Kleber und Schröder - keiner will "nachsitzen"

Dennis Schröder gegen Maxi Kleber

Basketball

Kleber und Schröder - keiner will "nachsitzen"

Von Robin Tillenburg

Drei Spiele müssen die Dallas Mavericks mit Maxi Kleber und Dennis Schröders Los Angeles Lakers in der NBA noch absolvieren, ehe die reguläre Saison vorbei ist. Doch es ist noch längst nicht klar, ob es beide in die Playoffs schaffen.

40 Siege bei 29 Niederlagen haben die Mavericks mit Nationalspieler Maxi Kleber auf dem Konto. 39 Siege bei 30 Niederlagen ist die Bilanz des aktuellen Titelträgers aus Los Angeles, für den Dennis Schröder wegen angeordneter Quarantäne gerade nicht auflaufen kann. Die Mavericks sind Sechster, die Lakers Siebter in der Western Conference.

In früheren Tagen wären damit beide sicher für die Meisterschafts-Endrunde qualifiziert gewesen. Doch seit letztem Jahr gibt es das "Play-In-Tournament", bei dem die Plätze sieben bis zehn jeder Conference die letzten beiden Playoff-Teilnehmer ausspielen. Eine Reform, die vor den Playoffs in der ja doch immer sehr langen Regular Season für mehr Spannung und "wichtige Spiele" sorgen sollte.

Der Siebte empfängt dann den Tabellenachten - der Sieger sichert sich das erste vakante Ticket. Der Verlierer trifft auf den Gewinner der Partie des Neunten gegen den Zehnten und spielt um die letzte Möglichkeit, noch in die Playoffs zu rutschen.

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Es sieht nicht gut aus für die Lakers

Auch die Portland Trail Blazers sind als Fünfter mit 40:29 noch nicht sicher in der Endrunde, haben allerdings sowohl gegen die Mavericks als auch gegen die Lakers im direkten Vergleich die Nase vorn. Wenn die Trail Blazers also nicht noch zwei ihrer drei Spiele verlieren, werden sie definitiv die Endrunde erreichen. Bei einem eher unwahrscheinlichen aber nicht ausgeschlosenen Dreiervergleich wären allerdings die Mavericks als Sieger ihrer Division Fünfter, Portland Sechster und Los Angeles Siebter.

Es riecht also alles danach, dass der Meister nachsitzen muss. Auch wenn der zuletzt verletzte Superstar LeBron James wahrscheinlich für die letzten drei Saisonpartien zurückkehren wird und die Lakers zuletzt zwei Siege in Serie feierten - Dallas und Portland können mit zwei Erfolgen die Playoffs sichern. Verlieren die Lakers noch gegen die Houston Rockets, die Indiana Pacers oder die New Orleans Pelicans - allerdings ein machbares Restprogramm - ist der Zug ohnehin quasi abgefahren.

James und Doncic kritisieren den Modus

So richtige Fans des im letzten Jahr auch aufgrund der Corona-Pandemie eingeführten neuen Modus sind naturgemäß weder die Mavericks noch die Lakers. "Wer sich diesen Sch*** ausgedacht hat, sollte gefeuert werden", hatte James, der das Turnier allerdings auch schon kritisierte, als die Lakers in der Tabelle noch deutlich weiter vorn standen, zuletzt gesagt. Mavericks-Superstar Luka Doncic sieht in dem Turnier eine Abwertung der regulären Saison: "Du spielst 72 Partien, um in die Playoffs zu kommen, dann verlierst du zweimal hintereinander und bist ausgeschieden? Das macht für mich keinen Sinn."

Lebron James gegen Luka Doncic

Lebron James gegen Luka Doncic

Nun könnte man sicherlich davon ausgehen, dass die Lakers, sollten sie denn in die Extra-Runde müssen, doch eine der beiden Partien gewinnen sollten. Schließlich ist L.A. auch aufgrund akuter Verletzungssorgen - wochenlang fehlten James und sein Co-Star Anthony Davis - erst in diese missliche Schieflage geraten und beide Topspieler sollten im Endspurt zum Einsatz kommen können. Doch der 36 Jahre alte James hatte jüngst angesichts seiner nachwirkenden Knöchelprobleme geunkt, "nie wieder bei 100 Prozent" sein zu können. Schröder fehlt zudem aktuell ja auch noch und gegen die New York Knicks verletzte sich auch noch Alex Caruso.

Gefährliche Gegner drohen

Stephen Curry

Ein weiterer Grund, warum sowohl Dallas als auch die Lakers die "Relegation" unbedingt vermeiden wollen: die möglichen Gegner. Die Golden State Warriors (8.) mit einem Stephen Curry in absoluter Galaform und die Memphis Grizzlies (9.), die gerade die Mavericks mit 133:104 aus der Halle schossen, sind beide aktuell in sehr guter Verfassung und feiern Sieg um Sieg. Selbst die San Antonio Spurs, die als Zehnter eher nur Außenseiterchancen haben werden, sind mit ihrem erfahrenen Coach Gregg Popovich gerade in nur einem "Do-or-die-Spiel" kein Gegner, den man sich unbedingt wünschen würde.

Das Play-In-Turnier dürfte sowohl mit den Lakers als auch den ebenfalls mit viel Strahlkraft ausgestatteten Mavericks definitiv die Aufmerksamkeit erfahren, die sich die Liga wünscht. Gerade auch, weil die Warriors mitspielen. Ein Ausscheiden eines der Zugpferde wäre aber vermutlich so gar nicht im Sinne der Verantwortlichen. Schön, dass Sport eben doch nicht so ganz planbar ist.

Stand: 12.05.2021, 10:31

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