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WM 2006

08.02.2012 | 18:56 Uhr

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Nachrichten - Andere Teams

Verdientes 2:1 über enttäuschende Amerikaner

Ghana rettet die Ehre Afrikas

Von Christian Hornung

Jetzt geht die Party richtig los: Ghana hat durch ein verdientes 2:1 über die USA das Achtelfinale erreicht. Die Amerikaner verdienten sich mit einer enttäuschenden Leistung den letzten Platz in der Gruppe E.

Vor dem Anpfiff waren die Sperren auf beiden Seiten der Hauptdiskussionspunkt gewesen. Die Ghanaer mussten nach jeweils zwei Gelben Karten auf den bislang überragenden Asamoah Gyan und Sulley Muntari verzichten. Bei den Amerikanern erlebten die Rot-Sünder Pablo Mastroeni und Eddie Pope den Anpfiff in Nürnberg nur von der Tribüne aus mit. Und auch als die Partie lief, änderte sich an der Thematik erst mal nichts: Nach fünf Minuten bestrafte Schiedsrichter Markus Merk ein hartes Einsteigen von Ghanas Superstar Michael Essien mit Gelb - das Achtelfinale findet damit ohne den teuersten afrikanischen Spieler der Fußballgeschichte statt.

Reynas bittere Minuten

Immerhin: Eine Viertelstunde später ging es endlich um Fußball. Hauptsächlich zumindest, denn bevor Haminu Dramani nach seinem Alleingang eiskalt zum 1:0 ins rechte Eck vollstreckte, hatte er im Zweikampf Claudio Reyna am Knie getroffen. Dass Merk das Tor anerkannte, ging aber in Ordnung, Dramani hatte hauptsächlich den Ball berührt. Für Reyna war der Nachmittag damit gelaufen. Er hatte erst den Ball vertändelt, sich dabei verletzt, er musste tatenlos das Gegentor mit ansehen und schließlich fünf Minuten vor der Halbzeit hinkend das Spielfeld verlassen.

Appiah nimmt Geschenk an

Seine Mannschaftskameraden schienen aber bemüht, zur Linderung der Schmerzen beizutragen. Zwei Minuten vor dem Seitenwechsel nutzte DaMarcus Beasley einen schlimmen Abspielfehler von Derek Boateng, flankte präzise in die Mitte, und der heranstürmende Clint Dempsey nagelte die Kugel unhaltbar per Vollspann in die linke Ecke. Sollte sich Reynas Laune dadurch gebessert haben, war das in der Nachspielzeit des ersten Durchgangs schon wieder Makulatur. In einem eher harmlosen Zweikampf zwischen US-Abwehrspieler Oguchi Onyewu und Razak Pimpong hatte Merk exklusiv ein Foulspiel erkannt - selbst die Ghanaer wirkten nach dem Elfmeterpfiff überrascht. Stephen Appiah nahm das Geschenk dankend an und vollstreckte gegen den erneut chancenlosen Kasey Keller nervenstark zum 2:1.

McBride an den Pfosten

Kasey Keller; Rechte: dpa Was drauf kam, war meist drin: Kasey Keller hadert.

Für Keller war es überhaupt ein trauriges Spiel. Der Gladbacher, der nach vier Weltmeisterschafts-Teilnahmen seine internationale Karriere beenden wird, bekam kaum etwas zu halten - und was auf sein Tor kam, war zumeist drin. Immerhin bekam er zehn Minuten nach Wiederbeginn mal eine Gelegenheit, sich auszuzeichnen, als Matthew Amoah aus 20 Metern knallhart abgezogen hatte. Danach hielten die Ghanaer allerdings ihre Pflicht für getan und überließen das Geschehen fast ausnahmslos den Amerikanern. Doch die hatten erst kein Glück, und dann auch noch Pech dazu: Erst köpfte Brian McBride nach starker Vorarbeit von Eddie Lewis an den linken Pfosten (66.), dann verfehlte Oguchi Onyewu nur um Zentimeter das Ziel.

Einfach zu wenig

Danach kamen die US-Boys allerdings wieder von ihrem viel versprechenden Weg ab und ließen die Partie weitgehend im Mittelfeld dahinplätschern. Ein Kopfball von Bobby Convey (76.) und abgeblockter Schuss von McBride (87.) - das war einfach zu wenig, um den letzten Gruppenplatz zu vermeiden. Coach Bruce Arena war entsprechend bedient: "Es ist sehr enttäuschend und hart, damit fertig zu werden. Der Elfmeter war keine gute Entscheidung des Schiedsrichters. Dadurch mussten wir einem Rückstand hinterher laufen, und das war die entscheidende Szene." Arena in Rage: "Wenn man bei jeder Berührung im Strafraum pfeifen würde, gäbe es in jedem Spiel 15 Elfmeter. Trotzdem haben wir gut gespielt."

Audio

Sein Kollege Ratomir Dujkovic brauchte sich mit derlei Spitzfindigkeiten nicht aufzuhalten: "Jetzt haben wir es geschafft" jubelte er. "Jetzt sind wir zufrieden. Wir sind sehr glücklich, dass wir jetzt wahrscheinlich gegen Brasilien spielen dürfen. Sie sind die besten der Welt. Und wir sind stolz, dass wir im Achtelfinale gegen sie antreten dürfen."

Stand: 22.06.2006, 18:31 Uhr

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