Corona, BLM und die "Bubble" - die NBA bereitet sich auf den Restart vor

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Restart der NBA

Corona, BLM und die "Bubble" - die NBA bereitet sich auf den Restart vor

Von Robin Tillenburg

In der nordamerikanischen Basketball-Liga NBA sind die Vorbereitungen auf den Restart in vollem Gange. Das Coronavirus, der Rassismus und die Proteste gegen diesen sind aber allgegenwärtig und beeinflussen natürlich auch das sportliche Geschehen.

Am 30. Juli (deutsche Zeit) nimmt die NBA mit den besten 22 Teams der bisherigen Spielzeit ihre Saison wieder auf. Ab diesem Tag finden bis zu sieben Begegnungen täglich in drei verschiedenen Hallen auf dem Sportkomplex von Disney World in Orlando statt. Erst werden in noch je acht Spielen, die jedes Team noch absolvieren muss, die Playoff-Plätze ausgespielt, dann geht es im "normalen" Playoff-Modus mit den verbleibenden 16 Teams weiter, ehe es dann im Oktober einen Meister geben soll.

Seit dem 7. Juli sind alle Beteiligten in Florida in der "Bubble", wie die nach außen abgeschirmten Komplexe genannt werden. Das dazugehörige Hygienekonzept umfasst 113 Seiten.

Essen ausbaufähig, Stimmung positiv

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Bei ihrer Ankunft trugen einige Spieler Monitore aus dem Bus, Fotos von Spielkonsolen und Gaming-Setups aus den Hotelzimmern machten schnell via Social Media die Runde. Genau wie Fotos von dem Menü, das die Spieler an ihren ersten Tagen serviert bekamen - und von dem einige angesichts seiner Schlichtheit nicht unbedingt begeistert waren.

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Die ersten Teamtrainings sind gelaufen, die Stimmung scheint, vom Unmut über das Essen abgesehen, größtenteils positiv. "Ich denke, die NBA hat ihr bestmögliches getan, um die Lage hier so gut wie möglich für uns zu machen. Und in dem Moment wo die Spiele wieder starten, werden wir an die ganzen Kleinigkeiten eh nicht mehr denken", erklärte Nikola Vukcevic von den Orlando Magic.

Corona und BLM: Liga kommt den Spielern einen Schritt entgegen

Mit "Kleinigkeiten" meint er eher Aspekte wie eben das Essen oder die Abschottung von der Außenwelt und weniger das Coronavirus, das in den USA weiter auf dem Vormarsch und gerade auch in Florida mit über 240.000 bestätigten Fällen besonders verbreitet ist. Was Vukcevic wohl auch eher nicht gemeint haben dürfte: Die Black-Lives-Matter-Bewegung und die Proteste gegen Rassismus, die seit vielen Wochen besonders intensiv andauern.

Zwei sehr unterschiedliche und große Themen halten das gesamte Land in Atem und verändern das tägliche Leben - und gleichzeitig soll der Basketball in die Normalität zurückkehren? Das sahen und sehen viele Spieler kritisch. Die Liga-Verantwortlichen verstanden das zumindest teilweise und ermöglichten es den Akteuren ohne nähere Angabe von Gründen, Orlando fernzubleiben und sich nicht an der Saisonfortsetzung zu beteiligen. Einen Teil ihres Gehalts verlieren sie dann allerdings trotzdem. Gleichzeitig können die Teams, sollte einer ihrer Spieler sich für diese Option entscheiden, vertragslose Spieler als Ersatz bis Saisonende verpflichten.

Einige Nets-Spieler fehlen wegen Corona

Einige Spieler haben von der Option, nicht in Orlando mitzuspielen, bereits Gebrauch gemacht. Andere können wegen eines positiven Corona-Tests nicht mitmischen. Spencer Dinwiddie, DeAndre Jordan und Taurean Prince von den Brooklyn Nets sind die drei prominentesten Akteure, die wegen eines positiven Tests und zu wenig Zeit für die komplette Genesung und Integration in den Trainingsbetrieb nicht mehr dabei sind.

"Equality" auf dem Trikot

Darüber hinaus bekamen die Spieler die Gelegenheit, ihren Namen auf ihren Trikots durch bestimmte Schlagworte zu ersetzen, die gegen Rassismus und für soziale Gerechtigkeit und die Black-Lives-Matter-Bewegung stehen.

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Black Lives Matter, Say Their Names, Vote, I Can't Breathe, Justice, Peace, Equality, Freedom, Enough, Power to the People, Justice Now, Say Her Name, und Anti-Racist sind einige der Namen, die von der Liga erlaubt wurden. Von den 350 verbliebenen Spielern sollen sich um die 300 dafür entschieden haben, eine solche Nachricht auf ihrem Trikot zu tragen. "Equality" ist die am häufigsten gewählte Botschaft.

Mills spendet Gehalt für Black Lives Matter

Avery Bradley (Los Angeles Lakers), Willie Cauley-Stein (Dallas Mavericks), Thabo Sefolosha (Houston Rockets), Wilson Chandler (Brooklyn Nets), Davis Bertans (Washington Wizards) und Trevor Ariza (Portland Trail Blazers) sind ebenfalls nicht mit in die "Bubble" gereist. Die Gründe dafür sind größtenteils familiär bedingt, Bradley hatte aber auch unabhängig davon erklärt, dass er den Restart nicht unbedingt für eine gute Idee halte, weil dieser möglicherweise von der großen sozialen Ungerechtigkeit und die Proteste dagegen ablenken könnte. Als "Ersatz" kamen unter anderem J.R. Smith (Lakers), der mit LeBron James an der Seite schon für Cleveland den Titel gewann, und der dreifache "Sixth Man of the Year" Jamal Crawford.

Auch andere prominente Spieler wie beispielsweise Philadelphias Center Joel Embiid oder Patty Mills von den San Antonio Spurs waren keine großen "Fans" der Fortsetzung. Mills erklärte, sein in der Bubble erspieltes Gehalt von etwa einer Million Dollar komplett an die Black-Lives-Matter-Bewegung zu spenden und gab das auch als Beweggrund an, sich aktiv an der Saisonfortsetzung zu beteiligen. Es wird erwartet, dass weitere Spieler diesem Beispiel folgen werden.

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Stand: 12.07.2020, 07:30

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