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WM 2006

09.02.2012 | 17:35 Uhr

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Der Kommentar von sport.ARD.de

Schwächen im Kernbereich

Von Marcus Bark

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 hat in einigen Bereichen Maßstäbe gesetzt. In ihrem Kernbereich allerdings nicht.

Der Fußball als Sportart steht bei dieser WM auf der Seite der Verlierer in den gerne aufgestellten Listen von Tops und Flops. Spektakuläre Spiele im Sinne von attraktiven Spielen haben dem Spektakel gefehlt. Keine Partie wird irgendwann als legendäre Partie in die Geschichtsbücher eingehen - zumindest nicht aus sportlichen Gründen. Es hat einige sehr gute, einige gute, aber in der Mehrzahl schlechte Spiele gegeben. Bei manchen ging der Unterhaltungswert nahe Null. Gründe gibt es dafür allein schon deshalb viele, weil 32 Mannschaften ein großes, zu großes Feld bilden.

Kein Hochgeschwindigkeitsfußball

Vom viel zitierten und apostrophierten Hochgeschwindigkeitsfußball war nichts zu sehen. Das war enttäuschend, überraschend kam es nicht. Wer, wie die beiden Champions-League-Finalisten FC Barcelona und FC Arsenal, das temporeiche Offensivspiel bevorzugt, muss Zeit haben, es einzustudieren. Die wenigen Trainingseinheiten, die Nationaltrainer in Relation zu einem Vereinstrainer haben, reichen dafür nicht aus.

Es ist einfacher, das Defensivverhalten zu optimieren, obwohl es auch hier von großem Vorteil ist, eingespielt zu sein. Die Finalpaarung zeigte dies. Italien setzte auf einen Block von Juventus Turin, Andrea Pirlo und Gennaro Gattuso bilden auch beim AC Mailand das defensive Mittelfeld. Die Franzosen änderten seit der gewonnenen Weltmeisterschaft nur wenig am Personal und schon gar nichts an der taktischen Ausrichtung.

Fußball als Spektakel

Der Fußball - als Sportart - hat bei vergangenen großen Turnieren größere Stunden erlebt als bei der WM 2006. Von einem unumkehrbaren Trend hin zu ergebnisorientiertem Beamtenfußball zu sprechen, wäre aber falsch. Für das attraktive Spiel nach vorne fehlt es nicht an Spielern, die dazu in der Lage sind - die gibt es auch heute noch viele.

Wichtiger wäre es, Nationaltrainer zu sehen, die den Mut und die nötige Rückendeckung durch Verband, Medien und Fans haben, Fußball als Spektakel zu begreifen. Die Deutschen sind dabei mit Jürgen Klinsmann auf einem guten Weg.

Stand: 10.07.2006, 12:55 Uhr

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