Es ist beileibe keine leichte Aufgabe: Von
Nationaltrainer Sven-Göran Eriksson und seinen Jungs wird in der
Heimat nichts weiter erwartet als der WM-Triumph. 40 Jahre nach dem
letzten WM-Sieg sollen Beckham und Co. die Trophäe endlich
wieder auf die Insel holen.
Doch mit diesem Druck leben die Engländer gern. Das
Fußball-Mutterland strotzt nach der souveränen Qualifikation
regelrecht vor Selbstbewusstsein - auch wenn die Wochen danach
nicht reibungslos vonstatten gingen. Ausgerechnet Eriksson
plauderte gegenüber einem Boulevardreporter Insider-Informationen
aus dem Team aus - wenig später wurde bekannt, dass der
schwedische Coach nach der WM-Endrunde sein Amt in England
definitiv niederlegen wird.
Die letzte Chance also für Eriksson, der 2002 und 2004 mit seinem Team bittere Enttäuschungen erlebte: Bei der EM 2004 in Portugal schied das Team bereits im Viertelfinale gegen Gastgeber Portugal aus, zwei Jahre zuvor war ebenfalls in der Runde der letzten Acht Schluss. Gegner damals: Brasilien. "Die meisten Spieler sind jetzt in einem Alter, in dem sie mehr Erfahrung haben als 2002 und 2004", sagt Eriksson. Für den Skandinavier der entscheidende Punkt: "Man kann so ein Turnier nicht mit einem Durchschnittsalter von 24 Jahren gewinnen. Man braucht Routine und Cleverness. Wenn wir von gravierenden Verletzungen verschont bleiben, haben wir eine gute Chance", so Eriksson.
Der Coach stützt sich auf Kräfte wie die Innenverteidiger Terry und Ferdinand, das starke Mittelfeld mit Gerrard, Lampard und Beckham sowie einen soliden Angriff, in dem den Engländern der verletzte Rooney allerdings kaum zur Verfügung stehen wird. "Ich hatte noch nie einen so guten Kader", redet sich Eriksson selbst in eine Drucksituation. "Die Spieler haben die Stärke, in Deutschland Großes zu erreichen." Der Mann will es offenbar wissen.