Trotz Anreise-Chaos: Ferstl im Kreis der Super-G-Favoriten

Josef Ferstl

Ski-WM in Are

Trotz Anreise-Chaos: Ferstl im Kreis der Super-G-Favoriten

Holprige Vorbereitung für den Super-G der Männer bei der alpinen Ski-WM in Are: Nach erheblich verspäteter Ankunft vieler, auch deutscher Athleten in Schweden wurde das erste Abfahrtstraining abgesagt. Beim Super-G am Mittwoch (06.02.19, 12.30 Uhr, ARD) gehört Josef Ferstl trotzdem zum Kreis der Favoriten.

Mit mehr als 24 Stunden Reisezeit und einer Ankunft ohne Gepäck ist die Anreise zur Ski-WM für Josef Ferstl und seine deutschen Teamkollegen gehörig schief gelaufen. Schon mit mehreren Stunden Verspätung wegen heftigen Schneefalls waren Ferstl, Dominik Schwaiger, Manuel Schmid und einige internationale Spitzenfahrer wie Christof Innerhofer aus Südtirol oder Adrien Theaux aus Frankreich am Münchner Flughafen Richtung Schweden abgehoben.

In Stockholm fehlte dann das Gepäck. Weil es keine Taxis gab, konnte das deutsche Team auch nicht in die spontan organisierten Hotels fahren, sondern schaute auf dem Boden liegend den Super Bowl. Gegen 4.00 Uhr am Montagmorgen (04.02.19) ging es dann nach einer weiteren Planänderung mit dem Zug aus der schwedischen Hauptstadt Richtung Östersund und Are. Dort kamen die Sportler um kurz nach 12.00 Uhr an - ohne Klamotten. "Ich bin schon lange dabei, aber sowas habe ich überhaupt noch nicht erlebt", sagte Alpindirektor Wolfgang Maier. Eine frühere Anreise war für die Männer nicht möglich, da der Ski-Weltverband FIS erstmals seit 2011 wieder am Wochenende vor dem WM-Auftakt noch Weltcup-Rennen angesetzt hatte.

Abfahrtstraining abgesagt - Super-G wird nicht verschoben

Das Anreise-Chaos führte zu einer ersten Programmänderung der WM: Das für Dienstag (05.02.19, 10.30 Uhr) angesetzte erste Training für die Männer-Abfahrt wurde abgesagt. Eine Verlegung des Super-G der Männer von Mittwoch auf den rennfreien Donnerstag (07.02.19) lehnte FIS-Renndirektor Markus Waldner jedoch ab.

Ferstl seit Kitzbühel-Sieg im Kreis der Favoriten

Ferstl blieb trotz des Anreise-Chaos entspannt: "Natürlich fehlt uns ein Tag Vorbereitung, natürlich ist das nicht optimal", räumte er ein. Aber: "Wir machen das Beste draus." Seit seinem überraschendem Sieg beim Super-G von Kitzbühel vor eineinhalb Wochen katapultierte sich der 30-Jährige unvermittelt in den erweiterten Kreis der Anwärter auf eine Medaille. "Damit kann ich gut leben, ich habe damit nicht mehr und nicht weniger Druck." Er hat ja außerdem an sich selbst die Erwartung, um einen Platz auf dem Podest mitzufahren. Ein Sieg in Kitzbühel ist freilich längst keine Garantie. Und schon gleich gar nicht für Ferstl, dem es in der Vergangenheit oft an Konstanz fehlte. In der Weltcup-Wertung der Besseren seiner beiden schnellen Disziplinen liegt er gerade mal auf Rang zehn. Außerdem ist Are nicht Kitzbühel, "Are ist ein anderes Gelände, anderer Schnee, andere Kurssetzung", so Ferstl.

Weitere Favoriten: Kriechmayr, Mayer, Paris, Svindal

Zu Ferstls gefährlichsten Konkurrenten gehört Vincent Kriechmayr. Der Österreicher führt die aktuelle Super-G-Wertung an und fühlt sich darüber hinaus offensichtlich in Are sehr wohl, gewann er doch 2018 dort beim Weltcup-Finale. Nur drei Punkte hinter Kriechmayr liegt dessen Teamkollege Matthias Mayer im Super-G-Weltcup auf Rang zwei, weitere drei Punkte dahinter folgt der Italiener Dominik Paris. Hoch motiviert ins Rennen gehen wird zudem Aksel Lund Svindal beim letzten Super-G seiner langen Karriere. Der Norweger hatte kürzlich angekündigt, nach Are aufzuhören. Ein WM-Titel im Super-G fehlt dem 36-jährigen vielfachen Weltmeister noch.

Thema in: Sportschau im Ersten, 06.02.2019, 12.15 Uhr

dpa/sid | Stand: 05.02.2019, 15:50

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