Mit Zigarre und Wein: Bayern-Basketballer feiern Pokalsieg

Basketball: Bayern München ist Pokalsieger Sportschau 16.05.2021 08:34 Min. Verfügbar bis 16.05.2022 Das Erste

Finalerfolg gegen Alba

Mit Zigarre und Wein: Bayern-Basketballer feiern Pokalsieg

Gegen Ulm fast schon draußen, nun beide Hände am silbernen Pott: Der FC Bayern München ist zum dritten Mal deutscher Basketball-Pokalsieger. Trainer Andrea Trinchieri freut sich schon auf seine ganz besondere Belohnung.

Bayern-Präsident Herbert Hainer reckte beim "Stern des Südens" die Hände in die Höhe und sang mit wie bei einem Rockkonzert. Die spontane Basketball-Party des neuen Pokalsiegers schien dem Vereinsoberhaupt genauso viel Spaß zu machen wie die jüngsten Erfolge der Münchner Fußballer. "FC Bayern, deutscher Meister", schallte es lautstark aus den Boxen im menschenleeren Audi Dome.

Dritten Pokaltriumph perfekt gemacht

Der Gastgeber besiegte den Rivalen Alba Berlin am Sonntag (16.05.2021) mit 85:79 und machte seinen dritten Pokaltriumph perfekt - nach 1968 und 2018. Nur Berlin und Leverkusen mit jeweils zehn Titeln sowie Bamberg (sechs) gewannen den Pokal häufiger.

Das verleitete auch Erfolgscoach Andrea Trinchieri zu riesiger Freude. "Heute trinke ich keinen Pool, wir stehen vor den Playoffs. Heute gibt es nur eine gute Flasche, vielleicht zwei und eine gute Zigarre", sagte der zufriedene Italiener, nachdem der härteste Widersacher aus der Hauptstadt diesmal besiegt werden konnte. Anfang April hatte er nach einem Euroleague-Sieg noch angekündigt, er werde "einen Pool voller Rotwein leer trinken".

"Supergeil, das Ding zuhause hier zu gewinnen", sagte Nationalspieler Paul Zipser. "Ich hatte persönlich auch eine offene Rechnung, weil wir es hier schon mal verloren haben. Ich finde es extrem geil, dass wir uns mit dem ersten Titel belohnen." Zuvor hatten die Marathon-Männer einen Jubeltanz am Mittelkreis aufgeführt.

Trinchieri: "Wollten diesen Titel unbedingt"

Wie nun gefeiert wird? "Keine Ahnung", sagte Vladimir Lucic, der zum wertvollsten Spieler des Finalwochenendes ausgezeichnet wurde. "Wir können momentan nicht feiern", sagte Geschäftsführer Marko Pesic mit Blick auf die aktuelle Corona-Situation. Trinchieri lobte vor allem den Charakter seiner Spieler: "Wir haben gestern 50 Minuten gespielt. Wir wollten diesen Titel unbedingt."

Berlins Giffey: "Einfach bitter jetzt gerade"

Für die nun beginnenden Playoffs gelten die Münchner, die zum Sieg im Halbfinale gegen ratiopharm Ulm zwei Verlängerungen gebraucht hatten, auch als heißester Titelanwärter. "Wenn jemand mal einen schlechten Tag hat, sind alle hinter einem. Wir sind einfach da, helfen uns und kämpfen bis zum Schluss", lobte Zipser die Teamkollegen. Der enttäuschte Berliner Niels Giffey sagte: "Ich bin gerade erstmal extrem frustriert. Es ist einfach bitter jetzt gerade."

Herausragende Spieler beim Endspielsieg der Münchner waren Zipser (18 Punkte) und Wade Baldwin (13). Aufseiten der Berliner, die den Halbfinal-Marathon des Gegners gegen Ulm nicht ausnutzen konnten, erzielte Jayson Granger (17) die meisten Zähler.

Bayern mit schwachem ersten Viertel

Anders als 2016, als Alba das Pokalendspiel in München mit 67:65 gegen die Bayern gewann, ließen sich die Gastgeber diesmal nicht den Titel in der eigenen Halle nehmen. Und das trotz eines ganz schwachen ersten Viertels, das mit 17:29 verloren ging. Danach drehte Bayern auf, der ehemalige NBA-Profi Zipser übernahm in der Offensive Verantwortung und führte sein Team zu einer knappen Halbzeitführung.

Nach der Pause knüpften die Bayern gegen Alba ans zweite Viertel an und setzten sich ein Stück weit ab. In der Schlussphase blieben die Münchner abgeklärt, vor allem die immer stärkere Defensive war nun für den Titelgewinn ausschlaggebend.

Playoffs ab Mittwoch

Das zweitägige Kräftemessen im Pokal war für die Topteams auch eine Generalprobe für die am Mittwoch (19.05.2021) beginnenden Playoffs. Titelfavorit Bayern und Champion Berlin bekommen es dabei zunächst mit den beiden eher als Außenseitern gehandelten Teams aus Crailsheim und Hamburg zu tun. Neben dem Finalisten-Duo gelten auch die MHP Riesen Ludwigsburg und ratiopharm Ulm zum erweiterten Favoritenkreis.

dpa | Stand: 16.05.2021, 17:59

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