Deutsche Biathleten enttäuschen bei Fourcade-Sieg über 20 Kilometer

Biathlon-WM - das 20-km-Einzel der Herren Sportschau 19.02.2020 01:33:34 Std. Verfügbar bis 19.02.2021 Das Erste

Biathlon-WM in Antholz

Deutsche Biathleten enttäuschen bei Fourcade-Sieg über 20 Kilometer

Von Nicole Hornischer

Die deutschen Männer müssen weiter auf einen Podestplatz bei den Weltmeisterschaften im italienischen Antholz warten. Über 20 Kilometer kam Benedikt Doll als bester Deutscher ins Ziel. Der Titel ging an Martin Fourcade.

Bei den deutschen Biathleten ist beim Schießen weiterhin der Wurm drin: Benedikt Doll (Breitnau), der bislang vor allem mit der Höhenluft in Antholz Probleme hat, leistete sich vier Strafminuten. Mit Platz zwölf (+3:54,7 Min.) verpasste er einen Top-Ten-Platz. "Ich muss ganz ehrlich sagen, ich bin mit meinem Rennen heute nicht unzufrieden. Es ist unfassbar schwer das Liegendschießen bei diesem Wind einzuschätzen", sagte Doll.

Schlimmer erwischte es noch den Titelverteidiger: Arnd Peiffer (Clausthal-Zellerfeld) räumte zwar liegend alle Scheiben ab, doch im Stehendanschlag kassierte der 32-Jährige insgesamt sechs Strafminuten, allein vier beim letzten Schießen - zuviel für einen Spitzenplatz. Am Ende lag er mit einem Rückstand von 6:49,3 Minuten auf dem enttäuschenden 50. Rang . "Ich habe mich im liegenden Anschlag gut gefühlt und im stehenden überhaupt nicht. Ich habe es einfach nicht hinbekommen, die Waffe ruhig zu bekommen. Ich ärgere mich sehr. Katastrophe! Ich hätte mich nach dem vierten Schießen am liebsten eingegraben", gab sich Peiffer selbstkritsich.

Auch Johannes Kühn (Reit im Winkl) machte es am Schießstand nicht besser: Fünf Fehler bedeuteten am Ende den 26. Platz (+4:54,3 Min.). Philipp Horn (Frankenhain) kam mit immerhin "nur" vier Strafminuten ins Ziel und wurde 21. (+4:23 Min.). Philipp Nawrath (Nesselwang) landete mit fünf Fehlern als 47. knapp vor Peiffer (+6:39,8 Min.).

Benedikt Doll und Arnd Peiffer

Fourcade mit Routine zum zwölften WM-Titel

Martin Fourcade sicherte sich seinen zwölften Weltmeister-Titel. Nach den für den Franzosen enttäuschenden Titelkämpfen im schwedischen Östersund, wo er ohne Medaille blieb, zeigte der 31-Jährige, was noch in ihm steckt. Fourcade ging die 20 Kilometer mit all seiner Routine an, ließ sich beim Schießen viel Zeit und verfehlte nur die letzte Scheibe. Sein Vorsprung auf seinen Dauerrivalen Johannes Thingnes Bö betrug 57 Sekunden. Der Norweger leistete sich zwei Schießfehler. Die Bronzemedaille sicherte sich der Österreicher Dominik Landertinger (1 Fehler/+ 1:22,1 Min.).

Philipp Nawrath: "Ich hatte viele Schwierigkeiten" 01:16 Min. Verfügbar bis 19.02.2021

Im Ziel ärgerte sich Fourcade: "Wenn man 19 Scheiben vorher trifft, dann muss man auch den letzten treffen. Auf dem höchsten Level musst du professionell sein und konzentriert sein bis zum 20. Schuss und nicht nur zum 19", sagte der neue Weltmeister in der ARD. Für den Franzosen ist es nach Bronze im Sprint die zweite Medaille in Antholz. In der ewigen Bestliste liegt Fourcade nun auf dem zweiten Rang. Mit seiner zwölften Goldmedaille schob er sich wegen der höheren Anzahl an Silbermedaillen an Emil Hegle Svendsen und Magdalena Neuner vorbei, die ebenfalls zwölf Mal ganz oben auf dem Podest standen. Ganz vorne in der Liste thront der 20-fache Titelträger Ole Einar Björndalen.

Fourcade-Vater outet sich als Bö-Fan

Mit viel Humor und Selbstironie reagierten Fourcades Vater Marcel und die geschlagenen Bö-Brüder auf den Rekordsieg des Franzosen. Fourcades Vater ließ sich mit einem Trikot ablichten, das Johannes Thingnes und Tarjei Bö zeigt. Tarjei Bö postete dieses Foto auf Instagram mit dem Text: "Unsere größte Leistung". Und Martin Fourcade kommentierte: "Ich liebe das".

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Biathlon-WM - die Stimmen zum Einzel der Herren Sportschau 19.02.2020 03:59 Min. Verfügbar bis 19.02.2021 Das Erste

Stand: 19.02.2020, 15:54

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