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WM 2006

08.02.2012 | 20:10 Uhr

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Nachrichten - Allgemein

Südafrika stellt sich vor

2010 - Afrika ruft

2010 ist es endlich soweit: Die Fußball-Weltmeisterschaft wird erstmals auf dem afrikanischen Kontinent ausgetragen. Südafrika stellte Logo und Stadien schon einmal vor.

Die Fußball-Weltmeisterschaft ist in erster Linie ein großes Geschäft. Für Emotionen bleibt nicht allzu viel Zeit. Während Deutsche und Portugiesen nach verlorenen Halbfinal-Partien noch ihre Tränen trockneten, Frankreich und Italien sich demgegenüber auf das Endspiel vorbereiteten, wurde der Blick in Berlin schon auf das nächste Weltturnier gerichtet. Südafrika stellte sich am Freitag (07.07.06) als Gastgeber der WM 2010 vor.

"Wir werden 2010 Gastgeber für die erfolgreichste WM sein. Das Land wird sein Versprechen halten", kündigte Südafrikas Staatsoberhaupt Thabo Mbeki optimistisch an. Eine gewagte Aussage angesichts der rundum gelungenen Veranstaltung in Deutschland und den nicht wegzudiskutierenden Problemen in Südafrika. Nach wie vor ängstigen zwei heikle Bereiche: die Transportlogistik und die Gewalt in den Städten. Es existiert kein komplettes Schienensystem in Südafrika, das Nahverkehrssystem beschränkt sich auf die berüchtigten Minibusse. Der Transport der Fans wird also schwierig. Man strebt daher an, die Spiele einer Gruppe in jeweils einer Stadt zu konzentrieren.

Angst vor Gewalt

Südafrikanische Fans; Rechte: dpa Vorfreude pur: Fans in Südafrika

Unberechenbar ist das Thema Gewalt. In südafrikanischen Großstädten, die unter verheerenden Arbeitslosenquoten leiden, ist es kaum ratsam, sich nach Einbruch der Dunkelheit auf öffentlichen Straßen zu bewegen. Räuberbanden durchstreifen die Städte, täglich verzeichnet allein Johannesburg rund 50 gewaltsame Übergriffe auf Passanten. Der Bereich unmittelbar um die Stadien könnte wohl von privaten Sicherheitsunternehmen abgedeckt werden, Schutz darüber hinaus wird kaum möglich sein.

FIFA-Chef Sepp Blatter zeigte sich in Berlin dennoch optimistisch, was die Vorbereitungen für 2010 angeht: "Wir vertrauen Südafrika." Die von ihm stark geförderte erstmalige Austragung des Weltcups in Afrika nannte er einen Akt der "Gerechtigkeit für den afrikanischen Kontinent". Und natürlich werden die Südafrikaner alles tun, um dem deutschen Organisationsvorbild so nahe wie möglich zu kommen. Die Präsentation in Berlin war jedenfalls gelungen. Eingerahmt wurde sie von einem afrikanischen Showspektakel mit Tänzen, Feuerwerk und der Märchenerzählerin Gina Mlophe, die Geschichten über "Mama Africa" darbot. Den afrikanischen Fußball repräsentierten die Stars vergangener Jahre George Weah (Liberia), Abedi Pelé (Ghana) und Roger Milla (Kamerun).

"Es wird anders, eine afrikanische Feier"

Nach Jahrzehnten voller Probleme und Auseinandersetzungen komme die WM 2010 "zum richtigen Zeitpunkt nach Afrika", sagte Staatschef Mbeki. Er lobte das Auftreten der afrikanischen Teams bei der Deutschland-WM und hofft, dass der World Cup 2010 "in Afrika bleibt". Das südafrikanische Staatsoberhaupt zeigte sich erfreut über die von Beckenbauer zugesagte Unterstützung: "Wir brauchen Deutschlands Hilfe." Seine Rede beendete er auf Deutsch mit dem Satz: "Kommen Sie 2010 nach Afrika."

Die WM 2010 wird in neun Städten und zehn Stadien veranstaltet. Die FIFA hatte im März Johannesburg (zwei Stadien), Kapstadt, Port Elizabeth, Durban, Nelspruit, Pretoria, Bloemfontain, Rustenburg und Polokwane als Austragungsorte festgelegt. Und Südafrikas OK-Chef Danny Jordaan lässt sich keineswegs entmutigen: "Diese Weltmeisterschaft in Deutschland ist großartig, doch auch wir werden ein Weltklasse-Event machen, nur etwas anders, als afrikanische Feier." Die Fan-Feste sollen noch ausgebaut werden, "das ist für uns ein ganz wichtiges Anliegen. Die Nachfrage wird noch größer sein, weil sich bei uns die Masse der Bevölkerung Eintrittskarten nicht leisten kann."

sid/dpa/jansen | Stand: 07.07.2006, 18:09 Uhr

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