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WM 2006

08.02.2012 | 12:28 Uhr

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sport.ard.de

Vor Ort - In Nordrhein-Westfalen

NRW zieht positive Bilanz nach dem WM-Schlusspfiff

Schönes Ende einer großen Party

Von Katja Goebel

Sechzehn Mal blickte die Welt auf NRW: So oft waren die Fußballstadien in Köln, Gelsenkirchen und Dortmund Schauplatz für Weltklassefußball. Vor den 800 Videoleinwänden im Land feierten rund 2,8 Millionen Menschen die WM.

Menschenmenge auf dem Friedensplatz in Dortmund ; Rechte: dpa Bild groß Immer proppevoll: Friedensplatz in Dortmunder

"Wir sind zwar nicht im Finale, dafür aber Weltmeister der Herzen", resümierte NRW-Innenminister Ingo Wolf (FDP) und freute sich vor allem über einen "neuen unverkrampften Patriotismus" und die Begeisterungsfähigkeit im Land.

Allein zu den Spielen kamen insgesamt 810.000 Zuschauer in die drei Fußballarenen in NRW, die nach offiziellen Angaben zu jeder Partie ausverkauft waren. Zu regelrechten Völkerwanderungen aber führte die Begeisterung für die vielen Public-Viewing-Veranstaltungen. Vor den Großbildleinwänden wurden rund 2,8 Millionen Zuschauer gezählt, die meist friedlich und ausgelassen ihre Mannschaften und sich selbst feierten.

Tränen und Triumphe

Den Auftakt der WM-Spiele in NRW machte die Partie Polen gegen Ecuador in der Gelsenkirchener Schalke-Arena. 4.000 Ecuadorianer mussten hier gegen rund 20.000 polnische Fans ansingen - mit Erfolg, denn die Südamerikaner sorgten mit ihren Sieg in Gelsenkirchen für die erste WM-Überraschung.

Höhepunkt im Kölner Stadion war das Spiel England gegen Schweden. Auch hier war der Ansturm der Fans so groß, dass eigens für dieses Spiel neue Großleinwände aufgestellt werden mussten.

Trotz dem 2:2 gegen Schweden flossen bei den Engländern später doch noch Tränen: Nach dem verlorenen Spiel gegen Portugal in Gelsenkirchen war Schluss mit dem WM-Traum.

Am 4. Juli erlebte Dortmund dann den WM-Halbfinal-Krimi Deutschland - Italien. Rund 250.000 Besucher in der Stadt sahen den italienischen Einzug ins WM-Finale. Die Public-Viewing-Plätze mussten wegen Überfüllung geschlossen werden. Nach dem ersten Schock sangen auch hier deutsche Fans schnell wieder trotzige Lieder: "Stuttgart ist viel schöner als Berlin."

Spätestens beim erfolgreichen deutschen Spiel um Platz drei waren die öffentlichen Plätze und Kneipen in NRW wieder voll mit euphorischen Fans.

Pflaster von der Polizei

Die Polizei registrierte während der WM insgesamt 1.400 Straftaten, überwiegend Diebstähle und Körperverletzungen. Rund 2.900 Menschen wurden festgenommen. "Das ist unwesentlich, wenn man bedenkt, wie viele Menschen unterwegs waren", so Innenminister Wolf, der die WM auch als "Sieg für Freiheit und Sicherheit" bezeichnete. Zum größten Polizeieinsatz kam es im Vorfeld der Begegnung zwischen Deutschland und Polen in Dortmund, als die Polizei 429 Gewalttäter festsetzte. An den drei Spielorten in NRW waren mehr als 9.000 Polizisten im Einsatz.

Doch die Polizei in NRW sorgte während der WM nicht nur für Sicherheit, sie leistete auch echte Fanhilfe. Bestückt mit 3.400 Rollen schwarz-rot-goldenem Pflaster, verklebten die Beamten rund 10,2 Kilometer Miniatur-Deutschland-Flaggen auf schätzungsweise 100.000 Fanwangen.

WM-Schilder als Souvenir

Die selten da gewesenen Begeisterung für Fanartikel - vom Fähnchen bis zum Fußballhut - machte übrigens auch vor offiziellen Wegweisern nicht Halt. Allein von den 900 FIFA-Schildern in Gelsenkirchen wurden rund 100 als gestohlen gemeldet. Die beliebten "Souvenirs" dürften nun etliche Partykeller schmücken. In Dortmund will man sich die Liebe zum WM-Schild nachträglich zu Nutze machen. Hier werden die WM-Hinweisschilder nun recycelt. Aus rund 130 Fußwegbannern sollen in den Sozialwerkstätten der AWO trendige Taschen genäht werden.

Stand: 10.07.2006, 06:00 Uhr

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