Sprüche, Rekorde, Überraschungen und Tragik

Sprüche, Rekorde, Überraschungen und Tragik

Grandiose Sieger, schmerzhafte Niederlagen, Show und Spektakel auch abseits der Pisten - die alpine Ski-WM 2019 im schwedischen Are bot beste Unterhaltung und viel Gesprächsstoff - ein A-bis-Z-Rückblick in Bildern.

Aksel Lund Svindal

A wie Aksel Lund Svindal - eine Legende tritt ab

14 Jahre nach seiner ersten WM-Medaille - Silber in Bormio 2005 - verabschiedete sich der Norweger Aksel Lund Svindal mit Platz zwei in der Abfahrt von der großen WM-Bühne. "Ich bedaure nichts", sagte er anschließend, ohne Drama, ohne Tränen, ohne Wehmut: "Alles hat seine Zeit", sagte er übers Karrierende. Der 36-Jährige geht als Doppel-Olympiasieger, fünfmaliger Weltmeister und mit 26 Weltcupsiegen.

A wie Aksel Lund Svindal - eine Legende tritt ab

14 Jahre nach seiner ersten WM-Medaille - Silber in Bormio 2005 - verabschiedete sich der Norweger Aksel Lund Svindal mit Platz zwei in der Abfahrt von der großen WM-Bühne. "Ich bedaure nichts", sagte er anschließend, ohne Drama, ohne Tränen, ohne Wehmut: "Alles hat seine Zeit", sagte er übers Karrierende. Der 36-Jährige geht als Doppel-Olympiasieger, fünfmaliger Weltmeister und mit 26 Weltcupsiegen.

B wie Bode Miller - der Prophet des Untergangs

Da hatte aber jemand mal schlechte Laune: US-Boy Bode Miller war als TV-Experte in Are im Einsatz. So richtig anfreunden mag er sich mit seinem einstigen Sport aber nicht mehr. Im ARD-Interview präsentierte sich Miller als Prophet des Untergangs: "Vielleicht gibt es bald keinen Ski-Weltcup mehr", sagte er. Den Fahrern fehle die Kreativität, es gebe keine Ausnahmeathleten wie Luc Alphand und Hermann Maier mehr. Und überhaupt: "Der Weltcup hat sich seit langer Zeit nicht weiterentwickelt." Ob er denn Ideen habe, was man verbessern könne? Klar, nickte Bode, er habe da einige Vorschläge. Man müsse ihn nur ordentlich bezahlen.

C wie Cortina d'Ampezzo - der WM-Gastgeber 2021

Nach der WM ist vor der WM: In zwei Jahren wird ist Cortina d'Ampezzo in Venetien Austragungsort. Der Olympia-Gastgeber von 1956 richtet zum vierten Mal eine WM aus. 1932 war Cortina Gastgeber der 2. Ski-Weltmeisterschaften, die Titelkämpfe in Cortina 1941 zählen nur inoffiziell (im Bild die damaligen Siegerinnen Christl Cranz (links, Abfahrt und Kombi) und Cellini Seghi (Slalom)), 1956 waren die Olympiarennen gleichzeitig auch WM-Rennen. Die Italiener hatten sich zuletzt vier Mal erfolglos beworben und dürfen sich dafür aber gleich auf eine Premiere freuen: Erstmals werden auch WM-Medaillen im Parallelslalom vergeben (siehe auch "R wie Reformen").

D wie Dominik Paris - Maurer, Almhirte, Weltmeister

Die Geschichte von Super-G-Weltmeister Dominik Paris ist wohl eine der außergewöhnlichsten und gleichzeitig unbekanntesten. Zwei Jahre lang arbeitete der Südtrioler als Aushilfsmaurer, die Familie brauchte Geld. Zeit fürs Training war wenig - und dann war Paris einer, der das Feiern einer anstrengenden Einheit auf dem Berg vorzog. Dann der radikale Schnitt: Paris ging für 100 Tage auf eine Alm an der Grenze zwischen Italien und der Schweiz. Als Hirte. "Das war für mich der Wendepunkt in meinem Leben", sagt er heute: "Ich habe dort gelernt, wie wichtig es ist, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und dass es keinen Ersatz für harte Arbeit gibt." Er fasst den Plan, Skirennfahrer zu werden. Elf Jahre später ist er erstmals Weltmeister.

