Norwegisches Abfahrtsmärchen - Jansrud vor Svindal

Alpine Ski-WM in Are

Norwegisches Abfahrtsmärchen - Jansrud vor Svindal

Alpine Weltmeisterschaften schreiben manchmal ganz besondere Geschichten: Kjetil Jansrud holt sich mit gebrochener Hand den Abfahrtstitel. Dabei schlägt der Norweger seinen Teamkollegen Aksel Lund Svindal bei dessen letztem Rennen um zwei Hundertstel.

Schneefall, Wind, Nebel, schlechte Sicht auf der Areskutan-Piste: Das Wetter wirbelte in Are auch das Programm der WM-Abfahrt der Männer durcheinander. Ursprünglich sollte das Rennen um 12.30 Uhr starten. Schnell war klar, dass es nicht über die volle Distanz von 3.122 Metern zu absolvieren war. Man entschied sich für eine um gut ein Drittel verkürzte Strecke und eine Verschiebung des Starts auf 13.30 Uhr - obwohl das Wetter eher noch schlechter wurde.

Norwegisches "Lazarett" düpiert Konkurrenz

Zum denkwürdigen Rennen: Jansrud ging als Fünfter an den Start, ließ sich von den äußeren Bedingungen nicht beeindrucken. Im Gegensatz zum WM-Super-G zeigte der 33-Jährige eine aggressive Vorstellung, am Ende mit einer Zeit von 1:19,98 Minuten. Dabei hatte sich Jansrud im Januar in Kitzbühel zwei Finger gebrochen und fuhr mit bandagierter Hand.

Aber auch Svindal startete mit Handicap, fährt schon die gesamte Saison mit großen Schmerzen in den Knien. Die vergaß der 36-jährige mehrfache Olympiasieger und Weltmeister beim letzten Rennen seiner langen Karriere. Alle Zwischenzeiten deuteten darauf hin, dass es knapp werden würde zwischen ihm und Jansrud. Tatsächlich fehlten Svindal im Ziel nur zwei Hundertstel.

Svindal schon vor zwölf Jahren Doppelweltmeister in Are

Aksel Lund Svindal

Aksel Lund Svindal nach seinem letzten Rennen

Die beiden norwegischen Buddies strahlten während des Rests des Rennens aus der Leader's Box um die Wette. Was für ein toller Karriere-Abschluss für Svindal, der seine ersten beiden WM-Goldmedaillen (Abfahrt und Riesenslalom) 2007 ausgerechnet in Are geholt hatte! "Alles ist perfekt. So viele Norweger! Wir haben eine gute Show gemacht für die Zuschauer", sagte Svindal in der ARD.

Von den Topfavoriten holt nur Kriechmayr eine Medaille

Dritter - mit einem Rückstand von 33 Hundertstel auf Jansrud - wurde Vincent Kriechmayr. Der Österreicher war - wie Super-G-Sieger Dominik Paris - als Topfavorit gehandelt worden. Der Italiener kam diesmal auf Rang sechs. Titelverteidiger Beat Feuz aus der Schweiz verpasste als Vierter um elf Hundertstel eine Medaille. Direkt hinter ihm landete der Österreicher Matthias Mayer.

Deutsche abgeschlagen

Der angeschlagene Josef Ferstl - im Super-G noch guter Sechster - erwischte keinen guten Tag und landete nicht einmal in den Top 20. "Ich will kein schlechter Verlierer sein, aber es war heute nicht ganz fair. Mal schneite es mehr, mal weniger", sagte ein enttäuschter Ferstl in der ARD. Ebenso erging es Manuel Schmid und Dominik Schwaiger. Der wurde am Ende bester Deutscher und sagte: "Es waren nicht die Leistungen, die wir im Training gezeigt haben (...) Ich war überrascht, dass das Rennen gefahren wurde."

Thema in: Sportschau im Ersten, 09.02.2019, 12.30 Uhr

eei | Stand: 09.02.2019, 14:30

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