Schwarz wird Weltmeister - Jocher überrascht die Elite

Simon Jocher freut sich im Ziel

Alpine Ski-WM

Schwarz wird Weltmeister - Jocher überrascht die Elite

Von Thomas Purschke

Bei der Ski-WM in Cortina d'Ampezzo ließ Marco Schwarz die rot-weiß-rote Skination wieder jubeln. Der 25-jährige Österreicher schnappte sich vor Topfavorit Alexis Pinturault Gold. Die Überraschung gelang aber DSV-Speedspezialist Simon Jocher.

WM-Gold holte sich in der Kombination der Österreicher Marco Schwarz (2:05,86), der sich im finalen Slalom gegen den Topfavoriten Alexis Pinturault (+0,04 Sek.) durchsetzte. "Mit dem Alexis ist es schon sehr knapp geworden. Ich bin super happy, im ersten Wettbewerb schon eine Medaille", freute sich der Sieger über Goldmedaille Nummer drei für die ÖSV-Skiherren. Bronze ging bei der Weltmeisterschaft in Cortina d'Ampezzo an den Schweizer Loic Meillard (+1,12).

Jocher überrascht die Konkurrenz

Für eine Riesenüberraschung sorgte aber Simon Jocher. Der einzige deutsche Starter hatte sich mit einer starken Fahrt im Super-G auf Rang neun geschoben. Nur 0,36 Sekunden fehlten ihm vor dem Slalom auf das Podest. "Simon hör zu, Vollgas geben, keine Gnade", habe ihm Teamkollege Romed Baumann mit auf den Weg gegeben, erklärte der 24-Jährige nach dem Speedrennen.

Simon Jocher im Interview Sportschau 15.02.2021 01:46 Min. Verfügbar bis 15.02.2022 Das Erste

Auch im Slalom zeigte Jocher (+2,46) wenig Respekt und einen starken Ritt durch die Stangen. Nur vier Trainingstage habe er in der Vorbereitung im Slalom gehabt. "Ich bin zwar schon mal besser Slalom gefahren, aber es war sehr anspruchsvoll. Ich bin sehr happy", strahlte er im Ziel. Immerhin war es am Ende ein herausragender fünfter Platz.

"Der kann richtig gut Skifahren", lobte Sportschau-Experte Felix Neureuther. Für einen Abfahrer waren da "ein paar richtig coole Schwünge dabei."

Alpine Ski-Kombination - Das Finale der Männer in voller Länge Sportschau 15.02.2021 33:45 Min. Verfügbar bis 15.02.2022 Das Erste

Pinturault im Super-G knapp geschlagen

Titelverteidiger Alexis Pinturault hatte mit Startnummer fünf in 1:20,03 Minuten eine klare Ansage an die Konkurrenz gemacht. "Der hat keinen einzigen Fehler gemacht.", schwärmte Neureuther über die perfekte Fahrt des Franzosen. Der Edel-Techniker konnte im Super-G schon Bronze feiern. Nach seiner gefühlvollen Fahrt war Gold zum Greifen nah.

Super-G der WM-Kombination der Männer - das komplette Rennen Sportschau 15.02.2021 44:50 Min. Verfügbar bis 15.02.2022 Das Erste

Schneller war nur der Kanadier James Crawford, der ihm mit Startnummer 32 noch die Bestzeit um acht Hunderstel abluchste.

Doppel-Weltmeister Kriechmayr Dritter im Super-G

Doppel-Weltmeister Vincent Kriechmayr und Matthias Mayer hofften als starke Super-G-Fahrer auf ihre Chance. Um gegen Pinturault im Slalom mitzuhalten, müssten sie allerdings mindestens eine Sekunde Vorsprung herausfahren, erklärte Neureuther. Kriechmayr war 0,22 Sekunden, Mayer 0,24 Sekunden langsamer als Pinturault unterwegs. "Da muss ein kleines Wunder passieren", so Neureuther.

Der Männer fuhren auf der gleichen Strecke wie zuvor die Frauen. "Wenig Gleitpassagen, Kurve auf Kurve", das sei schwierig für die Speedspezialisten, erklärte Neureuther." Der Super-G ist zu einfach."

Schwarz vor Meillard auf Medaillenkurs

Als größter Konkurrent brachte sich aber Marco Schwarz hinter seinen österreichischen Teamkollegen in Position. Seine 0,32 Sekunden Rückstand auf den Franzosen versprachen ein enges Finale. "Gegen einen Marco Schwarz, da musst du alles riskieren", sagt Neureuther mit Blick auf den knappen Vorsprung von Pinturault.

Als Mitfavorit auf eine Medaille zählte auch Loic Meillard (6.), der eine ordentliche Fahrt ins Ziel brachte. Der Schweizer ging mit 0,35 Sekunden Rückstand auf den Topfavoriten in den Slalom. Nicht zu unterschätzen war zudem der Schweizer Luca Aerni. Der Kombinations-Weltmeister von St. Moritz 2017, machte als Siebtschnellster ebenfalls eine Kampfansage.

Schwarz greift auf eisiger Piste an

Die Entscheidung fiel, wie bei der Kombination üblich, auf einem leichten Hang. Allerdings erwartete die Fahrer eine super eisige Piste. Die Slalomspezialisten waren dabei scheinbar im Vorteil.

Crawford musste das Rennen eröffnen und überraschte nach dem starken Auftritt im Super-G auch im Slalom. Doch Pinturault pulverisierte die Zeit des Kanadiers umgehend. 2:05,90 Minuten die Vorgabe für die Konkurrenz. Kriechmayr schied wie Mayer schnell aus. Mitfavorit Schwarz war deutlich besser unterwegs. Der Österreicher attackierte und knackte im Schlusspurt die Bestzeit. Vier Hundertstel nahm er dem Franzosen ab. Meillard riskierte dagegen zuviel und lag 1,12 Sekunden hinter Schwarz auf Rang drei. Die Podestplätze waren vergeben.

Stand: 15.02.2021, 15:49

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