E wie Einfädler - der Sekundenjubel des deutschen Teams

Kann ein WM-Rennen aus deutscher Sicht bitterer enden? Im Teamevent fuhr Deutschland furios, bezwang Großbritannien und Frankreich, verlor nur wegen der schlechteren Gesamtzeit gegen die Schweiz und traf im Rennen um Platz drei auf Italien. Linus Straßer vom TSV 1860 München holte den vermeintlich entscheidenden Punkt gegen Alex Vinatzer, das Team des Deutschen Skiverbands (DSV) jubelte schon über Bronze, die erste Medaille bei dieser WM. Dann schlug die Jury unerbittlich zu: In der Zeitlupe war deutlich zu sehen, dass Straßer eingefädelt hatte. Punkt für Italien und damit auch Bronze. Und für Straßer & Co. nur die Erkenntnis, "dass sich Vierter ziemlich kacke anfühlt." Und nur wenige Meter entfernt feierte Italien Platz drei.

F wie Felix Neureuther - im letzten WM-Rennen disqualifziert

Seit eineinhalb Jahrzehnten leidet die deutsche Skination mit Felix Nereuther. Mit dem gereiften Hallodri aus Garmisch-Partenkichen mit dem Herz auf der Zunge kann man herrlich feiern und bitter leiden. Bei der WM in Are waren leider wieder schmerzhafte Momente angesagt. Neureuther, schon seit Jahren immer wieder von seinem Körper gequält, meldete sich zwar rechtzeitig zum Slalom fit. Dort unterlief ihm allerdings im zweiten Durchgang ein Einfädler. Ob sich Neureuther so von der großen Skibühne verabschieden will? Im letzten WM-Rennen nicht in der Wertung? Neureuther betonte, dass er trotz des Einfädlers noch Spaß am Skifahren habe und erst am Saisonende über die Zukunft entscheiden will. Deutschlands Alpindirektor Wolfgang Maier hielt in Are dagegen fast schon eine Abschiedsrede: "Ein Sportler wie der Felix ist schon etwas Besonderes ... Er war immer da, wenn wir ihn gebraucht haben, er war der Schutzschild über Jahre hinweg für viele, viele andere, die ohne ihn wahrscheinlich nie so eine unberührte Entwicklung hätten nehmen können, wie sie es konnten. So einer fehlt definitiv."

G wie Gian Franco Kasper - ein Präsident wie einst Sepp Blatter

Gian Franco Kasper, seit gefühlten Ewigkeiten Präsident des Internationalen Skiverbands FIS, davor genauso lange Generalsekretär, erinnert immer mehr an seinen Landsmann Sepp Blatter, einst Chef des Weltfußballverbands FIFA. Der Schweizer sorgte mit einem Interview mit dem "Tages-Anzeiger" am Rande der WM für Wirbel. Setzt sich Kasper für WM in Dikaturen ein? Leugnet er den Klimawandel? In einem ARD-Interview dementierte Kasper, er sei falsch zitiert worden. Die Zeitung reagierte prompt und veröffentlichte die Originalaufnahmen des Interviews. Was Kasper tatsächlich gesagt hat, war am Ende fast nebensächlich. Gewählt ist Kasper bis 2022, er könne sich auch einen früheren Abgang schon 2020 vorstellen, sagte er einmal. Oder er lässt sich 2022 dann doch noch einmal wählen.

H wie Hans Majestät Konung Carl XVI. Gustaf - königliche Fettnäpfchen in Are

Schwedens König Carl XVI. Gustaf gilt als Sportfreund, aktiv und passiv. Logisch, dass er mit großen Teilen der schwedischen Familie auch bei der WM in Are vorbeischaute - und dummerweise nicht ungeschoren an allen TV-Mikrofonen vorbeikam. Mit Aussagen zum Wasalauf, einem traditonellen Langlaufrennen über 90 Kilometer, das seit 1922 ausgetragen wird, erwischte der König ein doch schon recht wuchtiges Fettnäpfchen im langlaufverrückten Schweden. Im nationalen Fernsehen sagte der 72-Jährige: "Eigentlich ist das doch todlangweilig, der Wasalauf ist das Langweiligste, was es gibt. Es passiert nichts. Sie laufen und laufen und laufen, nur auf den letzten Kilometern geben sie ein bisschen Gas." Das Rennen Anfang März soll an die historische Flucht von Gustav I. Wasa auf Skiern vor den Soldaten des dänischen Königs Christian II. im Jahr 1521 erinnern. Im vergangenen Jahr nahmen 65.000 Läufer teil. Auch der König selbst bewältigte den Lauf bereits drei Mal erfolgreich.

