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WM 2006

08.02.2012 | 12:24 Uhr

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sport.ard.de

Vor Ort - In Nordrhein-Westfalen

Gladbach stolz auf seinen WM-Debütanten

"Marcell Jansen, den kenn' ich"

Von Susanne Schnabel

Bei den bisherigen Spielen hatte Marcell Jansen nur auf der Ersatzbank gesessen. Gegen Portugal (09.07.06) erlebte der 20-Jährige sein WM-Debüt. In seiner Heimatstadt Mönchengladbach fieberten Tausende mit.

Melanie Neuss (dritte von links) mit ihren Freundinnen; Rechte: WDR/Schnabel Bild groß "Marcell, den kenn ich!"

"Marcell Jansen, den kenne ich. Er ist der Neffe meiner Schwiegermutter", sagt Melanie Neuss, unterwegs mit Freundinnen zum Public Viewing am Alten Markt in Mönchengladbach. Dort feiern einige Hundert Fans das kleine WM-Finale gegen Portugal. Nahezu jeder Befragte scheint irgendwie einen persönlichen Bezug zu Marcell Jansen zu haben. "Wir waren zusammen auf der Schule. Ich finde es total aufregend, ihn jetzt da auf dieser Leinwand zu sehen. Hoffentlich blamiert er uns nicht", erzählt der 21-Jährige Mirko.

Start beim SV Mönchengladbach

Norbert Giesers ist der Fußball-Obmann des SV Mönchengladbach, dem ersten Verein des 20-Jährigen Nationalspielers. "Ich kenne Marcell schon seit er ein kleiner Junge ist. Wir vom Verein sind mächtig stolz auf ihn und ich bin sicher, er macht seine Sache gut", so Giesers. Auch die Schülerin Sarah kennt den jungen Kicker. Sie hat als Glücksbringer ein T-Shirt an, bedruckt mit seinem Portrait: "Mein Onkel hat mit seinem Vater Fußball gespielt. Wir kommen aus dem gleichen Ortsteil, aus Lürrip. Er ist privat total nett, unkompliziert. Sein Einsatz bei der WM macht Borussia Mönchengladbach in der ganzen Welt berühmt".

"Ich mag sein bodenständiges Spiel. Er hängt sich immer voll rein. Phillip Lahm war auf dieser Position sehr gut, deshalb war es keine Schande für Marcell, auf der Bank zu sitzen", sagt Christoph Schulz aus Wuppertal, der mit einem Jansen-Trikot zum Spielgucken nach Gladbach gekommen ist.

Dirk Houben ; Rechte: WDR/Schnabel Bild groß Dirk Houben: "Fohlenfreie Zeit" vorbei

Dirk Houben ist Borussen-Fan und schaut sich das Spiel standesgemäß in der Kneipe von Pico an. Der Italiener Pico ist der ehemalige Barchef von Günter Netzers legendären Disko Lovers Lane. "Für Marcell ist der WM-Einsatz das Größte. Ich finde es sehr fair, dass Jürgen Klinsmann ihm die Chance gegeben hat. Für Mönchengladbach ist der Einsatz der beiden Borussenspieler sehr wichtig. Oliver Neuville hat schon gute Leistungen gezeigt und jetzt noch ein Gladbacher in der Startformation. Endlich ist die 'Fohlenfreie' Zeit in der Nationalmannschaft vorbei", freut sich Houben.

Zu viel Show

Mit dem Spiel von Marcell Jansen ist Ralf Rudigkeit zufrieden, aber die WM hätte insgesamt besser sein können. Vier Spiele hat sich der sportbegeisterte Mönchengladbacher live angeschaut. "Fußballerisch war das eher ein Rückschritt im Vergleich zu vorherigen Titelkämpfen. Das könnte daran liegen, dass die Show mehr im Vordergrund steht", resümiert Rudigkeit. "Aber es ist schon traurig, dass die WM jetzt zu Ende geht."

Stand: 09.07.2006, 11:02 Uhr

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