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WM 2006

07.02.2012 | 06:18 Uhr

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Nachrichten - Andere Teams

Polen und Costa Rica enttäuschen beim 2:1

"Goldene Ananas" nach Osteuropa

Von Hartmut Bick

Polen hat die Partie um die "Goldene Ananas" gegen Costa Rica mit 2:1 gewonnen. Im bedeutungslosen letzten Gruppenspiel in Hannover bewiesen beide Teams nachdrücklich, warum sie schon vor dieser Partie aus dem Turnier ausgeschieden sind. Ausgerechnet der nachnominierte Bartosz Bosacki sorgte mit seinen beiden Treffern für den versöhnlichen Abschluss der Osteuropäer (33./66. Minute). Gomez hatte Costa Rica in Führung gebracht (24. Minute).

Ideenlos, planlos, unbeweglich - so präsentierten sich überwiegend beide Teams in einer Partie, die im Vorfeld immerhin zur Frage der Ehre hochstilisiert worden war. Gerade die polnische Abwehr bot phasenweise eine Leistung, die an Arbeitsverweigerung erinnerte. Der in Polen unbeliebte Trainer Pawel Janas, nach den beiden ersten dürftigen Vorstellungen seines Teams auf dem Schleudersitz, dürfte sich zumindest in der ersten Hälfte innerlich schon auf einen neuen Job eingestellt haben.

"Hätten wir früher so gespielt wie heute, wären wir vielleicht weitergekommen. Aber leider haben wir das nicht gemacht", meinte Janas etwas frustiert. Über seine Zukunft will sich der polnische Coach erst später Gedanken mache: "Ich kann jetzt nicht sagen, wie es weitergeht und werde mit Sicherheit auch nicht direkt im Anschluss an das Spiel zurücktreten."

Sein Gegenüber Alexandre Guimaraes kann nach dieser Partie trotz eines Vertrages bis 2010 kaum entspannter in seine Wahlheimat fliegen. "Wir haben den Ball besser kontrolliert und das Spiel 75 Minuten lang dominiert", erklärte der Trainer von Costa Rica. "Leider waren wir in einigen Momenten unaufmerksam. Polen hat auf diese Chancen gewartet und sie dann eiskalt genutzt."

Gut gestaffelte Abwehr von Costa Rica

Polen agierte in den ersten Minuten druckvoll und engagiert. Costa Rica ließ sich zunächst zurückfallen, begann die Partie defensiv. Ein gutes Rezept. Die Osteuropäer fanden kein Mittel, um die gut gestaffelte Abwehr der "Ticos" zu knacken. Damit setzten sie die enttäuschenden Angriffsvorstellungen aus den ersten beiden Partien nahtlos fort. Erst nach zehn Minuten wagte sich Costa Rica langsam in die gegnerische Hälfte vor, ohne aber Akzente vor dem polnischen Tor setzen zu können.

Das änderte sich in der 24. Minute: "Kobra" Paulo Wanchope wurde beim wahrscheinlich letzten internationalen Auftritt seiner Karriere an der polnischen Strafraumgrenze gelegt. Den fälligen Freistoß nagelte Ronald Gomez durch die Mauer - und dann durch die Beine von Artur Boruc im polnischen Tor, der in dieser Szene wie ein Hampelmann wirkte.

In der Folgezeit fielen die Osteuropäer geradezu auseinander, vor allem die polnische Abwehr schien zeitweise nicht mehr existent. Als alles auf die nächsten Treffer der "Ticos" wartete, fiel der Ausgleich wie aus dem Nichts. Nach einem Eckball setzte Bartosz Bosacki das Leder in der 33. Minute volley unter die Latte des gegnerischen Tores. Zumindest ein fragwürdiger Treffer: Ebi Smolarek hatte den herausstürzenden Torwart Jose Francisco Porras massiv behindert.

Auch "La Ola" misslang

In der zweiten Hälfte sorgten die 43.000 Zuschauer in Hannover für die meiste Bewegung. Doch auf den Rängen schienen sie sich ein Beispiel an der Partie genommen zu haben: Auch die "La Ola" misslang. Für die meiste Freude sorgte lange der Spielstand zwischen Deutschland und Ecuador.

So musste wieder eine Standardsituation zum nächsten Treffer führen. Wie in der ersten Hälfte nutzte Bosacki einen Eckball. In der 66. Minute wuchtete er die Kugel per Kopf ins Netz der Mittelamerikaner, die erste richtige Torgelegenheit in dieser zweiten Hälfte.

Die "Ticos" bauten danach psychisch und konditionell ab. Bitter für sie: Ohne Punkt und mit einem Torverhältnis von 2:9 verabschieden sie sich als eines der schlechtesten Teams von dieser WM.

Stand: 20.06.2006, 17:50 Uhr

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