Wierer und Windisch - Südtiroler Medaillenhoffnungen

Lisa Vittozzi, Dorothea Wierer, Lukas Hofer und Dominik Windisch

WM-Heimspiel

Wierer und Windisch - Südtiroler Medaillenhoffnungen

Von Sanny Stephan

Eine Weltmeisterschaft vor der Haustür ist immer etwas besonderes. In Antholz kommen sechs Skijäger in diesen Genuss, zwei davon haben sehr gute Medaillenchancen.

Dorothea Wierer, Federica Sanfilippo, Alexia Runggaldier, Irene Lardschneider, Lukas Hofer und Dominik Windisch stehen aufregende Tage bevor. Die sechs italienischen Biathleten kommen aus Südtirol und erleben Weltmeisterschaften im eigenen Wohnzimmer. Es ist für alle ein Höhepunkt in ihrer Karriere und eine besondere Zeit. Wierer, Windisch und Co. kennen die Tücken der Strecke und des Schießstandes besser als jeder andere Athlet. Allerdings kann aus einem Heimvorteil auch schnell ein Nachteil werden.

Wenn die Aufregung zu groß wird

"Was die Aufregung anbelangt, hat man definitiv keinen Heimvorteil: Die eigene Nervosität wird nämlich durch Familie, Freunde und Bekannte gesteigert, die einen tagtäglich mit einem ermutigenden Schulterklopfen an den bevorstehenden Wettkampf erinnern. Sie meinen es ja gut, doch bei mir wächst da jedes Mal die Anspannung. Es ist ein Teufelskreis", sagte Dominik Windisch im Interview mit "Booking Südtirol Inside".

Der 30-Jährige ist ein Mann der Großereignisse und immer da, wenn es darauf ankommt. Bei der WM im Vorjahr in Östersund gewann Windisch Gold im Massenstart und Bronze in der Mixed-Staffel. Doch so eine Heim-WM ist noch einmal etwas anderes. Um nicht zu sehr abgelenkt zu sein, werde er nicht zu Hause, sondern im Hotel schlafen, erklärte Windisch und fügte hinzu: "Jede Medaille hat natürlich immer zwei Seiten: Die Heimkulisse bietet auch einen mentalen Vorteil bzw. positive Motivation."

Wierer weiß, wie man in Antholz gewinnt

Dorothea Wierer

Dorothea Wierer

Genau dieser Schub beflügelte Dorothea Wierer vor einem Jahr bei ihrem Sieg im Verfolgsrennen. Der 26. Januar 2019 ging in die Geschichtsbücher ein: Zum ersten Mal überhaupt gewann eine "Azzurra" in Antholz. Bisher hatten dies erst vier Männer - Johann Passler (1988), Pieralberto Carrara (1993), Renè Cattarinussi (1999) und Lukas Hofer (2014) - geschafft. Wierer, derzeit Zweite in der Weltcup-Gesamtwertung, gehört bei den Wettbewerben ab 13. Februar zum absoluten Favoritenkreis.

Hört Wierer nach derm WM auf?

In die aktuelle Weltcupsaison war sie mit einem Sieg mit der italienischen Mixed-Staffel in Östersund gestartet. Auch beim Sprint an selber Stelle stand die Südtirolerin ganz oben auf dem Podium, ebenso wie in Hochfilzen. In Le Grand-Bornand eroberte Wierer als Zweite des Massenstarts ebenfalls das Podest. Mit dem Gelben Trikot der Führenden im Weltcup ging es für die 29-Jährige in die Weihnachtspause. Im Jahr 2020 wartet sie noch auf den ersten Sieg, vielleicht hat sie sich jenen für die Weltmeisterschaft in ihrem Wohnzimmer aufgehoben. Es wäre möglicherweise der Abschluss einer großen Laufbahn. Vor drei Jahren hatte die ehrgeizige Athletin ein Karriere-Ende nach der Heim-WM 2020 angekündigt. Seitdem hat sie es immer mal vage wiederholt, aber nichts definitiv entschieden. Dem Biathlonsport könnte eine weitere Saison mit der starken Schützin und schnellen Läuferin Wierer nur recht sein.

Stand: 09.02.2020, 16:40

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