Denise Herrmann - mit Gelassenheit zum WM-Titel

Biathlon-WM

Denise Herrmann - mit Gelassenheit zum WM-Titel

Von Nicole Hornischer, Östersund

Denise Herrmann liebt Östersund - gelang ihr doch dort der erste Weltcupsieg. Und es wird ihr Lieblingsort bleiben: Mit dem WM-Titel in der Verfolgung ging ein Traum für die 30-Jährige in Erfüllung.

Es ist der größte Erfolg ihrer Karriere: Denise Herrmann ist Weltmeisterin in der Verfolgung und damit Nachfolgerin von Laura Dahlmeier, die sich dieses Mal die Bronzemedaille sicherte. Für viele Biathlonfans war Herrmann nach der Silbermedaille mit der Mixed-Staffel zwar eine Mitfavoritin für einen Podestplatz. Aber dass es gleich die Goldene wurde, überraschte dann doch einige. Denn Denise Herrmann ist als ehemalige Spitzenlangläuferin läuferisch zwar stark, aber mit dem Schießen hatte die 30-Jährige immer wieder Probleme. Schlechte Schießleistungen verhinderten in der ersten Saisonhälfte gute Ergebnisse.

"Kopfsprung ins kalte Wasser"

 "Ich wollte einfach zu viel. Und wenn man dann im Negativstrudel einmal drinnen ist, fällt es gerade beim Schießen schwerer als beim Laufen da wieder rauszukommen - schließlich schieße ich ja noch nicht so lange", sagt Herrmann. Erst zur Saison 2016/17 wechselte sie zu den Biathleten.

Wie viel Mut kostete sie damals der Umstieg? "Schon einigen. Denn keiner konnte mir sagen, ob es funktioniert. Aber die Trainer und der Deutsche Skiverband haben mir extrem geholfen", sagte sie. Im Leistungszentrum Ruhpolding trainierte sie gleich mit einer starken Gruppe. "Da war ich zwar jeden Tag überfordert, aber nur so lernt man schwimmen. Es war ein Kopfsprung ins kalte Wasser", erinnert sich Herrmann.

"Ein Traum wird wahr"

Erst nach Weihnachten wurde die Oberwiesenthalerin beim Schießen stabiler: "Wir haben mit den Trainern viel zusammengearbeitet. Und jetzt, wo ich relaxter an den Stand gehe, wird es immer besser." Und die neue Gelassenheit am Schießstand hat sich nun ausgezahlt: "Weltmeistertitel war ein Traum von mir – und der wurde jetzt wahr."

Bilder der medaillenreichen Biathlon-Frauen-Verfolgung

Wer hätte das vor der WM gedacht? Die deutschen Frauen feiern in der Verfolgung bereits ihre Medaillen drei und vier. Die besten Bilder zum Weltmeisterlauf von Denise Herrmann und Bronze für Laura Dahlmeier.

Biathlon-WM, Verfolgung der Frauen in Östersund

Der vierte Wettkampftag bei der Biathlon-WM in Östersund. Gibt es endlich die erste Medaille für die Gastgeber um Trainer Wolfgang Pichler?

Der vierte Wettkampftag bei der Biathlon-WM in Östersund. Gibt es endlich die erste Medaille für die Gastgeber um Trainer Wolfgang Pichler?

Die Hoffnungen liegen auf Hanna Öberg, die einen starken Sprint gelaufen ist, ...

... und auf der Sprint-Sechsten Mona Brorsson. Für Brorsson läuft es in der Verfolgung auch richtig gut. Bis zum letzten Schießen.

In Führung liegend mit 30 Sekunden Vorsprung auf die Konkurrenz flattern ihr die Nerven, sie lässt vier Scheiben stehen und fällt weit zurück.

Wer kann die Lücke schließen? Laura Dahlmeier, Tiril Eckhoff und Denise Herrmann (v.l.n.r.), die im ersten Stehendanschlag noch in die Strafrunde mussten, haben plötzlich die Chance auf Gold.

Herrmann (re.) und Dahlmeier greifen nach ihrer zweiten WM-Medaille.

Herrmann (re.) nutzt ihre Chance am Besten, schießt schnell und sicher.

Statt einem schwedischen Sieg jubelt ...

... Herrmann und muss kurz vor dem Ziel sogar ...

...eine Träne verdrücken.

Wer gewinnt den Spurt um Rang zwei? Dahlmeier (li.) und Eckhoff (re.) sind gleichauf, Eckhoff hat aber das bessere Finish.

So jubeln die Siegerinnen.

Franziska Hildebrand, die nach einem verkorksten Sprint als 40. ins Ziel ging, konnte sich mit zwei Fehlern auf Rang 22 verbessern.

Franziska Preuß fiel von Platz 16 auf Rang 27 zurück.

Thema in: Sportschau im Ersten, 10.03.2019, 13.45 Uhr

Stand: 10.03.2019, 17:56

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