Hat Chancen, beim Draft der National Football League von einer Mannschaft ausgewählt zu werden: Marcel Dabo.

American Football | NFL Dabo zur NFL: "Wie, ist mir eigentlich komplett egal"

Stand: 28.04.2022 07:02 Uhr

Beim NFL-Draft sichern sich die Teams die Rechte an den besten jungen Football-Spielern. Wegen beeindruckender Leistungen bei Sichtungstagen hat auch der Reutlinger Marcel Dabo eine Chance.

Vielleicht nimmt Marcel Dabo eine kleine Abkürzung in die NFL. Der 22-Jährige aus Reutlingen hat Chancen, beim Draft der National Football League von einer Mannschaft ausgewählt zu werden.

Zur Person:

Dabo hat als Footballer eine bemerkenswerte Entwicklung genommen. Als Austauschschüler an einer High School spielt er zum ersten Mal, in seiner ersten ELF-Saison für die Stuttgart Surge ist er zum besten neuen Verteidiger der Liga gewählt. Der nächste Schritt ist nun der in die NFL.

Er ist jung genug und vielversprechend genug, dass die Teams aus der besten Liga der Welt auf ihn aufmerksam geworden sind. Doch selbst wenn keine der 32 Mannschaften in einer der sechs Runden am Wochenende zuschlägt, bekommt der Verteidiger, der in der vergangenen Saison noch für die Stuttgart Surge in der European League of Football gespielt hat, ziemlich sicher seine Chance auf die NFL. Durch das Förderprogramm für internationale Talente (IPP) darf er mindestens ein Jahr lang zumindest in einem Trainingskader für sich werben.

Dabo im Interview:

In der Nacht zu Freitag beginnt der NFL-Draft und geht dann über drei Tage. Sie haben Chancen, von einem Team ausgewählt zu werden, sind aber zu Hause in Reutlingen - machen Sie die drei Tage durch oder wie ist der Plan fürs Wochenende?

Marcel Dabo: Ich bin da in Kontakt mit meinem Agenten in den USA, der mir dabei hilft und auch den Kontakt zu den Teams hält. Ich höre da komplett auf ihn. Es kann sein, dass ich nur den letzten Tag des Drafts anschaue. Das wird sich diese Woche noch herauskristallisieren und dann werde ich eine Entscheidung treffen und auf jeden Fall auf Abruf sein.

Was würde es Ihnen bedeuten, falls sie gedraftet werden?

Dabo: Ich persönlich denke eher: Hey, ich möchte in die NFL, ich möchte es in die Liga schaffen. Wie, ist mir eigentlich komplett egal. Wenn es mit dem Draft nicht klappt, gibt es ja immer noch das International-Pathway-Player-Program, so wie es ja sowieso geplant war, oder die Möglichkeit als Free Agent zu unterschreiben. Ich möchte das Ticket in die Liga und wenn ich dann in der Liga und im Rookie-Minicamp bin, dann geht's für mich los.

Müssen Sie sich denn manchmal kneifen, überhaupt in dieser Position zu sein?

Dabo: Nee, ehrlich gesagt nicht. Ich weiß schon, was da gerade abgeht. Klar, es ist etwas surreal alles, weil es für mich so schnell ging. Aber ich glaube ich bin ganz gut darin mittlerweile, es nicht größer zu machen, als es ist. Vor allem den Draft, weil gefühlt jeder nur noch vom Draft redet und es gut sein kann, dass ich überhaupt nicht gedraftet werde. Wenn das passiert, ist es überhaupt kein Untergang oder schlechtes Zeichen.

Sollte es nicht klappen mit dem Draft, wie geht es dann weiter in den Wochen danach?

Dabo: Es wird dann relativ zeitnah entschieden, welcher Spieler aus dem IPP zu welchem Team kommt, beziehungsweise welches Team welchen Spieler möchte. In die USA geht es dann auch ziemlich zügig, wahrscheinlich Ende nächster Woche oder in der Woche danach.