Martin Fourcade - der Beste ist nur noch gut

Biathlon-WM

Martin Fourcade - der Beste ist nur noch gut

Von Nicole Hornischer, Östersund

Er war jahrelang der Dominator im Biathlon: Martin Fourcade. Doch diese Saison läuft der Franzose seinen Erfolgen hinterher. Auch bei der WM in Östersund bleibt der 30-Jährige bislang hinter den Erwartungen zurück.

Fourcade gehört zu den erfolgreichsten Biathleten der Gegenwart. Bisher wurde er fünfmal Olympiasieger, elfmal Weltmeister und siebenmal Gewinner der Weltcup-Gesamtwertung. Der Saisonauftakt in Pokljuka verlief für den Franzosen noch nach Maß: Sieg mit der Mixed Staffel und Platz eins im Einzel. Alles deutete auf einen Zweikampf mit dem Norweger Johannes Thinges Bö um den Gesamtweltcup hin. Doch schon im darauffolgenden Sprint zeigte er ungewohnte läuferische Schwächen und wurde nur 24. - seine schlechteste Leistung seit mehr als zweieinhalb Jahren. Es folgten zwar noch ein Sieg in der Verfolgung in Hochfilzen und ein Podestplatz im Sprint in Oberhof - aber eben auch ein 43. Platz im Sprint von Nove Mesto mit vier Strafrunden.

"Bekomme keine Belohnung mehr"

Viele Fans hofften daher auf einen Leistungsschub während der WM in Östersund - aber auch hier konnte Fourcade bislang nicht überzeugen. Während der fünf Jahre jüngere Bö bereits drei Goldmedaillen bei der WM und den Gesamtweltcup gewinnen konnte, läuft der 30-Jährige hinterher. Zudem bekommt Fourcade zunehmend Druck aus dem eigenen Team. Simon Desthieux ist Dritter im Gesamtweltcup, Quentin Fillon Maillet holte schon zweimal Bronze in Östersund. "In meiner Karriere habe ich für jedes Opfer, was ich gebracht habe, eine Belohnung bekommen. Und dieses Jahr habe ich viele Opfer gebracht, soviel auf mich genommen - diese schmerzhaften Erfahrungen, diese brutalen Rennen - und ich bekomme keine Belohnung", sagte Fourcade in der ARD.

"Das ist der Lauf der Dinge"

Martin Fourcade

Martin Fourcade - fehlt im die Motivation?

Auch Mark Kircher macht sich so seine Gedanken zu Fourcade. Der Bundestrainer sieht die vielen öffentlichen Termine und Projekte von Fourcade kritisch: "Martin ist in Frankreich eine absolute Sportgröße, die medial und anderweitig bei vielen Projekten eingebunden ist. Aber die viele Termine nehmen auch die Zeit weg, um trainieren zu können." Und weiter: "Vielleicht fehlt ihm ja die Motivation, wenn man alles mehrfach gewonnen hat." Doch richtig überraschend ist die momentane Verfassung des Franzosen für den Bundestrainer nicht: "Wenn du sieben Jahre so dominant in einer Sportart warst, kommt der Moment, wo die Leistungsfähigkeit nicht mehr bei 100 Prozent ist." Und er fügt an: "Auch für Bö wird der Zeitpunkt kommen, wo er nicht mehr so dominiert. Das ist der Lauf der Dinge."

Stand: 15.03.2019, 13:36

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