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Aus dem Archiv von sportschau.de
08.02.2012 | 12:19 Uhr
WM-Endrunde 2010 in Südafrika
Von Olaf Jansen
Schon lange prophezeien Experten: Bald wird der Fußball-Weltmeister aus Afrika kommen. Nur: Bei allem Talent verhielten sich die afrikanischen Teams für den großen Sieg bisher zu unprofessionell und naiv. 2010 soll das endlich anders werden.
Südafrika (l. mit Vilakazi) und Senegal (mit Diop) haben große Hoffnungen für 2010.
Der Traum vom Titel währt nun schon seit 16 Jahren. 1990 war es, da begeisterte Kamerun mit seinem WM-Auftritt in Italien Fans und Experten gleichermaßen. Kein Geringerer als Pelé prophezeite: "Bald wird der Weltmeister aus Afrika kommen." Das brasilianische Idol irrte. Und die afrikanische Fußball-Familie kam ihrem Traum vom Titel seither keinen Schritt näher. Togos Auftritt 2006 brachte die afrikanischen Probleme auf den Punkt: Das unbestritten große Potenzial wird nicht ausgeschöpft. Prämienstreits und amateurhafte Vorbereitung machen ganz große Leistungen unmöglich. 2010 soll das endlich anders werden.
"Wir brauchen Organisatoren von der FIFA, die unseren Fußballverband kontrollieren und die Vorbereitungen steuern" fordert Togos Coach Otto Pfister. Professionelles Training und ungestörte Spielvorbereitung - das könnte ein wichtiger Baustein auf dem Weg zum Erfolg sein. Ein anderer: Chancengleichheit in den Qualifikationsspielen. Zuletzt fanden viele Quali-Spiele in den heißen Monaten Juli und August statt. Die ganz großen Stars aus Kamerun, Nigeria und dem Senegal steckten in diesen Monaten mit ihren europäischen Top-Klubs entweder in der Saison-Vorbereitung oder beim Liga-Auftakt und sagten für die Länderspiele ab. Folge: Außenseiter-Teams wie Togo und Angola setzten sich gegen die geschwächten Großen durch - enttäuschten dann aber bei der WM-Endrunde.
2010 sollen Schwarz und Weiß gemeinsam feiern
Große Hoffnungen setzen die afrikanischen Teams naturgemäß auf den Heimvorteil. "Es wird eine afrikanische Veranstaltung. Ganz anders, als die alteingesessenen Mannschaften das kennen", prophezeit Organisationschef Danny Jordaan aus Südafrika. Was er damit sagen will: Es wird bei den Teilnehmern viel improvisiert werden müssen. Die Trainingsmöglichkeiten sind nicht so perfekt, die Verpflegung wird gewöhnungsbedürftig sein, es wird Zeitverzögerungen beim Transport geben. Afrikanische Mannschaften kennen das und bleiben cool, andere könnten die Nerven verlieren.
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Ein ganz großer potenzieller Vorteil ist in Südafrika für die heimischen Teams allerdings nicht gegeben: Das Klima. In Südafrika ist im Juni und Juli Winter. Es wird nicht heiß. Durchschnittstemperaturen von 18-20 Grad in den Küstenstädten und noch kühlere Werte im hoch gelegenen Johannesburg bedeuten: keine Hitzevorteile für die heimischen Teams.
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Ausschlaggebend könnte also sein, ob die afrikanischen Top-Teams in den nächsten vier Jahren ohne große Querelen durch die Vorbereitung kommen. Allen voran Gastgeber Südafrika ist da gefordert. Derzeit liegt das Team nach verpasster WM-Qualifikation und einem Desaster beim Afrika-Cup im Januar sportlich am Boden. Und ist zudem führungslos. Seit geraumer Zeit suchen die Verantwortlichen nach einem namhaften Coach, der das brachliegende Traineramt übernehmen will. Aber die gehandelten Kandidaten wie Hiddink, Eriksson und Hitzfeld zieren sich.
Der Deutsche Ernst Middendorp, aktuell Trainer beim südafrikanischen Top-Klub Kaizer Chiefs, weiß warum: "Die wirklich guten Leute wollen sich das jetzt noch nicht antun. Sie wissen genau: Bei der ersten Krise werfen sie mich wieder raus. Und die wird in den nächsten vier Jahren irgendwann kommen. Da warte ich doch lieber bis nach dem Afrika-Cup 2008 und übernehme das Team dann." Geschichten, aus denen Weltmeister geschaffen werden, hören sich gemeinhin etwas anders an...
Stand: 11.07.2006, 08:22 Uhr
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