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WM 2006

08.02.2012 | 20:56 Uhr

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Vor Ort - In Nordrhein-Westfalen

Gefälschte Hinweiszettel

Summen und singen verboten

Von Simone Maurer

Unauffällig parken, nicht singen, summen oder pfeifen - in Dortmund und Köln erhielten Anwohner gefälschte Handzetteln mit dubiosen Verhaltensregeln für die Weltmeisterschaft.

WM-Checkliste; Rechte: wdr Bild groß Kölner fanden eine Checkliste im Briefkasten.

Die Telefone im Bürgerbüro stehen nicht still. Viele besorgte Dortmunder wollen seit Mittwoch (31.05.06) wissen, was sich hinter den ungewöhnlichen Handzetteln in ihren Briefkästen verbirgt. Das Papier mit dem Titel "Mitteilung der Stadt Dortmund" wurde Dienstagnacht in einem Umkreis von drei Kilometern rund um das WM-Stadion verteilt.

In dem Schreiben drohen den Bürgern angeblich strenge Zutritt- und Zufahrtskontrollen. Sondergenehmigungen gäbe es nur gegen eine Gebühr. Eine fiese Fälschung wie sich herausstellte. "Dieses Schreiben entbehrt jeglicher Grundlage. Es ist ein übler Scherz", sagt der WM-Beauftragte der Stadt Dortmund Gerd Kolbe.

"Checkliste" lässt sich bequem abhaken

Ungewöhnliche Post gab es auch in Köln. Unbekannte verteilten um das Kölner WM-Stadion am Mittwochabend ebenfalls Handzettel zur Fifa WM 2006. Dabei waren die Verfasser besonders kreativ. Statt Anweisungen im drögen Beamtendeutsch fand sich im Briefkasten eine übersichtliche Check-Liste: Klamotten mit Markenzeichen der Nicht-Sponsoren sollen während der WM dringen vermieden werden, heißt es. Beim obligatorischen Bierkauf am nächsten Kiosk sollte man sich ebenfalls ruhig verhalten. Das Nachsingen, Nachsummen und Pfeifen von Werbemelodien der Nicht-Sponsoren in der Öffentlichkeit ist nicht erwünscht. Besorgt melden sich die Anwohner beim Sportamt im Köln .

"Der ein oder andere dachte tatsächlich, die Informationen stimmten. Aber bei der Checkliste handelt es sich ganz klar um eine Fälschung", sagt Leiter Dieter Sanden.

Viele Bürger sind verunsichert

Manch einer fürchtete schon um seinen Parkplatz. Denn Autos mit Werbeaufklebern sollen möglichst unauffällig geparkt werden.
Unter dem Stichwort Fernsehübertragungen heißt es: "Halten Sie während Werbesendungen von Nichtsponsoren Ihre Fenster geschlossen oder schalten Sie Ihr Fernsehgerät ab."
Gefälscht ist auch die angegebene Homepage. Sie führt zur tadellosen Kopie der Kölner WM-Seite.

Gelsenkirchener bleiben locker

Weiblicher Fußball-Fan in Reizwäsche; Rechte: dpa Bild groß Nur FIFA-Sponsoren sind reizvoll.

Sportamtsleiter Sanden betont, sämtliche Ausführungen und Hinweise seien falsch. "Die Urheber des Schreibens und die Betreiber der Internetseite wollen die Bevölkerung verunsichern und die Fußball-WM in ein negatives Licht stellen."

Während in Köln und Dortmund die Rechtsexperten strafrechtliche Konsequenten überprüfen, bleiben die Macher in Gelsenkirchen gelassen. Dort zumindest haben die Flugblatt-Schreiber noch nicht zugeschlagen. Und das soll auch so bleiben. "Es sieht relativ gut aus, dass es bei uns keine Flugblätter geben wird. Rund ums Stadion gibt es keine Wohnanlagen und keine Anwohner", so die Sprecherin der Stadt Gelsenkirchen Angelika Lante.


Stand: 01.06.2006, 17:15 Uhr

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