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WM 2006

08.02.2012 | 11:43 Uhr

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Vor Ort - Im Osten

Zittern und Feiern beim FanFest

Sieg in Berlin - Jubel in Leipzig

"Lehmann, Lehmann, Lehmann - Jaaaaaaaaaa!" Als die deutsche Nationalmannschaft per Elfmeterschießen ins Viertelfinale einzog, stand Leipzig Kopf.

Es brodelte, es zischte und am Ende gab es eine Explosion: Der Leipziger Augustusplatz war am Freitag (30.06.06) ein Hexenkessel. Als Torhüter Jens Lehmann seinen zweiten Elfmeter hielt, schrien über 15.000 Fußballfans ihre Erleichterung und ihre Freude heraus. Nur wenige Kilometer weiter lagen sich noch mehr Menschen jubelnd in den Armen. Rund 32.000 Menschen verfolgten im Zentralstadion das Spiel gegen Argentinien.

Großes Spiel, kleines Bild

Rund 32.000 Menschen sahen sich in der Leipziger WM-Arena das Spiel Deutschland gegen Argentinien an; Rechte: mdr Bild groß 32.000 Menschen kamen ins Zentralstadion.

Rund eine Stunde zuvor war die Stimmung in Leipzigs Vorzeige-Arena nicht ganz so gut. Nicht nur weil Deutschlands Auswahlkicker alles andere als überzeugend agierten. "Ich kann fast nichts erkennen", schimpfte Petra Klengert über den kleinen Bildschirm an der Nordseite des Stadions, auf dem normalerweise der Spielstand oder der Torschütze zu lesen sind. Andere ärgern sich über die die wenigen Getränkestände, die entsprechend dicht belagert sind. Wirklich böse war trotzdem niemand.

Unter den Menschenmassen im Stadion waren vor allem Familien. Viele haben zum ersten Mal die heimische Stube verlassen, um sich ein WM-Spiel im größeren Rahmen anzuschauen. Dazu gehören auch "Zober" und "Erisch", die das FanFest bislang links liegen gelassen haben. "Heute musste ich hier her. Ich bin Chemiker, und das ist schließlich mein Stadion", betonte "Zober" stolz und erinnerte an den traurigen Fakt, dass im Zentralstadion ansonsten nur Oberliga-Fußball des FC Sachsen Leipzig zu sehen ist.

Happy Birthday!

Besonders viel Grund zum Feiern hatte Calvin, der im Stadion seinen achten Geburtstag feierte. Zur Halbzeitpause war er aber bereits wieder unterwegs. "Vielleicht sieht man woanders besser", sagte er immer noch gut gelaunt und verließ mit seinem Vater die Arena in Richtung Clara-Zetkin-Park. Viele andere liefen in die Innenstadt, wo längst der Teufel los war. Bereits eine Stunde vor Anpfiff, war das FanFest-Gelände wegen Überfüllung geschlossen worden. Also drängelte man sich vor den Fernsehern in Gaststätten und Schaufenstern.

Leipziger Triumph-Marsch ohne faden Beigeschmack; Rechte: mdr Bild groß Leipziger Triumph-Marsch ohne faden Beigeschmack

Am meisten gelitten, gebangt und gejubelt wurde jedoch vor der großen FanFest-Leinwand am Augustusplatz. Punkt 19.40 Uhr, als Jens Lehmann zum Helden des Tages wurde, gab es dann kein Halten mehr. Tausende zogen feiernd durch die Innenstadt und sorgten zumindest bei der Polizei für einen weitgehend stressfreien Tag. "Natürlich gab es wieder ein paar betrunkene Fans, aber das ist ganz normal", betonte einer der Beamten vom so genannten Kommunikations-Team. Ein Kollege fand, "dass es heute sogar ruhiger war, als beim Schweden-Spiel".

In Sachen Stimmung allerdings war es genau umgekehrt. Die war am Freitagabend nicht mehr steigerungsfähig. Oder doch? Am Dienstag findet das Halbfinale gegen Italien statt.

mdr | Stand: 30.06.2006, 23:30 Uhr

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