Holdener verteidigt Titel in alpiner Kombination

Alpine Ski-WM in Are

Holdener verteidigt Titel in alpiner Kombination

Es war wieder eine Hundertstel-Entscheidung: Die Schweizerin Wendy Holdener siegte in der alpinen Kombination aus Abfahrt und Slalom hauchdünn vor der Slowakin Petra Vlhová und verteidigte damit ihren Titel von St. Moritz 2017. Bronze ging am Freitag (08.02.19) überraschend an eine Speed-Spezialistin.

Bei der letzten Zwischenzeit im abschließenden Slalom lag Holdener, nach der Abfahrt Fünfte, zeitgleich mit der vor ihr gestarten Vlhová. Zwischen den letzten Toren mobilisierte die 25-jährige Schweizerin noch mal alles. Es reichte für die Titelverteidigung - um drei Hundertstel. Eine ähnlich knappe Entscheidung wie beim Super-G der Frauen. "Endlich habe ich zwei gute Läufe zusammengebracht und den Sieg nach Hause geholt. Das ist die richtige Zeit", so Holdener.

Bronze für Mowinckel

Für eine kleine Überraschung sorgte die Speed-Spezialistin Ragnhild Mowinckel. Nach der - verkürzten - Abfahrt war die Norwegerin Dritte. Diesen Platz hielt sie auch im Slalom. Mowinckel war am Ende aber nur um vier Hundertstel schneller als Ramona Siebenhofer. Die Österreicherin hatte nach der Abfahrt geführt - und verpasste am Ende eine Medaille denkbar knapp. Fünfte wurde Roni Remme. Die Kanadierin hatte im Slalom überraschend die Laufbestzeit. Die Slowenin Ilka Stuhec - ebenfalls Speed-Spezialistin und nach der Abfahrt Zweite -, fiel am Ende auf den zehnten Platz zurück.

Pfister einzige DSV-Starterin

Meike Pfister war die einzige deutsche Starterin. Noch 19. nach der Abfahrt fiel die 23-Jährige nach dem Slalom auf den 22. und drittletzten Platz des Gesamtresultats zurück. "Ein bisschen enttäuscht bin ich schon mit meiner Slalom-Performance, ich habe mir nach dem Training mehr vorgestellt. Aber es war ein cooles Rennen", sagte Pfister in der ARD.

Vonn, Suter, Weirather beim Slalom nicht mehr dabei

Corinne Suter aus der Schweiz (4. der Abfahrt), deren Teamkollegin Lara Gut-Behrami (24.), Tina Weirather aus Liechtenstein (13.), die US-Amerikanerin Lindsey Vonn (9.) sowie vier weitere Starterinnen verzichteten auf einen Slalom-Start. Suter, Gut-Behrami, Weirather und Vonn nutzten die Kombi-Abfahrt als Training für die Spezial-Abfahrt am Sonntag (10.02.2019).

Shiffrin verzichtete auf mögliches Gold

Das Interesse hielt sich ohne in Grenzen - auch bei den Athletinnen. Nur 35 Starterinnen nahmen die Kombination in Are in Angriff, unter anderem verzichtete Mikaela Shiffrin, die große Medaillenchancen gehabt hätte. Olympiasiegerin Michelle Gisin aus der Schweiz fehlt verletzt.

Kombi als Auslaufmodell

Die bislang letzte Kombinations-Weltmeisterin aus Deutschland ist Maria Höfl-Riesch (2013). In der Disziplin, bestehend aus Abfahrt und Slalom, gewann sie dreimal Gold, zweimal bei Olympischen Spielen, einmal bei einer WM.

1928 wurde erstmals eine Kombination gefahren, doch seit Jahren wird diese traditionelle Disziplin vom Weltverband FIS als Auslaufmodell behandelt und steht vor dem Aus. Am 13. Februar soll über das Schicksal der Kombination entschieden werden.

Thema in: Sportschau im Ersten, 08.02.2019, 16.15 Uhr

sst/eei | Stand: 08.02.2019, 17:00

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