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WM 2006

07.02.2012 | 05:25 Uhr

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Vor Ort - In Hessen

Knochenjob für die WM

Mainarena by night

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel: Wenn die letzten Gäste die MainArena verlassen haben, muss das Areal für den nächsten (Spiel)-Tag vorbereitet werden - unter Bewachung.

12:30 Uhr in der Nacht - die Riesenbildwand im Main ist schwarz, aus den 240 Lautsprechern kommt nur noch leise Barmusik. Vor der grell beleuchteten Bühne der MainArena ist kein Mensch mehr zu sehen, aber dahinter stoßen ein paar Sanitäter auf ihren Feierabend an: "Jetzt kehrt langsam so'n bisschen Ruhe ein und wir setzten uns hin und lassen den Tag Revue passieren und erzählen uns Geschichten, was passiert ist und können auch drüber lachen - und so geht's langsam in den Feierabend," so Rotkreuz-Abschnittsleiter Stefan Pollet und beißt in ein Brötchen.

Am nächsten Tag um zwölf müssen er und seine Kollegen wieder zum Arbeiten hierher, für weitere 14 Stunden: "Wir machen's ja gerne, weil's ein Mega-Event ist und wir hier dabei sein dürfen," sagt er und die anderen stimmen ihm zu.

Bewachung auch während der Nacht

Um die Tribünen, die Zelte und an den Eingängen passen die Sicherheitsleute eines privaten Wachdienstes auf, dass nichts passiert. In kleinen Gruppen unterhalten sie sich oder stehen alleine rauchend da, die MainArena wird rund um die Uhr bewacht.

"Ich passe auf, dass niemand hier reinkommt," sagt Harald, einer der Aufpasser, "ich habe gehört, dass die Leute hier manchmal von der Straße oben reinspringen." Der Wachmann hat einen Thermosbecher Kaffee und ein Buch bei sich. "Bis in die frühen Morgenstunden ist hier nicht mehr viel los", sagt er.

Säckeweise Müll

Besucher auf den Tribünen; Rechte: mh Bild groß An den Spieltagen ist es mit der Leere vorbei.

Mit der Morgendämmerung ist es dann aber auch vorbei mit der Ruhe. Die Müllabfuhr und die Reinigungstrupps rücken an. Alles muss weg, was 30.000 bis 60.000 Fans am Tag in der MainArena beim Feiern fallen gelassen haben, erklärt Torsten Schorch von der Frankfurter Fußwegreinigung. "Bierbecher, Essensreste, Werbeflyer, Prospekte, alles was da verteilt und rumgeworfen wird, unvorstellbar..."

Etwa 30 Leute fegen Meter um Meter das Gelände und schaffen säckeweise Müll aus dem Bereich auch unter den Tribünen weg. Bis mittags soll hier wieder alles blitzsauber sein.

Von den Spielen nix gesehen

Auf den bereits gefegten Tribünen macht sich dann ein Mann mit Hammer und Akkuschrauber zu schaffen: Ronnie Klein prüft jedes Gelenk der Stahlkonstruktion und jede Plastiksitzschale: "Wir setzen hier an den Tribünen wieder instand, die unsere Fußballfans so kaputtmachen."

Bei einem Deutschlandspiel gehen so um die 60 der Plastik-Sitzschalen kaputt, die alle bis Mittag ausgetauscht werden müssen, ein Knochenjob, zumal Klein nur einen Kollegen mit dabei hat. "Von den ersten Spielen zu Beginn der WM haben wir nichts gesehen," sagt Klein, "da haben wir gearbeitet von morgens halb fünf bis abends um acht."

Damit er von den Viertelfinal-Spielen mehr mitbekommt, will er jetzt bis zwölf Uhr mittags fertig sein, dass er dafür schon um halb vier raus muss, das ist es ihm wert, so Ronnie Klein: "Für Deutschland machen wir sowas - für die WM vor allem - das ist doch was schönes..."

hr | Stand: 29.06.2006, 16:10 Uhr

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