Deutsche Frauen verpassen Einzel-Medaille bei der Biathlon-WM

Deutsche Biathletinnen auch beim Einzel nicht in Top-Form Morgenmagazin 17.02.2021 01:29 Min. Verfügbar bis 17.02.2022 Das Erste

Biathlon-WM

Deutsche Frauen verpassen Einzel-Medaille bei der Biathlon-WM

Von Raphael Honndorf

Einige Zeit konnte Franziska Preuß bei der Biathlon-WM auf eine Medaille im Einzel hoffen, letztlich waren ihre zwei Schießfehler aber zu viel. Die Goldmedaille ging überraschend nach Tschechien.

Marketa Davidova hat sich in der Biathlon-Königsdisziplin zur neuen Weltmeisterin gekrönt. Im 15-Kilometer-Einzelrennen verwies die Tschechin die schwedische Olympiasiegerin Hanna Öberg auf den zweiten Rang, Ingrid Landmark Tandrevold aus Norwegen holte Bronze.

Beste deutsche Athletin war Franziska Preuß, die mit zwei Schießfehlern auf Rang sieben (+2:14,4 Minuten) landete. Denise Herrmann zeigte Schwächen in der Loipe und verpasste so als 15. (2 Fehler/+2:29,7 min) die Top 10. Die beiden weiteren DSV-Athletinnen Vanessa Hinz und Maren Hammerschmidt landeten mit mehr als vier Minuten Rückstand im Mittelfeld auf den Positionen 33 und 34.

Davidova treffsicher

Davidova blieb im schwersten und längsten Rennen der Biathletinnen, in dem jeder Fehler am Schießstand mit einer Strafminute geahndet wird, als einzige Athletin nervenstark und legte alle 20 Scheiben um. Öberg traf eine Scheibe nicht und reihte sich so mit 27,9 Sekunden Rückstand hinter der neuen Weltmeisterin ein.

Die Highlights von Franziska Preuß im Einzelrennen Sportschau 16.02.2021 00:51 Min. Verfügbar bis 16.02.2022 Das Erste

Spannend war der Kampf um Platz drei, den Tandrevold (1/+1:04,0 min) für sich entscheiden konnte. Tiril Eckhoff, die in der Mixed-Staffel, sowie im Sprint und der Verfolgung Gold holte, hatte nach vier Fehlschüssen (Platz 23) mit der Medaillenvergabe ebenso wenig zu tun wie Titelverteidigerin Dorothea Wierer aus Italien (9.).

Preuß im Ziel zunächst in Führung

Franziska Preuß ging mit Startnummer 12 als erste des deutschen Quartetts auf die 15 Kilometer lange Reise mit vier Schießeinlagen. Nach der ersten Runde traf sie liegend alle Scheiben, musste dann aber im Stehendanschlag eine Strafminute hinnehmen. Eine mögliche Medaille vergab sie dann aber im letzten Schießen. Nach einer weiteren Nullrunde liegend, setzte Preuß ihren vorletzten Schuss daneben.

Im Ziel übernahm sie mit ihren zwei Strafminuten zwar zunächst die Führung vor Titelverteidigerin Wierer, allerdings waren zu diesem Zeitpunkt noch zahlreiche Favoritinnen auf der Strecke. Hanna Öberg verdrängete sie wenigen Minuten später von der Spitze. Kurz danach schob sich auch noch Lisa Theresa Hauser an Preuß vorbei. Mit dem Zieleinlauf der Weltmeisterin Davidova war der Medaillentraum endgültig vorbei.

"Ich bin zufrieden mit dem Ergebnis. Am Schießstand war ich stabil und habe trotz der zwei Fehler nicht viel auszusetzen. Es ist wieder ein gutes Ergebnis, aber mehr war leider nicht drin. Es ist sehr eng an der Spitze", so Preuß nach dem Rennen.

Hoffnung bei Herrmann nach dem vierten Schießen

Biathlon-WM - die Analyse und die Stimmen nach dem Einzelrennen der Frauen Sportschau 16.02.2021 19:53 Min. Verfügbar bis 16.02.2022 Das Erste

Denise Herrmann, die vor einem Jahr das Weltcup-Einzel auf der Pokljuka ohne Schießfehler gewinnen konnte, leistete sich bereits im ersten Schießen eine Strafminute und hatte so früh den Druck des Rückstandes. Auch bei der zweiten Serie ließ sie eine Scheibe stehen und schien somit schon keine Chance mehr auf das Podest zu haben.

Nach zehn Treffern in den folgenden zehn Schüssen lag sie aber plötzlich wieder aussichtsreich im Rennen, da auch die Konkurrenz einige Scheiben stehen ließ. Allerdings konnte die sonst so laufstarke Sächsin auf der Schlussrunde keinen Angriff mehr starten, stattdessen verlor sie weitere Zeit.

Biathlon-WM - das Einzelrennen über 15 Kilometer in voller Länge Sportschau 16.02.2021 01:33:34 Std. Verfügbar bis 16.02.2022 Das Erste

"Es flutscht nicht so leicht, ich bin muskulär angeschlagen und fühle mich nicht gut auf der Strecke. Es geht mir gerade sehr schwer von der Hand. Ich hoffe, dass wir die paar Tage mehr Pause jetzt nutzen können, damit ich am Wochenende wieder frische Beine habe", so Herrmann, die erklärte, dass sie ihre Trainingssteuerung mit Blick auf Olympia umgestellt habe: "Es zahlt sich aber gerade noch nicht aus."

Hinz kann Leistung aus dem Vorjahr nicht bestätigen

Auf den Tag genau ein Jahr nach ihrem Silbercoup von Antholz verpasste Vanessa Hinz diesmal die Medaillenränge deutlich. Beim zweiten Schießen ließ sie sich zwar viel Zeit, traf aber nur vier der fünf Ziele. Auch im dritten und vierten Anschlag musste sie jeweils einen weiteren Fehler hinnehmen.

Franziska Preuß und Vanessa Hinz

Vanessa Hinz läuft hinter Franziska Preuß

Als vierte DSV-Starterin war Maren Hammerschmidt ins Aufgebot gerückt und hatte damit Janina Hettich verdrängt, die im Sprint und der Verfolgung zum Einsatz kam. Hammerschmidt schoss zwar nur zwei Fehler und war die schnellste Schützin im Feld, auf der Strecke aber hatte sie keine Chance und hatte so im Ziel über vier Minuten Rückstand.

Stand: 16.02.2021, 13:20

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