BBL sucht in neuem Modus den Pokalsieger

Albas Luke Sikma (l) kämpft mit Philipp Schwethelm von den EWE Baskets Oldenburg um den Ball

Vor dem eigentlichen Saisonstart

BBL sucht in neuem Modus den Pokalsieger

Die Basketballsaison der Männer startet in Deutschland in diesem Jahr mit dem Pokal als vorweggenommenem "Highlight". Die Vorrundenturniere im neuen Modus beginnen an diesem Wochenende - größtenteils ohne Fans.

Wegen der Coronakrise hatte die Basketball-Bundesliga (BBL) den Modus für den kommenden Pokalwettbewerb verändert. 16 Mannschaften nehmen an vier Regionalturnieren teil, die am 17. Oktober mit dem ersten Spieltag beginnen und dann eine Woche später im Modus "Jeder gegen Jeden" zu Ende gespielt werden.

Pokalfinale Anfang November

Die Sieger stehen sich anschließend in einem "Top Four" in München am ersten Novemberwochenende gegenüber. Die Gastgeber Rasta Vechta, Baskets Bonn, ratiopharm Ulm und MBC Weißenfels waren gesetzt, alle anderen Teilnehmer wurden entsprechend der Nord/Süd-Einteilung frei zugelost. Von den 18 Bundesligisten dürfen Aufsteiger Niners Chemnitz und die Hamburg Towers, Schlusslicht der abgebrochenen vergangenen Hauptrunde, nicht teilnehmen.

Auftaktspiel zwischen Ulm und Bamberg

In der stark eingeschätzten Bonner Gruppe spielen neben den Gastgebern noch Meister und Pokalsieger Alba Berlin, die Baskets Oldenburg und die Löwen Braunschweig. Favoriten sind hier Berlin und Oldenburg.

In der Gruppe mit Rasta Vechta stehen in der auf dem Papier nicht ganz so starken Gruppe noch Frankfurt, die Giessen 46ers und BG Göttingen.

In der Ulmer Gruppe heißt der Favorit Ludwigsburg. Der Vizemeister bekommt es neben Ulm auch noch mit Bamberg und Würzburg zu tun. Das allererste Spiel des Wettbewerbs bestreiten die Gastgeber gegen die Bamberger von Trainer Johan Roijakkers.

Die Bayern wollen wieder Titel

In der Weißenfelser Gruppe ist Bayern München, das als Gastgeber unbedingt ins "Final Four" will, der heißeste Anwärter auf den Gruppensieg. Konkurrenten sind der MBC, die Merlins Crailsheim und medi Bayreuth. Dabei wollen sich die Bayern nach einer sportlich missratenen Saison ohne Trophäe die nationale Vorherrschaft vom Doublesieger Berlin zurückholen. Der Cup spiele eine "große Rolle", betonte Geschäftsführer Marko Pesic: "Der Pokal ist ein Titel, der innerhalb von drei Wochen gewonnen werden kann. Das ist der Mannschaft bewusst."

Vechta doch ohne Fans

Was die Zuschauersituation angeht, musste Rasta Vechta zuletzt die Planungen umstellen. Grund ist die zuletzt in die Höhe geschossene Inzidenzzahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen im betreffenden Landkreis. Noch am Mittwoch hatte Vechta verkündet, dass bei den Partien am kommenden Wochenende zumindest 500 Besucher kommen dürfen.

"Die negative Dynamik des Pandemiegeschehens ist für alle Menschen in der Region und darüber hinaus alles andere als erfreulich. Und auch wenn wir ein sehr gutes Hygienekonzept für unsere geplanten Veranstaltungen haben, so haben wir vollstes Verständnis für die Entscheidung des Landkreises", sagte Klubchef Stefan Niemeyer.

Zuschauer in Weißenfels in Zehnergruppen

Während in Bonn ebenfalls keine Zuschauer zugelassen sind, wird in Weißenfels, wo auch die Ulmer Gruppe ihren ersten Spieltag austrägt, nur noch mit 500 Fans geplant. Ursprünglich sollten 1.250 in die Halle kommen dürfen, jetzt sind nur noch 500 zugelassen, die auch alle ortsansässig sein müssen. In Ulm wird erst am zweiten Gruppenspieltag gespielt.

Durch ein umfassendes Hygienekonzept hatte die BBL als einzige deutsche Liga abseits des Fußballs ihre vergangene Saison unter Quarantäne-Bedingungen ohne Fans in München zu Ende bringen können. Nun steigt beispielsweise für den Mitteldeutschen BC als Gastgeber einer Pokal-Gruppenphase der Sicherheitsaufwand im Vergleich zur Zeit vor Corona um das Sechsfache. Fiebermessen ist Pflicht, in kurzen Abständen stehen Desinfektionsspender bereit. Die Zuschauer sitzen in Zehnergruppen, um die Nachverfolgung zu gewährleisten.

sid/dpa/red | Stand: 16.10.2020, 12:21

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