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Aus dem Archiv von sportschau.de
08.02.2012 | 12:31 Uhr
Kaum Randale und viel Partystimmung bei der WM
Von Peter Schneider
Die Polizei hat ein positives Resümee der abgelaufenen WM gezogen. Größere Ausschreitungen blieben aus, insgesamt wurden 7.000 Straftaten registriert. 9.000 Menschen wurden zumindest zeitweise in polizeilichen Gewahrsam genommen.
Für Nordrhein-Westfalens Innenminister Ingo Wolf ist einen Tag nach dem WM-Finale klar: "Unser Sicherheitskonzept für die Fußball-WM hat hundertprozentig gepasst." Die Polizei sei "erfreulich unaufdringlich" aufgetreten, habe aber trotzdem eine stetige Präsenz gezeigt, so Wolf. Lob zollte der Minister nicht nur den Fans , die sich in bester Partylaune gezeigt hätten, sondern vor allem den Einsatzkräften der Polizei aus dem In- und Ausland. Der Hilfe der ausländischen Verbindungsbeamten sei es zu verdanken, das drohende Auseinandersetzungen oft im Keim erstickt worden seien.
Insgesamt registrierte die Polizei bundesweit 7.000 Straftaten im Zusammenhang mit der WM - etwa 1.500 davon in Nordrhein-Westfalen. 850 Personen wurden am Rande des WM-Geschehens verletzt, wie der Chef der Zentralen Informationsstelle für Sporteinsätze (ZIS), Michael Endler, am Montag (10.07.06) in Neuss mitteilte.
Insgesamt nahm die Polizei rund 9.000 Personen fest oder in Gewahrsam. "80 Prozent waren Deutsche, die zweitgrößte Gruppe dürften die Engländer gewesen sein", so Endler. Bei den Straftaten handelte es sich Endler zufolge zumeist um Körperverletzungen, Sachbeschädigung und Diebstahl. Unter den Verletzten waren 350 Störer, 200 Polizisten und 300 Unbeteiligte.
Insgesamt sei das Gewaltpotenzial der Fans sehr gering gewesen. Befürchtungen, dass vor allem aus Osteuropa größere Hooligan-Gruppen nach Deutschland kommen würden, hätten sich nicht bewahrheitet. "Die schlimmen Jungs aus Osteuropa waren nicht da", so Endler. Und die englischen Fans hätten sich eben "englisch verhalten" und jede Menge getrunken. "Aber die Bösen mussten zuhause bleiben."
Die Bilanz: insgesamt 1.219 Festnahmen
Den Grund dafür sieht die Polizei in der Prävention vor dem Turnier. In England waren mehr als 3.000 so genannter Banningorders ausgesprochen worden, die den Hooligans die Ausreise während der WM verboten. In Deutschland vertraute die Polizei auf die Gefährderansprache. Allein in NRW wurden 3.125 polizeibekannte Rädelsführer zu Hause oder am Arbeitsplatz besucht. 383 von ihnen bekamen die Auflage, sich während der WM auf ihren örtlichen Polizeiwachen melden, 1.070 weitere Hooligans durften sich nicht an den Spielorten oder bei WM-Veranstaltungen aufhalten.
Ein Schwerpunkt der Polizeiarbeit lag in NRW, wo insgesamt 16 Spiele stattfanden. Während der WM wurden hier 1.219 Personen festgenommen und 1.838 "gefahrenabwehrend" in Gewahrsam genommen. Hinter dem Polizeijargon verbirgt sich das Recht der Ordnungshüter, potenzielle Gewalttäter aus dem Verkehr zu ziehen, bevor es zu größeren Schäden kommt. Von diesem Recht machte die Polizei vor allem in Dortmund und Köln Gebrauch. Hier waren zu den Spielen Deutschland gegen Polen und Schweden gegen England jeweils bis zu 9.000 Beamte im Einsatz.
Stand: 10.07.2006, 12:42 Uhr