Peiffer mit 20 Volltreffern auf den WM-Thron

Biathlon-WM - Peiffer schießt sich zum Einzel-Gold Sportschau 13.03.2019 01:37 Min. Verfügbar bis 13.03.2020 Das Erste

20-km-Einzel

Peiffer mit 20 Volltreffern auf den WM-Thron

Weltmeister im Sprint war er schon, jetzt ist er auch Einzel-Champion: Arnd Peiffer vom WSV Clausthal-Zellerfeld hat sich fünf Tage vor seinem 32. Geburtstag mit dem Sieg im 20-km-Einzel ein vorzeitiges Geschenk gemacht. Den Grundstein zu Gold legte der Routinier am Schießstand.

Peiffer erfüllte sich am Mittwoch (13.03.2019) seinen Traum von einer weiteren WM-Einzelmedaille mit einem perfekten Einzel in Östersund. Am Schießstand makellos mit 20 Volltreffern und in der Loipe mit einer Rennteilung, die nur ein "alter Hase" beherrscht, hielt er die Konkurrenz in Schach. Am gefährlichsten nahe kam ihm der Lette Rastorgujews, der mit drei fehlerfreien Schießen und einer schnelleren Laufzeit zum letzten Schießen kam. Dort schoss er sich mit zwei Fehlern vom Siegertreppchen. Auf dieses kletterten neben Peiffer noch der Bulgare Wladimir Ilijew vor dem Norweger Tarjei Bö. Für die Schweden endete das Rennen mit dem nächsten Drama. Lokalmatador Sebastian Samuelsson verpasste Bronze als Vierter, allerdings deutlich (+26 s).

Östersund, Einzel

Östersund, Einzel: Peiffer beim Schießen.

"Ich hab im Einzel noch noch nie vier Mal null geschossen und konnte mich mit diesem Rennen am wenigsten anfreunden. Umso schöner, dass es heute gekappt hat. Ich habe meinen Rhythmus im Laufen gut gefunden. Beim Einzel wird es aber von Schießen zu Schießen schwerer", sagte Peiffer im ZDF.

Die Bilder zum Biathlon-Einzel-Goldlauf von Arnd Peiffer

Einzel der Männer, Biathlon-WM in Östersund

Am Ende des Abends musste Arnd Peiffer dann nur noch eine kleine Runde drehen, ...

Am Ende des Abends musste Arnd Peiffer dann nur noch eine kleine Runde drehen, ...

... mit Goldmedaille, einem breiten Grinsen ...

... und dem Jubel der gesamten Mannschaft am Abend auf der Medals Cermony.

Zur Überraschung nicht nur von Weltcup-Gesamtsieger Johannes Thingnes Bö, der erneut leer ausging.

Bö wurde mit drei Strafminuten nur Neunter.

Peiffer, der bisher im Einzel noch nie etwas gewinnen konnte, zielte dagegen ganz genau und legte ...

... die neuntbeste Zeit in die schwere Strecke von Östersund.

Der Lohn, erst die Blumen bei der Flowers Ceremony und am Abend dann die Goldmedaille.

Während Peiffer bereits Sprint-Olympiasieger und mehrfacher Weltcupsieger war, sorgte der Mann hier links mit der Silbermedailler sogar für eine echte Sensation. Der Bulgare Vladimir Iljew hatte bisher einen fünften Platz als beste Karriereleistung auf der Uhr. In Östersund ...

... lief er mit einer couragierten Leistung und nur einem Fehler auf Rang zwei.

Und auch den drittplatzierten Tajei Bö hatten sicher nur wenige auf dem Zettel. Bö war zwar 2011 schon einmal Einzel-Weltmeister, seither in dem Wettkampf aber eher glücklos.

Lange auf eine Medaille hoffen konnten auch die Gastgeber, hier im Bild Peppe Fleming.