I wie Ingemar Stenmark - eine Legende gibt sich die Ehre

Es gibt Menschen, die betreten einen Raum und ziehen alle Aufmerksamkeit auf sich. Selbst wenn sie schweigen und ihnen die Blicke sogar unangenehm erscheinen. Ingemar Stenmark ist so einer. Der stille Schwede, der schon zu seiner aktiven Zeit, meist wortkarg und gelassen unterwegs war, stand natürlich auch in Are im Mittelpunkt. Egal, wo er erschien: Stenmarks Aura faszinierte jeden. Noch immer ist der 86-malige Weltcupsieger so drahtig wie früher, nur der Rücken spielt nicht mehr so mit. "Ich fahre kaum noch Ski", erklärte er in Are, trat aber trotzdem zum Legendenrennen an - weil ihn sein Landsmann Thomas Fogdö darum gebeten hatte. Ansonsten? "Wäre ich nicht angetreten, ich kann zu ihm nicht nein sagen", erklärte Stenmark. Und wäre vermutlich zum Angeln, Langlaufen oder Nachdenken gegangen. Es gibt Legenden, die ganz ohne Öffentlichkeit glücklich sein können.

J wie Johan Clarey - der neue Altersrekordhalter

38 Jahre und 29 Tage - der Super-G-Zweite Johan Clarey aus Frankreich ist der älteste Medaillengewinner bei einer alpinen Ski-WM. Er löste den Schweden Patrik Järbyn ab, der 2007, ebenfalls in Are, mit 37 Jahren und 308 Tagen, Silber im Teamwettbewerb gewonnen hatte. Für Clarey, der in seiner Karriere zuvor nur fünf Mal auf einem Weltcuppodest gestanden hatte, ist es die erste WM-Medaille. Auch die letzte? Von einem Karriereende hat Clarey noch nicht gesprochen.

K wie Kjetil Jansrud - Weltmeister mit Handbruch

Kaum zu glauben: Seit 2003 fährt der Norweger Kjetil Jansrud schon im Weltcup. Bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen sammelte er munter Medaillen. Doch es dauerte bis Are 2019, bis er sich erstmals auch Weltmeister nennen durfte. Und das mit einer Verletzung, mit der manche Athleten wohl nicht einmal angetreten wären. Beim Abfahrtstraining in Kitzbühel Ende Januar hatte sich Jansrud zwei Brüche in der linken Hand zugezogen, musste operiert werden. In Are ging er mit Tape und teilweise angeklebtem Stock an den Start - und belohnte sich mit seinem ersten WM-Titel.

L wie Lindsey Vonn - Abschied ohne Tränen

Zwischen schrill und seriös: Die US-Amerikanerin Lindsey Vonn verdeutlichte an den Tagen von Are, wieso sie im Skizirkus fehlen wird. So schillernd, so schräg, so polarisierend ist kaum eine Läuferin. Erst ein spektakulärer Sturz im Super-G, zur Startnummernvergabe der Abfahrt kam sie mit Schoßhund Lucy, bei einer Pressekonferenz schaltete sie ihren Freund live per Handy dazu und lieferte allerlei Schlüpfriges. Als sie dann im letzten Rennen ihrer Karriere auch noch zu WM-Bronze fuhr, war die Lindsey-Show perfekt - die dann sogar ganz ohne Tränen zu Ende ging. "Ich kann nicht mehr weinen", sagte sie: "Ich will weinen, aber alles ist trocken." Die Speed- und Drama-Queen geht - ganz ohne Drama.

M wie Marcel Hirscher - eine ganze Nation leidet

"Hilfe, Hirscher hat Halsweh!" Oder auch: "Verkühlung! Hirscher lässt Österreichs Ski-Fans zittern" - Österreichs Presse geriet kurz vor dem Riesenslalom der Herren in Schnappatmung. Marcel Hirscher, Österreichs größter Skiheld der Gegenwart, hatte sich erkältet. Eine geplante Pressekonferenz wurde abgesagt, die vermeintlich als sicher eingeplanten Goldmedaillen gerieten plötzlich in Gefahr. Im Riesenslalom verpasste Hirscher Gold. "Ich kann halt auch nicht immer einspringen und die ganze Ski-Nation retten", wurde Hirscher, der mit viel Schlaf und Hühnersuppe gerade so fit geworden war, zitiert. Am Ende rettete er Österreich dann doch: Im Slalom zelebrierte er eine Stangen-Gala und gewann souverän - es war die einzige Goldmedaille der erfolgsverwöhnten Österreicher bei dieser WM (siehe auch "O wie Österreich").

