NBA - heile Welt in der "Blase"

Disney-World in Florida

Basketball

NBA - heile Welt in der "Blase"

Zurzeit sieht es gut aus für den Restart der NBA. Die jüngsten Coronatests waren negativ. Und auch in der "Blase" Disney World läuft es laut dem deutschen Nationalspieler Maxi Kleber rund. Am Mittwoch steigen die ersten Testspiele.

Es sind gute Nachrichten für die NBA: Zehn Tage vor dem anvisierten Restart sind sämtliche 346 Coronatests, die seit dem 13. Juli durchgeführt wurden, negativ ausgefallen. Das teilte die Liga am Montag (20.07.2020/Ortszeit) mit. Zurzeit sieht es so aus, als könne die nordamerikanische Basketball-Profiliga die am 11. März wegen der Pandemie unterbrochene Saison am 30. Juli fortsetzen - mit acht regulären Partien pro Mannschaft und anschließenden Playoffs.

Um dies sicher durchführen zu können, haben sich die 22 teilnehmenden Teams isoliert und in Disney World in Orlando/Florida versammelt. "NBA-Blase" (Bubble) nennt sich das.

Parallelwelt mit Zeichentrickfiguren

Es ist eine Parallelwelt, die sich die Basketballer auf dem Gelände des Unterhaltungskonzerns aufgebaut haben. Die Zahl der nachgewiesenen Neuansteckungen ist in den USA im Zuge der Lockerungen der Corona-Auflagen dramatisch gestiegen - vor allem im Süden und Westen des Landes. Zahlreiche Bundesstaaten haben daher die phasenweise Wiedereröffnung der Wirtschaft gebremst, pausiert oder Lockerungen zurückgenommen. In dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern haben sich bereits mehr als 3,5 Millionen Menschen nachweislich mit Sars-CoV-2 infiziert. Rund 138.000 Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus, das die Krankheit Covid-19 auslösen kann.

Corona zumindest gedanklich zu entkommen, ist selbst umgeben von Zeichentrickfiguren in Disney World unmöglich. Denn natürlich gelten in dieser "Blase" strenge Quarantäne-Bedingungen. Maskenpflicht, Temperatur-Messungen und Bewegungsprotokolle sind angesagt.

NBA: Moritz Wagner in der Bubble

Sportschau 15.07.2020 02:16 Min. Verfügbar bis 15.07.2021 ARD Von Jakob Rüger

Kleber: "Wie in einem Urlaubsresort"

Maxi Kleber

Maxi Kleber

Zumindest Nationalspieler Maxi Kleber von den Dallas Mavericks hat sich inzwischen eingewöhnt. "Bis jetzt macht es wirklich superviel Spaß. Wir haben unsere Trainingseinheiten, danach kannst du die Zeit für dich nutzen. Man kann hier wirklich mehr machen als in Dallas, das ist ja auch ein Corona-Hotspot. Hier können wir fischen gehen, golfen, an den Pool gehen. Nächste Woche machen sie im Park wohl zwei, drei Attraktionen für uns auf. Vom Flair her ist es eher wie in einem Urlaubsresort", erklärt er.

Am Mittwoch sind die Los Angeles Clippers rund 3.500 Kilometer von ihrer Heimat entfernt auf dem Papier die Gastgeber des ersten Aufeinandertreffens zweier NBA-Teams seit vier Monaten. Sie messen sich in einem Testspiel mit den Orlando Magic, es ist das erste von insgesamt vier solcher Begegnungen an diesem Tag. Alle mit dem Ziel, die Basketballer für die Fortsetzung der Saison am 30. Juli in Form zu bekommen. Der logistische und planerische Aufwand ist gigantisch und übersteigt die Dimensionen des Finalturniers in der Basketball-Bundesliga in München um ein Vielfaches. Die Clippers bekommen es nach dem Restart gleich zum Auftakt im Topduell mit den Los Angeles Lakers zu tun.

Saisonverlauf "schwer vorhersehbar"

Die beiden Teams aus Kalifornien hat auch Kleber als Titelfavoriten auf dem Schirm - neben den Milwaukee Bucks. "Aber es ist eine ganz andere Situation. Es gibt keinen Heimvorteil, keine Fans die dabei sind. Du lebst für zwei oder drei Monate in der Bubble ohne Familie und Freunde. Ich bin gespannt, wie sich das alles auf Basketball auswirkt", sagt der Mavericks-Spieler.

Was für sein Team noch drin ist, sei "schwer vorhersehbar. Alle Teams sind wieder gesund, auf der anderen Seite aber auch außer Form. Grundsätzlich sind wir eine Mannschaft, die unangenehm sein kann für jeden. Was dann am Ende passiert, da kommt viel zusammen."

"Fans vermissen den Sport"

Den Restart der NBA verteidigt er. "Das ist schon eine echt schwierige Situation. Wir freuen uns natürlich, weil wir endlich wieder spielen können und die NBA da eine Lösung gefunden hat ohne Risiko für Spieler, Trainer oder Angestellte. Ich glaube auch, das Land und die Fans vermissen den Sport. Die freuen sich darauf. Vielleicht haben sie auch was anderes, worauf sie sich konzentrieren können und bleiben ein bisschen mehr daheim", hofft Kleber.

sid/dpa | Stand: 21.07.2020, 09:15

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