Idyllisches Antholz bereit für die Biathlon-WM

Das Biathlon-Stadion in Antholz

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Idyllisches Antholz bereit für die Biathlon-WM

Von Sanny Stephan

Antholz ist zum sechsten Mal Gastgeber der Biathlon-WM. Vom 12. bis 23. Februar messen sich die Skijäger im höchstgelegenen Stadion im Biathlon-Zirkus. Für die Deutschen war das Winterparadies in Südtirol oft eine Goldgrube.

Magdalena Neuner präsentiert ihren Goldschatz

Magdalena Neuner präsentiert ihren Goldschatz

Laura Dahlmeier feierte 2019 im malerischen Antholz ihren letzten Weltcupsieg im Einzel, Simon Schempp krönte sich mit einem Doppelerfolg 2015 zum "Champion von Antholz". Unvergessen bleibt auch die grandiose Ausbeute bei der letzten Weltmeisterschaft in Südtirol. Die deutschen Biathleten räumten 2007 elf Medaillen ab und gewannen die Nationenwertung vor Norwegen und Frankreich. Überragend damals: Magdalena Neuner, die drei Goldmedaillen gewann, und jetzt als ARD-Expertin an die Strecke zurückkehrt.

Noch mehr Platz für Zuschauer

Nach 1975, 1976, 1983, 1995 und 2007 ist Antholz wieder der Gastgeber. Die Südtiroler Gemeinde setzte sich bei der Vergabe unter anderem gegen Oberhof durch und präsentiert sich wenige Tage vor der Eröffnungsfeier bestens vorbereitet. Die Strecken im Antholzertal sind verschneit und präpariert. "Für dieses Großereignis haben wir das Biathlon-Stadion in Antholz auf den neuesten Stand gebracht“, erzählt der OK-Präsident Lorenz Leitgeb. Neu gebaut wurden ein Pressezentrum, das Media Center, ein Parkdeck sowie der Service- und Technik-Bereich. Außerdem wurden der Tribünenbereich samt Sanitäranlagen erweitert, die Beschneiungsanlage modernisiert und die Schießanlage ausgetauscht. "Die Südtirol-Arena zählt heute sicherlich zu den Top-5-Stadien weltweit", ist Leitgeb überzeugt.

Antholz als Vorreiter

Dass Biathlon einmal so eine gewaltige Rolle in Antholz spielen würde, war vor 50 Jahren undenkbar. Anfang der 70er Jahre lockte der umtriebige Antholzer Paul Zingerle den damaligen Trainer der Nationalmannschaft ins Antholzertal. Dieser war den Vorzügen des Tales derart überzeugt, dass 1971 die ersten internationalen Biathlon-Rennen über die Bühne gingen. Den Zuschlag für die Ausrichtung einer Biathlon-WM erhielt Antholz erstmals 1975. 1977 führte Zingerle zusammen mit dem damaligen DDR-Biathleten Kurt Hinze kurzerhand den Biathlon-Weltcup ein. Nur ein Jahr später fanden die ersten offiziellen Weltcups für Männer statt, 1987 feierten die Frauen Weltcup-Premiere.

Die Höhe spielt keine Rolle

Mit rund 1.600 Metern über dem Meeresspiegel ist Antholz das höchste Biathlon-Stadion der Welt. Die zusätzliche körperliche Belastung ist heute für die Athleten kein limitierender Faktor. "Es ist nichts außergewöhnliches, wir haben das jedes Jahr im Weltcup", sagte Bundestrainer Mark Kirchner im Sportschau-Interview. An der WM nehmen 350 Athletinnen und Athleten aus 40 verschiedenen Nationen teil. Die Organisatoren erwarten an den neun Wettkampftagen mit zwölf Entscheidungen über 150.000 Zuschauer. Die Titelkämpfe sind ein echtes Medien-Spektakel, weltweit wird über 200 Stunden lang übertragen. Auch in der ARD und im ZDF werden alle Rennen live zu sehen sein.

WM als Generalprobe für Olympia

Nach dem Großevent heißt für Antholz übrigens auch vor dem Großevent: 2026 finden die Olympischen Winterspielen in Cortina-Mailand statt und Antholz ist Schauplatz der Biathlonrennen. Das ist dann aber wirklich eine Premiere für den wettkampferprobten Biathlon-Standort, bei dem die deutschen Skijäger in der Vergangenheit schon oft glänzen.

2007 erfolgreichste Nation

Magdalena Neuner am 03.02.2007 nach dem Sprintwettkampf der Frauen über 7,5 Kilometer bei der Biathlon-Weltmeisterschaft in Antholz

Magdalena Neuner am 03.02.2007 nach dem Sprintwettkampf der Frauen über 7,5 Kilometer bei der Biathlon-Weltmeisterschaft in Antholz

An Antholz haben die DSV-Skijäger glänzende Erinnerungen. Bei den letzten Weltmeisterschaften vor 13 Jahren waren fünf Gold-, drei Silber- und drei Bronze-Medaillen im Gepäck. Überragend war damals das Frauen-Team, das mit dem Gewinn von vier der fünf möglichen WM-Titel und insgesamt sieben Medaillen, hervor stach. Magdalena Neuner avancierte mit drei Goldmedaillen zum überraschenden WM-Star. 1995 trug sich u.a. der heutige Bundestrainer Mark Kirchner mit einer Goldmedaille in der Staffel in die Geschichtsbücher ein.

Deutsche WM-Medaillengewinner in Antholz
JahrGewinner
2007Magdalena Neuner (3x Gold)
Andrea Henkel (2x Gold)
Martina Glagow (1x Gold,1x Silber, 1x Bronze)
Michael Greis (1x Gold,1x Silber, 1x Bronze)
Ricco Groß (1x Bronze)
Michael Rösch (1x Bronze)
Sven Fischer (1x Bronze)
1995Uschi Disl (1x Gold, 3x Silber)
Simone Greiner-Petter-Memm (1x Gold, 1x Silber)
Petra Behle (1x Gold, 1x Silber)
Ricco Groß (1x Gold, 1x Bronze)
Antje Harvey (1x Gold)
Kathi Schwaab (1x Gold)
Mark Kircher (1x Gold)
Frank Luck (1x Gold)
Sven Fischer (1x Gold)
1983Frank Ullrich (1x Gold, 1x Silber)
Frank-Peter Roetsch (2x Silber)
Peter Angerer (1x Silber, 1x Bronze)
Mathias Jung (1x Silber)
Matthias Jacob (1x Silber)
1976Keine deutsche Medaille
1975Klaus Siebert (1x Bronze)

Stand: 06.02.2020, 11:31

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