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WM 2006

08.02.2012 | 12:27 Uhr

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Vor Ort - In Nordrhein-Westfalen

Das Abenteuer Balljunge

Auge in Auge mit den Weltstars

Von Susanne Schnabel

Yannick Hübner hat Cristiano Ronaldo den Ball zugeworfen. Für Ronaldo nur ein Wurf, für den 13-jährigen Balljungen unvergesslich. Der Korschenbroicher sah die Partie England gegen Portugal aus der allerersten Reihe.

Yannick Hübner ; Rechte: privat Bild groß Spielt bei Borussia Mönchengladbach

"Bloß nicht dem Spieler den Ball an den Kopf werfen oder Schlimmeres", war Yannicks größte Sorge. Dabei konnte doch gar nichts schief gehen. Der 13-Jährige war bereits häufiger in diesem Frühjahr im Borussia-Park in Mönchengladbach als Balljunge im Einsatz. Er spielt seit seinem vierten Lebensjahr Fußball, zur Zeit in der Ü13 von Borussia Mönchengladbach. Zudem wird die Ballcrew von der FIFA genauestens instruiert über die Aufgaben und Regeln am Spielfeld. Um seinen Platz als Balljunge beim Viertelfinale England gegen Portugal werden ihn viele beneidet haben.

900 Ballkinder im Einsatz

Viele Tausend Jugendliche hatten sich beworben um einen Platz am Spielfeldrand, Yannick ist einer von 900, der sein Glück zu schätzen weiß: "Es war unbeschreiblich! Phantastisch! Ich habe Superstars wie David Beckham, Wayne Rooney und Cristiano Ronaldo ganz nah gesehen", und blamiert hat sich Yannick auch nicht. "Das funktioniert so: der Spieler schaut Dich an, macht eine Geste oder nickt Dir zu." Und dann wirft der Balljunge dem Spieler vor einem Millionenpublikum den Ball zu. Souverän hat Yannick das gemacht, war zudem unbestechlich: "Immer wieder haben mich Fans angesprochen, ob ich nicht einen Ball abgeben kann. Immerhin sind das echte FIFA-Bälle. Einer hat mir sogar 100 Euro geboten. Das habe ich natürlich nicht gemacht."

Zwei Mädchen kippen um

Lästig fand Yannick die Fotografen am Spielfeldrand. "Die machen natürlich auch nur ihren Job, aber die haben uns die ganze Zeit die Sicht versperrt. Besonders ärgerlich war das beim Elfmeterschießen. Wir saßen alle hinter dem Tor, konnten aber kaum was erkennen bei dem Gedränge der Fotografen." Gelernt hat Yannick auch etwas: neue englische Vokabeln. "Einige englische Fans haben schlimm geflucht. Das wirkt ganz anders, wenn man selber mittendrin steht." Die Ballcrew bestand aus 14 Kindern, fünf davon Mädchen. "Zwei von denen sind in Ohnmacht gefallen, als die Beckham und Ronaldo aus der Nähe gesehen haben." Vielleicht lag es aber auch an den Temperaturen, "im Stadion war es brütend heiß", erzählt der Balljunge. Zum Abschluss wurden die jungen Helfer reichlich beschenkt: Sportschuhe, Ball, T-Shirt, Fotokamera und Sportanzug.

Die beiden Halbfinal-Spiele und das Finale will sich Yannick wieder wie ein ganz normaler 13-Jähriger ansehen: "vielleicht im Schloss Rheydt, da sitzt man sehr nett, und die Stimmung ist gut. Oder wir gucken zu Hause mit Freunden und Familie. Das wird anders, aber bestimmt auch schön."

Stand: 02.07.2006, 14:48 Uhr

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