Dank LeBron James: Neuer Glanz im "LaLa Land"

LeBron James freut sich nach der Schlussirene über den Gewinn der NBA

NBA-Champion Los Angeles Lakers

Dank LeBron James: Neuer Glanz im "LaLa Land"

Von Heiko Oldörp

Sie sind ein Verein von Weltruf. Doch nach dem Titel 2010 ging es für die Los Angeles Lakers in der nordamerikanischen Baskteball-Profiliga NBA bergab. Zudem fehlte nach dem Karriere-Ende von Kobe Bryant ein Star. Dann kam LeBron James - und mit ihm der Erfolg.

Als der erste Trubel vorbei und LeBron James endlich alleine war, griff er am Sonntagabend (11.10.2020) in Orlando zu seinem Handy. Der Superstar der Los Angeles Lakers wollte nach dem Titelgewinn,  unbedingt etwas loswerden. Er hatte eine wichtige Nachricht für die Fans. "Laker-Nation, ich kann es gar nicht abwarten, zu euch zurückzukommen. Dieser gesamte Weg hier in der Blase wäre ohne eure Kraft und Loyalität nicht möglich gewesen", sagte James, als er die Katakomben entlang ging.

Das gesamte Team hätte sie, die Fans, "so verdammt vermisst", so James weiter. Und man wolle nun "mit euch allen" in L.A. feiern. Allerdings ist das mit den Festivitäten in Zeiten von Corona so eine Sache. Die örtlichen Vorgaben sind strikt - und so hieß es bereits, dass eine Parade erst möglich wäre, wenn die Pandemie überstanden sei. Nun kann freilich niemand vorhersagen, wann dies der Fall sein wird - doch 3.769 Tage, wie seit dem Titelgewinn 2010, wird es garantiert nicht dauern.

Bryant das Alphatier beim Titel 2010

Damals hieß das Alphatier im "LaLa Land" noch Kobe Bryant. Er war 31 Jahre alt und beim 83:79-Sieg im siebten Spiel der Finalserie gegen die Boston Celtics am 17. Juni 2010 der entscheide Akteur gewesen. Vor den Fernseh-Geräten verfolgten 28,2 Millionen Landsleute, wie Bryant ausgerechnet gegen den Erzrivalen mit 23 Zählen die meisten Punkten verbuchte. In den sieben Finalspielen hatte er es sogar auf einen Schnitt von 28,6 Punkte pro Partie gebracht.

Es war Bryants fünfte Meisterschaft - und es sollte, was damals niemand ahnen konnte, seine letzte bleiben. Dabei waren sie in der Stadt der Engel guter Dinge, auch in den Folgejahren um den Titel mitspielen zu können. Doch es begann eine Dekade voller Enttäuschungen, Missverständnisse und Schmerz.

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Große Namen - große Enttäuschungen

Zunächst scheiterte der Titelverteidiger in den Playoffs 2011 an den von Dirk Nowitzki angeführten Dallas Mavericks, die wenig später Meister wurden. Im Dezember des Jahres legte die Liga beim schon festgezurrten Wechsel von Spielmacher Chris Paul aus New Orleans ihr Veto ein. In der Saison 2012/13 kamen mit Steve Nash und Dwight Howard zwei vermeintliche Superstars. Doch Nash wurde durch Verletzungen immer wieder gestoppt - und Howard von seinem eigenen Ego ausgebremst. Noch schlimmer: Bryant riss sich im April 2013 die Achillessehne. Er kam zwar zurück, hatte aber seine Leichtigkeit verloren.

Ohne ihren konstant herausragenden Star gerieten die Lakers in eine nie dagewesene Abwärtsspirale. Von 2013/14 bis zu Bryants Karriere-Ende im Frühjahr 2016 gewannen sie in drei Spielzeiten nur 65 von 246 Spielen. Die stets belächelten L.A. Clippers boten mit Chris Paul, Blake Griffin und DeAndre Jordan in dieser Zeit Basketball-Spektakel und spielten in den Playoffs. Die einst so glorreichen Lakers hingegen verpassten sechs Jahre nacheinander die K.o.-Runde.

Lakers gewinnen Spiel sechs gegen die Heat und holen den Titel Sportschau 12.10.2020 01:00 Min. Verfügbar bis 12.10.2021 Das Erste

James’ Versprechen an die Klubbesitzerin

Ihr Name verblasste trotzdem nicht und hatte immer noch so viel Strahlkraft, dass LeBron James 2018 nach L.A. kam und Klub-Besitzerin Jeanie Buss sogleich versprach: "Ich werde den Verein wieder dort hinbringen, wo er hingehört." Im vergangenen Sommer folgte mit Anthony Davis ein weiterer Superstar. "Die Lakers haben es fertiggebracht, herausragende Spieler zu ködern, wie LeBron und Anthony Davis. Beide haben sich entschieden, nach Los Angeles zu gehen - zu einer der größten Organisationen aller Zeiten", meint der ehemalige NBA-Profi und jetzige TV-Experte Jalen Rose.

Durch ihren 17. Titelgewinn sind die Lakers mit Rekordmeister Boston gleichgezogen. "Ihr habt euer eigenes, inspirierendes Kapitel in einer großen Lakers-Geschichte geschrieben", meinte Jeanie Buss, die sich zugleich an die Fans wandte: "Laker-Nation, wir haben mit dem Tod unseres geliebten Kobe Bryant und seiner Tochter Gianna eine herzzerbrechende Tragödie erlebt. Lasst diese Trophäe eine Erinnerung daran sein, dass wunderbare Dinge passieren können, wenn wir zusammenkommen und aneinander glauben."

Kobes Vermächtnis fortführen

Bryant war am 26. Januar zusammen mit seiner Tochter und sieben weiteren Personen bei einem Hubschrauber-Absturz ums Leben gekommen. James hatte anschließend versprochen, zusammen mit den Lakers-Mitspielern Bryants Vermächtnis fortzuführen - "denn er hätte es so gewollt." Bryant hat seine gesamte NBA-Karriere bei den Lakers verbracht und das gold-violette Trikot des Vereins von 1996 bis 2016 so berühmt gemacht, wie einst Magic Johnson in den Achtzigern.

LeBron James setzt dies nun fort. Es bedeute ihm sehr viel "diesen Verein zu repräsentieren", sagt der 35-Jährige. James ist der Anführer, wie Bryant es immer war. Die Lakers sind sein Team. Und er hat sie, zehn Jahre nach Kobe Bryant, endlich wieder zum Titel geführt.

Stand: 12.10.2020, 11:20

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