Foss-Solevaag nimmt Platz auf dem Slalom-Thron

Sebastian Foss-Solevaag streckt die Zunge im Ziel heraus

WM-Slalom

Foss-Solevaag nimmt Platz auf dem Slalom-Thron

Sebastian Foss-Solevaag ist neuer Weltmeister im Slalom. Der Norweger setzte sich im Finallauf in Cortina d'Ampezzo gegen den Österreicher Adrian Pertl durch. Linus Straßer musste bereits nach dem ersten Durchgang seine Medaillenträume begraben.

Der letzte Wettbewerb der Alpinen Ski-WM versprach Spannung: Wer wird Nachfolger von Marcel Hirscher? Der Österreicher gewann die vergangenen zwei WM-Slaloms und beendete 2019 seine Karriere.

Sebastian Foss-Solevaag, nach dem ersten Lauf Dritter, erwischte im zweiten Durchgang einen Traumlauf und sicherte sich so den Weltmeister-Titel. Der Norweger gewann bereits Gold im Teamwettbewerb.

Zweiter wurde der Österreicher Adrian Pertl, der etwas überraschend den ersten Durchgang für sich entscheiden konnte (+0,21 Sek.). Bronze ging an Foss-Solevaags Landsmann Henrik Kristoffersen (+0,46 Sek.). Für Norwegen ist es der erste Titel im Slalom seit 1997: Damals gewann Tom Stiansen Gold. "Es ist unglaublich. Es ist ein Traum", sagte ein strahlender Foss-Solevaag.

Straßer mit verkorkstem WM-Rennen

Linus Straßer, die Medaillenhoffnung des DSV, konnte nicht überzeugen. Der Münchner war im ersten Lauf unruhig unterwegs, leistete sich viele Fehler - sein Rückstand im Ziel: 1,71 Sekunden. Das reichte nur für den 23. Platz. Wütend verließ er den Zielbereich. "Ich kann es nicht ändern. Es ist wie es ist", sagte Straßer im ZDF,

An der Startnummer dürfte es nicht gelegen haben. Bei warmen Temperaturen schien Straßers Nummer 15 ein Nachteil zu sein. Doch viele Fahrer mit weitaus höheren Nummern landeten vor dem 28-Jährigen. Und auch im Finale lief es nicht besser für den Münchner: Wieder reihte sich ein Fehler an den anderen. Mit 3,36 Sekunden Rückstand kam er im Ziel an. Immerhin konnte sich Straßer vom 23. auf den 15. Platz verbessern.

Der zweite DSV-Starter, Sebastian Holzmann, fädelte ein und schied aus.

Neben Straßer hatten auch andere der Favoriten Probleme mit dem Hang: Die Österreicher Manuel Feller und Marco Schwarz, Führender im Slalom-Weltcup und Kombinationsweltmeister, schieden im zweiten Durchgang aus.

FIS ändert Reglement

Die FIS hatte vor dem Rennen eine außergewöhnliche Regeländerung beschlossen. Im zweiten Durchgang starteten die besten 15 Fahrer in umgekehrter Reihenfolge und nicht wie normal die besten 30 des ersten Laufes. Wegen der warmen Temperaturen war zu befürchten, dass die Piste für die besten Fahrer nicht halten könnte. Nach den besten 15 gingen dann die restlichen Fahrer beginnend vom 16. des ersten Durchgangs aufwärts ins Rennen.

FIS-Renndirektor Markus Waldner erklärte die Entscheidung: "Ich war gestern beim Damenrennen da, es ist extrem warm. Die Piste leidet darunter. Den ersteb Durchgang wird sie noch überleben. Ein paar Trainer waren anderer Meinung, aber wir haben so entschieden. Man schützt dadurch die Guten ein bisserl. Aber jeder hat die Chance, um in die Top 15 reinzufahren. Es soll nicht einer mit Nummer 30 noch um die Medaillen reinfahren können. So ein Rennen hatten wir zuletzt in Chamonix."

Kostelic mit Wut-Posting

Der ehemalige Ski-Star Ivica Kostelic konnte diese Entscheidung nicht nachvollziehen. Der Kroate äußerte sich in einem Wut-Posting in den sozialen Medien. "Wo seid ihr jetzt, ihr ‘Freiheitskämpfer‘, die sich für Fairness im Sport einsetzen? Warum steht ihr nicht auf und stellt euch gegen die Interessen der Herde“, schreibt der 41-Jährige. "Habt ihr Angst, euch angesichts unbestreitbarer Ungerechtigkeit zu äußern? Ihr, die ihr auf Fairness schwört?" Und weiter: "Wir suchen hier die Champions - gibt es welche unter euch? Stärke zeigt sich in Großmut. Ungerechtigkeit ist der Weg der Schwachen!"

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red/sid/dpa | Stand: 21.02.2021, 14:13

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