NBA-Restart: Lakers und Jazz siegen knapp

Die Spieler der Lakers knien bei der Hymne

Proteste bei der Hymne

NBA-Restart: Lakers und Jazz siegen knapp

Zum Restart in der nordamerikanischen Basketball-Liga NBA haben alle Spieler aller insgesamt vier aktiven Mannschaften gemeinsam bei der Nationalhymne gegen Rassismus protestiert.

LeBron James gewann am Donnerstag (30.07.2020/Ortszeit) mit seinen Los Angeles Lakers im Stadtduell gegen den Meisterschaftsrivalen Los Angeles Clippers mit 103:101. Zuvor hatten die Utah Jazz um den ersten positiv auf das Coronavirus getesteten Profi der Liga, Rudy Gobert, ein 106:104 gegen die New Orleans Pelicans geholt.

Jazz mit starker Aufholjagd

Trotz einer lange Zeit komfortablen zweistelligen Führung der Pelicans holten die Jazz, bei denen ausgerechnet Gobert den ersten Korb erzielte, am Ende doch noch den knappen Sieg. Für die unterlegene Mannschaft um Jungstar Zion Williamson war das direkt eine empfindliche Niederlage beim Versuch, sich für die Playoffs zu qualifizieren.

Sechs Spieler der Jazz trafen zweistellig, am erfolgreichsten war Jordan Clarkson, der von der Bank aus auf 23 Punkte kam. Bei den Pelicans gelangen Brandon Ingram ebenfalls 23 Zähler.

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James besiegelt die Partie

In der Begegnung der Lakers gegen die Clippers war es das erwartete Kräftemessen der beiden Superstars. Obwohl Kawhi Leonard (28) und Paul George (30) dabei häufiger punkteten als James (16) und Anthony Davis (34) behielten die Lakers am Ende die Oberhand. James traf 12 Sekunden vor dem Ende zum Sieg, der letzte Wurfversuch von George verfehlte sein Ziel.

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Black Lives Matter

Vor beiden Begegnungen hatten sich die Spieler, Trainer, Betreuer und Schiedsrichter beim Abspielen der Nationalhymne hingekniet. Die Basketballer trugen zudem schwarze T-Shirts mit weißer Schrift und dem Slogan "Black lives matter" (Schwarze Leben zählen). Der symbolische Protest richtete sich gegen Rassismus und Polizeigewalt gegen Afroamerikaner.

"Es gab schon einen Fortschritt. In der Vergangenheit haben wir dann den Fuß vom Gas genommen, das können wir nicht mehr machen", sagte James dem TV-Sender "TNT". "Wir müssen weiter Liebe verteilen. Wir wollen, dass die Ohren offen bleiben."

NBA-Boss Adam Silver will den Regelbruch nicht bestrafen. "Ich respektiere den gemeinsamen friedlichen Protest unserer Mannschaften für soziale Gerechtigkeit und werde unter diesen Umständen die lange existierende Regel, die das Stehen bei der Nationalhymne einfordert, nicht durchsetzen", sagte er nach Angaben von US-Medien.

Botschaften und kniende Spieler

Das Knien während der Hymne als Form des Protests geht auf den Football-Profi Colin Kaepernick zurück, der 2016 als Quarterback der San Francisco 49ers auf diese Art und Weise demonstriert hatte. "Ich möchte, dass das weiter geht. Ich möchte, dass die Leute darauf konzentriert bleiben", sagte Clippers-Coach Doc Rivers bei "TNT" auf die Frage, welche Wirkung er sich von dem Protest erhoffe.

Im Spiel trugen viele Spieler Botschaften statt ihres Namens auf dem Trikot. "Equality" (Gleichberechtigung), "I am a man" (Ich bin ein Mensch), "Peace" (Frieden) und "Vote" (Wähle) waren unter den Slogans. Die Topstars aus Los Angeles, James und Davis von den Lakers sowie Leonard und George von den Clippers, verzichteten auf diese Möglichkeit. Ihre Nachnamen standen aber unter der Nummer und nicht wie üblich - und wie die Botschaften - darüber.

Deutsche Spieler alle in den Startlöchern

Für die deutschen Spieler in der NBA geht es überwiegend in der Nacht von Freitag auf Samstag los. Moritz Wagner und Isaac Bonga spielen mit den Washington Wizards um 22.00 Uhr MESZ gegen die Phoenix Suns. Daniel Theis und die Boston Celtics treffen am frühen Samstagmorgen (0.30 Uhr MESZ) im Topspiel der Eastern Conference auf die Milwaukee Bucks. Maxi Kleber und die Dallas Mavericks treten zum Abschluss (3.00 Uhr MESZ) gegen die Houston Rockets an. Dennis Schröder und die Oklahoma City Thunder treffen am Samstagabend (21.30 Uhr MESZ) auf die Utah Jazz.

dpa/rt | Stand: 31.07.2020, 07:41

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