Sebastian Samuelsson lag nach einem Fehler Liegend lange auf Bronzekurs, ehe ihn Bö um gut 25 Sekunden auf Rang vier verwies.

Noch größer die Enttäuschung bei Martin Fourcade, der mit vier Fehlern nur 39. wurde. Selbst bei einem fehlerfreien Schießen hätte es für den Dominator der vergangenen Jahre nur zu Platz fünf gereicht.

Dafür schafften es neben Peifer noch zwei weitere Deutsche in die Top 15. Benedikt Doll wurde mit drei Strafminuten Zehnter.

Erik Lesser kam mit zwei Fehlern auf Rang 11.

Im Ziel war Lesser einer der ersten Gratulanten von Peiffer.

Nächste Enttäuschung für Bö

Johannes Thingnes Bö, der jüngere Bruder von Tarjei Bö, konnte diesmal nur gratulieren. Der Top-Favorit und Olympiasieger von 2018 lief nach der Niederlage im Verfolger mit Wut im Bauch und machte Fehler. Gleich drei sogar. Obwohl er die zweitschnellste Laufzeit (nur Simon Desthieux war schneller) in den Schnee zimmerte, reichte es nicht für eine Top-Platzierung, sondern nur für Platz neun. Die nächste Enttäuschung musste auch Martin Fourcade hinnehmen. Der Franzose, der die Szene einst so dominierte, kommt auch bei der WM nicht auf Touren und beendete das Rennen als enttäuschender 37.

Lesser - der bittere letzte Schuss

Östersund, Einzel

Östersund, Einzel: Lesser zielt genau.

Erik Lesser, der den Einzelwettkampf mag, lag bis zum vierten Schießen mit einem Fehler auf Medaillenkurs, doch dann passierte das Unglück ausgerechnet beim letzten Schuss. Die Scheibe blieb stehen und warf ihn zurück. Der Dampf war raus, wohl auch aus den Beinen. Auf der letzten Runde verlor der Thüringer im Vergleich zu Weltmeister Peiffer und kam mit 2:06,6 Minuten hinter Peiffer auf den elften Platz. Unzufrieden war er trotzdem nicht: "Im Dezember hätte ich nicht gedacht, dass ich bei einer WM in die Top 15 laufen kann", sagte Lesser.

Doll schnell, aber nicht treffsicher

Benedikt Doll war auf der Loipe gewohnt schnell, doch am Schießstand wollte es wie schon in den letzten Tagen in Östersund nicht so recht klappen. Nach einem fehlerfreien ersten Schießen fing sich Doll in den weiteren drei Schießprüfungen jeweils eine Strafminute ein und konnte damit trotz der drittschnellsten Laufzeit nicht vorn angreifen. "Das waren eineinhalb Fehler zu viel, aber ansonsten war es ein gutes Rennen. Ich freue mich wahnsinnig für Arnd. Es ist wichtig, dass einer aus dem Team durchkommt", freute sich Doll am Mikrofon des ZDF für seinen Teamkollegen. Reserven in der Loipe hat Roman Rees. Bei seiner WM-Premiere landete der 26-jährige Breisgauer mit zwei Fehlern (beide beim Liegendanschlag) auf dem guten 20. Platz.

Kühn nicht aufgestellt

Johannes Kühn - als Siebter in der Weltcup-Wertung des 20-km-Rennens bester Deutscher - wurde von Bundestrainer Mark Kirchner nicht nominiert. "Johannes hat im Sprint und der Verfolgung wegen seiner Laufstärke den Vorzug bekommen. Im Einzel kommt es auf das Schießen an. Roman Rees ist der deutlich bessere Schütze." Kühn war im Sprint 23. mit drei Fehlern geworden, in der Verfolgung zielte er sechs Mal daneben und fiel noch einen Platz zurück.

Thema in MDR aktuell - das Nachrichtenradio am 13.03.2019, 16.40 Uhr

sst | Stand: 13.03.2019, 17:35

Darstellung: