Deutsche WM-Bilanz: Silber für Rebensburg, ansonsten oft nah dran

Viktoria Rebensburg mit Silbermedaille

Alpine Ski-WM in Are

Deutsche WM-Bilanz: Silber für Rebensburg, ansonsten oft nah dran

Gold gab es bei der Ski-WM in Are 2019 für den Deutschen Skiverband (DSV) nicht zu feiern. Zwei Medaillen waren das Ziel, ein Mal Silber durch Viktoria Rebensburg das Ergebnis. "Wir waren in vielen Disziplinen nah dran", sagt Sportdirektor Wolfgang Maier. Felix Neureuther äußerte sich dagegen kritisch.

Mit dem Silber von Rebensburg (Kreuth) kann Damen-Cheftrainer Jürgen Graller zumindest die erhoffte Frauen-Medaille vorweisen. Damit "haben wir unser Minimalziel erreicht", sagte Maier und betonte: "Wenn man die Umstände und unsere Möglichkeiten betrachtet, haben wir uns sehr ordentlich präsentiert. Wir waren in vielen Disziplinen nah dran oder bei den Besten der Welt und haben ganz ordentliche Ergebnisse eingefahren."

Leistung besser als gedacht

Mit vierten Plätzen im Super-G der Frauen, als Rebensburg um 0,02 Sekunden Bronze und um 0,07 Sekunden Gold verfehlte, sowie im Team-Event verpassten die DSV-Athleten weitere Medaillen nur denkbar knapp. Josef Ferstl (Hammer) belegte im Super-G der Männer ebenfalls nur knapp geschlagen Rang sechs. "Das war auf jeden Fall weitaus besser, als man vielleicht am Anfang gemeint hat", sagte Maier über eine deutsche Mannschaft, die auf den verletzten Thomas Dreßen und damit auf eine große Medaillenhoffnung verzichten musste.

Perspektiven und Potenzial vorhanden

"Das einzige Rennen, wo wir wirklich daneben gelegen sind, war die Herrenabfahrt", ergänzte Maier, zugleich aber betonte er, dass er bei den Alpinen bessere Perspektiven sehe als nach der WM 2017 in St. Moritz: "Ich gehe jetzt mit einem wesentlich besseren Gefühl da raus. Es wird für uns in der Zukunft sicher nicht leichter, Medaillen zu gewinnen, aber vom Potenzial her werden wir die ein oder andere Chance dazubekommen. Es muss einem jetzt nicht angst und bange werden, dass wir verschwinden."

Neureuther meldet sich mit Kritik

Kritisch äußerte sich dagegen Dauerhoffnungsträger Felix Neureuther zu den Leistungen seiner Teamkollegen mit Ausnahme von Dominik Stehle und Stefan Luitz. Es dürfe nicht sein, dass "es immer nur von einer Person abhängig ist, ob man Erfolg hat oder nicht. Da muss sich jeder an seine eigene Nase greifen und dann versuchen, etwas zu ändern. Es müssen schon ein paar Dinge auch geändert werden." Konkreter wollte er bei seiner Kritik nach seinem Aus beim Slalom nicht werden. Nicht gemeint seien die Trainer: "Hinter unseren Trainern stehe ich wie noch was." Ob er weitermacht, ließ Neureuther offen.

Neureuther - "Entweder ganz oder gar nicht" Sportschau 17.02.2019 02:07 Min. Verfügbar bis 17.02.2020 Das Erste

Graller zieht positive Bilanz: "Keine war eine WM-Touristin"

Damencoach Graller zog nach seiner leichten Enttäuschung über das Resultat im abschließenden Slalom eine positive Bilanz. "Ich glaube, dass wir uns gut präsentiert haben", sagte der Österreicher und lobte vor allem die Einstellung seiner Mannschaft: "Keine hat ein Ergebnis nur runtergebracht oder war eine WM-Touristin." Ein besseres Abschneiden verhinderte der Ausfall von Christina Geiger (Oberstdorf) im Slalom - beste Deutsche war Lena Dürr (Germering) auf Rang elf. "Es ist einfach wirklich schade, das war eine Riesenchance. Es wäre ein sechster Platz möglich gewesen, mit sechs und zwölf hätten wir den Reißverschluss zugemacht und gesagt, das war eine coole Vorstellung", so Graller, der das zweite Jahr für die deutschen Frauen verantwortlich ist. "Wir wissen, dass wir noch sehr viel Arbeit vor uns haben, aber ich glaube, wir haben in allen Disziplinen gezeigt, dass wir einen Schritt gemacht haben."

Stand: 17.02.2019, 16:57

Darstellung: