei Bö.

Johannes Bö hatte seine fünfte WM-Medaille von Östersund zum Greifen nah - und wurde letztlich nur 13.

Lesser schießt sich früh raus - Pfeiffer fehlerlos

Es sollte ein unberechenbares rennen werden mit vielen Führungswechseln. Gleich beim ersten Liegend-Anschlag erhielten die Hoffnungen des Thüringer Lesser einen herben Dämpfer. Nach zwei Fahrkarten waren seine Medaillenchancen praktisch auf null gesunken. Eine Minute lag Lesser bereits hinter der Spitze. Doll und Peiffer hielten sich schadlos, Nawrath ließ eine Scheibe stehen.

Arnd Peiffer

Arnd Peiffer nach dem Liegend-Schießen noch auf Medaillenkurs

Peiffer behielt bei dichtem Schneetreiben auch beim zweiten Schießen die Nerven und hielt weiter Kontakt zu Spitzenreiter Johannes Thingnes Bö und dem Franzosen Simon Desthieux. Doll musste einmal in die Strafrunde, blieb als Elfter dennoch nur 22 Sekunden zurück. Einen Platz dahinter hielt sich Nawrath weiter gut, während Lesser (1 Fehler) endgültig aus dem Rennen war.

Wildes Stehend-Schießen - Bö lässt alle Scheiben stehen

Dann wurde es richtig wild: Desthieux ballerte vier Mal vorbei, auch Peiffer (2 Fehler) und Doll kamen nicht ganz ungeschoren davon. Erster Profiteur war Jewgeni Garanitschew, der bei schwierigsten Bedingungen erneut ohne Fehler blieb und mit Vorsprung auf die vorletzte Runde ging. Die Chancen auf eine Medaille waren für Doll (+ 32,9 Sekunden 9 und Peiffer (+ 41,0) aber immer noch intakt.

Und Benedikt Doll holte auf, schob sich auf den dritten Platz. Doch Johannes Thingnes Bö lief in einer eigenen Liga und holte noch vor dem letzten Schießen die 30 Sekunden auf Garanitschew auf. Doch der Wahnsinn ging weiter. Bö ließ alle Scheiben stehen, Garanitschew vier. Auch die Deutschen kamen nicht durch. Doll musste drei Mal in die Strafrunde, Peiffer zwei Mal. Sie lagen nach dem Schießen auf den Plätzen neun und zehn. Auf Goldkurs war plötzlich der Italiener Dominik Windisch. Und der Italiener ließ sich diese Chance nicht mehr entgehen.

Bundestrainer zieht positives Fazit

Bundestrainer Mark Kirchner bilanzierte im ZDF: "Das war heute für den Zuschauer spannend. Ob man das unbedingt braucht. Auch den Weltcup-Führenden hat es fünf Mal erwischt. Es war heute nicht ganz gerecht. Mit der Bilanz können wir zufrieden sein. Wir haben nicht nur Medaillen, auch gute Anschlussplatzierungen geholt. Bei dieser Konkurrenz. Darüber freuen wir uns."

Stand: 17.03.2019, 16:47

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