N wie Norwegen - die Nummer eins im Medaillenspiegel

Norwegen im Freudentaumel - nach zwei Alpin-Weltmeisterschaften ohne Medaille stehen die Skandinavier nach der WM 2019 sogar auf Platz eins im Medaillenspiegel, gemeinsam mit der Schweiz. Ob's an der überragenden Unterstützung der zahlreichen Fans lag? Selbst wenn die Haupttribüne einmal nicht voll war (siehe auch "Z - wie Zuschauer"): Norwegische Fahnen waren immer zu sehen, norwegischer Jubel fast immer zu hören. Euphorisch, wenn norwegische Helden wie Kjetil Jansrud oder Aksel Lund Svindal zu Medaillen fuhren. Ekstatisch, wenn sich Legenden wie Lindsey Vonn verabschiedeten. Oder auch einfach nur freundlich-fair - bei jeder Läuferin, bei jedem Läufer. Norwegen und seine Fans - ein Highlight der WM in Are.

O wie Österreich - eine Skination in der Gefühls-Achterbahn

Ein Rennen kann eine fast verkorkste WM doch noch retten. Etwas zumindest, wenn man auf die rot-weiß-rote Glücksseeligkeit nach dem Herren-Slalom schaut. Gold, Silber und Bronze durch Hirscher, Matt, Schwarz - das letzte Rennen katapultierte Österreich noch von Platz acht auf den vierten Rang im Medaillenspiegel. Ohne den Slalomsieg hätte der Alpenrepublik die erste WM ohne Gold seit 1987 gedroht. Und doch dürfte beim Österreichischen Skiverband etwas Enttäuschung mitschwingen. Denn die drei Slalom-Medaillen bei den Herren kaschieren, dass sich die gefühlt unantastbare Skination Nummer eins bei dieser WM mehr erhofft hätte. Bei den Damen gab's erstmals seit 1982 keine einzige Medaille für Österreichs Skiteam, dass vor allem in den Speeddisziplinen zu den Topfavoriten zählte.

P wie Petra Vlhová - erstmals WM-Gold für die Slowakei

Rund fünfeinhalb Millionen Einwohner hat die Slowakei. Spätestens seit dieser WM dürften alle den Namen Petra Vlhová kennen. Die 23-Jährige sorgte schon mit Kombi-Silber in St. Moritz vor zwei Jahren für ein Novum: Es war die erste Einzelmedaille für das kleine Land bei einer WM. In Are setzte sie noch einen drauf und gewann das erste Gold für die Slowakei bei einer alpinen Ski-WM überhaupt (von Juniorentiteln einmal abgesehen). "Sogar die heimlichsten Träume können erfüllt werden", schrieb sie danach in den sozialen Netzwerken.

R wie Reformen - die WM wird größer

Mitunter kann der Weltskiverband FIS überraschen. Was wurde in der ersten WM-Woche das drohende Aus der alpinen Kombination beklagt. Die Schweizerin Wendy Holdener und der Franzose Alexis Pinturault - die vielleicht letzten Weltmeister in der ältesten, aber irgendwie nicht mehr zeitgemäßen alpinen Disziplin? Und dann das: Das FIS-Council folgte der Empfehlung des Exekutivkomitees nicht, die Kombination bleibt zumindest 2021 noch im WM-Programm. Mehr noch: Der Parallel-Slalom wird ins Programm aufgenommen, in Cortina d'Ampezzo in zwei Jahren werden also 13 statt bisher elf Goldmedaillen vergeben. Und über die Zukunft der Kombination wird dann sicher auch wieder diskutiert.

S wie Showdown der Superstars - Shiffrin vs. Holdener

Die Schweizerin Wendy Holdener war auf dem besten Weg, die WM in Are als erfolgreichste Athletin zu beenden. Gold in der Kombination, Gold im Teamevent, im Slalom nach dem ersten Lauf auf Platz eins. Doch dann verpasste sie schon kurz nach dem Start im zweiten Durchgang eine Stange und musste zurücksteigen - der Weg war frei für Mikaela Shiffrin, die zum vierten Mal in Folge bei einer WM Slalom-Gold gewann. Zuvor hatte Shiffrin schon Gold im Super-G gewonnen, dazu Bronze im Riesenslalom - mit drei Medaillen im Gepäck verlässt sie Are als erfolgreichste Starterin der WM 2019 und einem historischen Rekord: vier Mal Weltmeisterin in einer Disziplin in Folge - das gab's noch nie.

