WNBA - Sabally will auch auf dem Platz glänzen

Basketballerin Satou Sabally

Basketball

WNBA - Sabally will auch auf dem Platz glänzen

Das Warten hat ein Ende: Satou Sabally spielt am Sonntag ihr erstes Spiel in der stärksten Frauen-Basketball-Liga der Welt. Schon vor dem ersten Anwurf hat sie eine wichtige Rolle in der WNBA inne.

Zu einem der Gesichter im Kampf gegen Rassismus und für soziale Gerechtigkeit hat Satou Sabally sich in der nordamerikanischen Profiliga der Frauen bereits gemacht. Bevor Deutschlands Basketball-Hoffnung überhaupt auf Profi-Level einen Ball in den Korb werfen konnte, flimmerte sie bereits über alle Bildschirme und machte als eloquente Aktivistin international von sich reden.

Nun will sich die Nationalspielerin auch auf dem Spielfeld Aufmerksamkeit und Respekt erarbeiten. "Ich bin selbstbewusst. Ich bin hier aus einem Grund und weiß, dass mein Team mir den Rücken stärkt", sagt die 22-Jährige vor dem wegen der Corona-Pandemie um Monate verzögerten Saisonstart mit den Dallas Wings gegen die Atlanta Dream: "Meine Vorfreude war da in jedem Testspiel, aber am Sonntag wird es vermutlich noch was anderes sein, weil es da um was geht."

Satou Sabally nach Dallas - "Ein Traum wird wahr" Sportschau 18.04.2020 02:21 Min. Verfügbar bis 18.04.2021 Das Erste

Nummer zwei des Talente-Drafts

Sabally - in New York geboren und in Berlin aufgewachsen - spielte zuletzt im College für Oregon State und wurde von den Wings an zweiter Stelle im Draft ausgewählt. Früher hatte sich noch nie ein US-Team für eine deutsche Sportlerin oder einen Sportler bei der Talenteverteilung entschieden. "Mental muss ich mich nicht umgewöhnen. Ich bin eine Gewinnerin und will gewinnen", erklärt sie. Gering ist der Druck keinesfalls. Als Nummer zwei des Talente-Drafts erwarten viele eine Weltkarriere.

Unterschiede zum Studenten-Level gebe es aber in der stärksten Frauen-Basketball-Liga der Welt. "Körperlichkeit ist der Schlüssel. Es ist ein großer Unterschied zu Spielen im College. Daran muss ich mich gewöhnen und dazulernen", berichtet Sabally: "Das sind erwachsene Frauen, die spielen hier schon ewig. Die lassen dich auflaufen, als wenn es nichts wäre."

Im Rat für soziale Gerechtigkeit

Dass es ihr die Liga dennoch zutraut, zeigt sich auch an der Verantwortung, die Sabally schon lange vor dem ersten Korb übertragen bekommen hat. Vor gut zwei Wochen teilte die WNBA mit, dass sie zusammen mit weiteren Spielerinnen einen neu gegründeten Rat für soziale Gerechtigkeit anführen wird. Wie die NBA will auch die Frauen-Liga die Rückkehr auf das Parkett dazu nutzen, auf Rassismus und damit verbundene gesellschaftliche Themen aufmerksam zu machen.

Sabally scheint dafür prädestiniert. Sie hat Verbindungen zur von LeBron James gegründeten Initiative "More than an Athlete" ("Mehr als ein Athlet"), die sich seit Jahren für mehr soziale Gerechtigkeit einsetzt und die Menschen hinter den Sportlergeschichten zeigen will. In ihren Interviews geht es vor allem seit den landesweiten Protesten immer auch um Rassismus.

Satou Sabally - "Mehr als ein Athlet" Morgenmagazin 29.04.2020 01:41 Min. Verfügbar bis 29.04.2021 Das Erste

Erfahrungen mit Rassismus gemacht

Bei den Kolleginnen kommt das gut an. "Jemanden zu haben, der so laut und stolz seine Meinung sagt und vertritt, wofür sie steht, da macht sie einen richtig guten Job", sagt Marie Gülich von den LA Sparks: "Ich bin da stolz auf sie und unterstütze sie."

Sabally hat ihre eigenen Erfahrungen. "In der Schule musste ich immer besonders hart arbeiten und mich stets rechtfertigen, wenn ich gute Noten hatte. Nach dem Motto: Oh, du hast eine Eins?", erzählt sie: "So wie Covid-19 eine globale Pandemie ist, ist Rassismus ebenfalls eine."

"Geisterturnier" in Florida

Dass Sabally nicht schon längst die ersten Spiele gewonnen hat und an der deutschen Erfolgsgeschichte ihres Vorbilds Dirk Nowitzki in Dallas weiterbasteln konnte, liegt an eben jener Pandemie. Lange war unklar, wann die Saison überhaupt beginnen kann. Nun sind wie bei den Männern alle Teams an einem Ort und spielen ein "Geisterturnier". Die Frauen sind ebenfalls in Florida, aber auf der anderen Seite des Staates in Bradenton. "Diese Pandemie hat uns gezeigt, dass Basketball nicht selbstverständlich ist. Du musst jedes Spiel so spielen, als wäre es dein letztes", sagte sie. Am Sonntag will sie damit starten.

Gülich, Sabally und Co. in der WNBA - große Chance für deutsche Basketballerinnen Sportschau 19.05.2020 01:00 Min. Verfügbar bis 19.05.2021 Das Erste

dpa/sid | Stand: 25.07.2020, 12:16

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