Zur Navigation.
Zum Inhalt.
Zur rechten Spalte.

Aus dem Archiv von sportschau.de

WM 2006

08.02.2012 | 12:08 Uhr

Suche im Angebot der WM 2006

sport.ard.de

Nachrichten - Andere Teams

Souveränes 3:0 im Viertelfinale gegen die Ukraine

Italien freut sich auf Deutschland

Von Christian Hornung

Mit einem souveränen 3:0 gegen die Ukraine hat Italien das Halbfinale erreicht und freut sich jetzt auf das Duell gegen die deutsche Elf am Dienstag (04.07.06) in Dortmund. Die Ukraine hatte nur in der Viertelstunde nach der Pause ihre Chancen, danach und davor hatte die Squadra Azzurra alles im Griff.

Gianluca Zambrotta jubelt; Rechte: dpa Gianluca Zambrotta jubelt - er traf zum 1:0.

Die Befürchtung, dass das Duell der beiden vielleicht unspektakulärsten Viertelfinal-Teilnehmer zu einer reinen Defensivorgie verkommen würde, unter"mauerten" die beiden Trainer zunächst mal mit ihrer Mannschaftsaufstellung. Sowohl Oleg Blochin als auch Marcello Lippi verzichteten auf die zweite Spitze und verstärkten das Mittelfeld. Doch schon nach fünf Minuten verflüchtigten sich die größten Sorgen der 50.000 Zuschauer in Hamburg. Gianluca Zambrotta marschierte ernegisch Richtung Strafraum, und als sich ihm partout kein Abwehrspieler näherte, versenkte er den Ball aus 20 Metern unter tätiger Mithilfe von Torwart Oleksandr Shovkovskiy flach ins rechte Eck.

Blochins früher Taktikwechsel

Für Zambrotta war es, auch wenn der Treffer aus Abseitsposition fiel, ein ganz besonderer Moment. Er hatte noch in dieser Woche das Trainingslager der Italiener verlassen, um seinen Freund Gianluca Pessotto nach dessen Selbstmordversuch in Turin zu besuchen. Oleg Blochin bemerkte nach dem Tor schnell, dass er nun mit seiner Ausrichtung komplett daneben lag und korrigierte sie bereits in der 19. Minute mit der Einwechslung des offensiven Andriy Vorobey für Verteidiger Vyacheslav Sviderski. Chancen ergaben sich aber auch danach kaum, erst ein abgefälschter Distanzschuss von Andriy Shevchenko fünf Minuten vor der Pause sorgte mal ein wenig für Gefahr.

15 Minuten Aufbäumen

Ihre völlig destruktive Haltung gaben die Ukrainer im zweiten Durchgang endgültig auf, und beinahe wären sie dafür in der 50. Minute belohnt worden. Doch den Kopfball von Andriy Gusin lenkte Gianluigi Buffon mit den Fingerspitzen gerade noch an den linken Pfosten. Zwei Zeigerumdrehungen war es Fabio Cannavaro, der in höchster Not gegen Shevchenko rettete. Die Italiener bewegten sich in dieser Phase auf dem schmalen Grat zur Arroganz und hätten beinahe nach einer Stunde die Quittung kassiert. Erst scheiterte Gusin aus fünf Metern an Buffon, dann kratzte Cannavaro den Nachschuss von Tymoschuk von der Torlinie.

Erst kein Glück, dann Pech

Dass zum fehlenden Glück oft auch noch Pech hinzukommt, mussten die Ukrainer in der 62. Minute schmerzhaft erkennen. Ein einziger Geniestreich von Francesco Totti genügte, um Italien das zu diesem Zeitpunkt völlig unverdiente 2:0 zu bescheren: Luca Toni nickte die Maßflanke des Römers ins Tor. Blochins Elf antwortete postwendend, doch Gusin , der gerade noch den entscheidenden Zweikampf gegen Toni verloren hatte, traf mit seinem Kopfball nur die Latte.

Doppelpack vom "Chancentod"

Dass es nicht der Abend des WM-Debütanten war, wurde dann 20 Minuten vor Schluss endgültig klar. Der kraftvolle Zambrotta tankte sich links durch, passte präzise in die Mitte, wo Toni den Ball nur noch ins leere Tor schieben musste. Ein Doppelpack für den Florentiner - dabei musste er sich nach seiner Nullrunde in den ersten vier Spielen noch als "Chancentod" bezeichnen lassen. Das 3:0 war für die im zweiten Durchgang verbesserten Ukrainer ein Genickschlag, und auch der Ehrentreffer blieb ihnen verwehrt, als Shevchenko mit seinem Freistoß zehn Minuten vor dem Ende an Buffon ebenso scheiterte wie wenig später der eingewechselte Oleksiy Byelik per Kopfball.

Sieg für Pessotto

Trainer Blochin konnte kurz nach der Partie schon wieder nach vorne schauen: "Im Moment bin ich natürlich enttäuscht, aber unter dem Strich bin ich sehr zufrieden darüber, dass wir für unser Land etwas ganz Großes erreicht haben. Ich denke, wir haben eine gute Zukunft vor uns, weil wir gerade ein junges Team aufbauen." Eine gute Zukunft hat auch Italien vor sich, und zwar möglicherweise sogar noch in diesem Turnier. Entsprechend gut gelaunt kommentierte Coach Lippi den Erfolg: "Das war ein wunderschöner Abend, das Halbfinale ist aber nicht das letzte Ziel. Jetzt ist alles möglich. Wir möchten den Sieg Gianluca Pessotto widmen. Wir sind nah bei ihm und bei seiner Familie."

Stand: 30.06.2006, 23:20 Uhr

  • empfehlen Beitrag weiterempfehlen
Die ARD ist nicht für die Inhalte fremder Seiten verantwortlich, die über einen Link erreicht werden.

WDR-Logo
Fotoalbum
Screenshot des Fotoalbums; Rechte: ard

Ihr WM-Studio

Wo die sport.ARD.de-User Fußball geguckt haben, zeigten sie im Fotoalbum! [mehr]

Fotos, Panoramen, Audios
Screenshot aus "Fußball-Bühnen"; Rechte: wdr

Tour durch die Stadien

Hier rollte der WM-Ball. sport.ARD.de stellte die Stadien vor. [mehr]

Standort:
© WDR 2005