T wie Tragik - das deutsche Team und eine WM (fast) zum Vergessen

Die WM in Are war für das Team des Deutschen Skiverbands (DSV) ein Spiegelbild der bisherigen Weltcupsaison: Knapp verpasste Podestplätze wie im Super-G der Damen durch Viktoria Rebensburg oder im Teamevent. Starke Einzelauftritte wie der von Josef Ferstl im Super-G der Herren. Daneben Enttäuschungen von jungen (Speedfahrerin Kira Weidle) und routinierten (Felix Neureuther im Slalom) Hoffnungsträgern in ihren WM-Spezialdisziplinen. Und zu allem Überfluss blieb das Verletzungspech der Saison auch bei der WM (Stefan Luitz im Riesenslalom) ein treuer Begleiter. Die WM-Bilanz? Zwei Medaillen waren der Wunsch, immerhin eine gab's durch Viktoria Rebensburg im Riesenslalom. Das arg gebeutelte deutsche Team kann sich trotz Pech und Pannen ordentlich aus Are verabschieden.

U wie ungewisse Zukunft - wer sind die Stars von morgen?

Mit Lindsey Vonn und Aksel Lund Svindal verliert der Skisport zwei Ausnahmeathleten. Wer sind die Stars von morgen? Die US-Amerikanerin Mikale Shiffrin, die erfolgreichste Athletin der WM von Are, auf jeden Fall. Shiffrin ist erst 23 Jahre alt und hat bereit drei olympische und sieben WM-Medaillen gewonnen. Dazu 56 Weltcupsiege - wenn irgendwann der Rekord von Ingemar Stenmark (86 Siege) geknackt wird, dann wohl von ihr. Aber sonst? Wendy Holdener? Vielleicht. Marcel Hirscher? Wird er bis ins hohe Alter fahren? Sofia Goggia? Die Italienerin wurde zumindest von Lindsey Vonn auserkoren, dass sie ein charismatischer Star der kommenden Jahre sein könnte. Aber neue Legenden der Kategorie Stenmark, Alberto Tomba oder Hermann Maier sind derzeit nicht in Sicht.

V wie Valle - ohne Maskottchen geht's nicht

Keine WM ohne Maskottchen, auch im Wintersport nicht. In Are hieß es "Valle", war ein Schneemann und hatte sogar eine eigene App. Valle war angekündigt als "Anfeuerer, Stimmungsmacher und Maskottchen" und sollte "sicherstellen, dass die Gäste die Weltmeisterschaft in vollen Zügen genießen." Die meiste Zeit stand Valle allerdings recht planlos im Zielraum herum, wie ein Schneemann, den man an der falschen Stelle gebaut hat. Und wird nach der WM wohl das Schicksal seiner Vorgänger erleiden - und in Vergessenheit geraten. Oder erinnert sich noch jemand an Moritz, den Steinbock der WM 2017? Oder an Berglöwe Pete und Waschbär Earl von der WM 2015? Oder an ...

W wie Wettervorhersagen - müssen ja nicht immer stimmen

Es entwickelte sich rasch zum Running Gag unter den Journalisten, welche Wetterprognosen am Abend vor einem Rennen von den Organisatoren abgegeben wurden - und wie die Bedingungen dann tatsächlich am Renntag waren. Selten lagen die Veranstalter richtig. Schneefall, Wind, Nebel - keine unbekannten Größen in Are. Und auch bei der WM sorgte das Wetter für häufige Verschiebungen und verkürzte Rennen. Einige Athleten wie Mikaela Shiffrin murrten laut über unfaire Bedingungen, andere leiser. Die Abfahrer etwa, die "schon überrascht" waren (Österreichs Vincent Kriechmayr), dass überhaupt gestartet wurde. Sich dann aber trotzdem waghalsig in den Nebel stürzten. Sarah Lewis, Generalsekretärin des Weltskiverbands FIS, sagte in der Abschlusspressekonferenz trocken: "Es ist die Aufgabe der Athleten, sich auch mental auf die Bedingungen einzustellen, die an einem Wettkampfort herrschen."

Z wie Zuschauer - waren nur manchmal da

120.000 Zuschauer hatten sich Weltskiverband FIS und Organisationskomitee an den elf Wettkampftagen erhofft. 87.000 seien es dann gewesen bis einschließlich des Damen-Slaloms am vorletzten Tag. Selbst diese Zahl scheint zu hoch gegriffen. Viel zu selten war in den Fernsehbildern die Haupttribüne zu sehen. Diese war nämlich - abgesehen von den beiden Abfahrtsrennen am ersten Wochenende und dem Schlusswochenende mit den Slaloms - kein Mal voll. Und auch auf den übrigen Zuschauerplätzen klafften an allen Renntagen große Lücken. Eine WM in einem abgelegenen Ort wie Are mag zwar sportlich realisierbar sein. Skisportfans in Massen kann man aber wohl nicht einmal mehr mit einer Weltmeisterschaft auf eine lange, beschwerliche Reise locken.

Stand: 17.02.2019, 16:18 Uhr

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