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Aus dem Archiv von sportschau.de
09.02.2012 | 08:48 Uhr
Die Italiener in der Einzelkritik
Für Francesco Totti hätte man im Finale eigentlich eine Vermisstenanzeige aufgeben können - er war komplett untergetaucht. Doch es ging auch ohne ihn. Die Einzelkritik.
In vier spielentscheidene Szenen involviert: Marco Materazzi
Gianluigi Buffon musste wenig halten, weil seine Abwehr wie gewohnt effektiv vor ihm abräumte. In der Strafraumbeherrschung gewohnt exzellent, und gegen Zidanes Kopfball in der Verlängerung rettete er seiner Mannschaft das Elfmeterschießen.
Gianluca Zambrotta ging wie immer hart und kompromisslos zur Sache. Es machte auch an diesem Abend keinen Spaß, ihm in den Zweikämpfen zu begegnen.
Fabio Cannavaro war der überragende Verteidiger der WM, und auch im Finale beherrschte er mit seinen 1,75 Metern die Defensive in großartiger Manier. Eine sensationelle Vorstellung des Kapitäns in seinem 101. Länderspiel.
Marco Materazzi ist einer derjenigen Spieler, über die normalerweise nie groß gesprochen wird. Doch diesmal erlebte er die spektakulärste Nacht seiner Karriere. Der Inter-Verteidiger verursachte den Strafstoß zum 0:1, besorgte dann selbst den Ausgleich, provozierte die Rote Karte von Zidane und verwandelte auch noch eiskalt im Elfmeterschießen. Wahnsinn.
Fabio Grosso hatte das Halbfinale entschieden, diesmal blieb er blass und lief 120 Minuten lang nur mit. Doch sein großer Moment kam im Elfmeterschießen - er verwandelte den letzten Schuss, bevor der italienische Jubel losbrach.
Der Mann, der keine Kompromisse kennt: Gennaro Gattuso
Simone Perrotta hatte kaum gute Szenen in der Offensive, auch in der Rückwärtsbewegung wirkte er lange Zeit wie ein Statist. Neben Francesco Totti schwächster Italiener an diesem Abend.
Andrea Pirlo war im Halbfinale überragend, konnte an diese Vorstellung aber nicht anknüpfen. Dass sich Italien nur mit viel Glück über die Runden rettete, lag auch an seiner sehr dezenten Vorstellung.
Gennaro Gattuso spielte das, was er immer spielt: hart und unerbittlich im Zweikampf, er beackerte Zidane mit wechselndem Erfolg. Im Spiel nach vorne eher unbeteiligt, aber da wird auch nichts von ihm erwartet.
Mauro Camoranesi konnte sich nur selten durchsetzen, räumte aber in der Defensive effektiv mit auf. Insgesamt eine eher mäßige Vorstellung des Mannes, den angeblich die Bayern auf dem Zettel haben.
Francesco Totti (l.) war immerhin mal an einer Jubelszene beteiligt.
Luca Toni begann stark, hatte großes Pech mit einem von Thuram abgeblockten Schuss und einem Kopfball an die Latte. Tauchte aber nach einer halben Stunde unter.
Francesco Totti hat auch mitgespielt, zumindest nominell. Von ihm war absolut nichts zu sehen, der Römer war ein Totalausfall. Konsequenterweise nach einer Stunde ausgewechselt.
Alessandro Del Piero (ab 87. Minute für Camoranesi) konnte keine Impulse mehr setzen, verwandelte aber einen der siegbringenden Elfmeter.
Vincenzo Iaquinta (ab 62. Minute für Totti) bekam vorne kaum einen Ball und konnte so kaum für Entlastung sorgen. Ein undankbares Spiel für ihn, doch das wird am Ende herzlich egal gewesen sein.
Daniele De Rossi (ab 61. Minute für Perrotta) fand nach vier Spielen Sperre nur schwer seinen Rhythmus, steigerte sich aber und war in der Verlängerung sehr präsent. Mutig, sich zum Elfmeterschießen zu melden, und der Youngster behielt die Nerven.
Stand: 09.07.2006, 23:33 Uhr
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