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WM 2006

07.02.2012 | 06:18 Uhr

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England schlägt Trinidad und Tobago mit irregulärem Tor

Sieg an den Haaren herbeigezogen

Von Dirk Burkhardt

Durch ein irreguläres Kopfballtor von Peter Crouch in der 83. Minute und einen Weitschuss von Steven Gerrard in der Nachspielzeit gelang England trotz einer schwachen Leistung ein 2:0-Erfolg gegen Trinidad & Tobago.

Mit sechs Punkten hat der selbst ernannte WM-Favorit in Gruppe B damit schon vor dem letzten Gruppenspieltag das Achtelfinale erreicht. Dabei zeigte England, bei dem Wayne Rooney in der 58. Minute sein Comeback nach einem Mittelfußbruch gab, vor allem in der Offensive eine farblose Vorstellung. Trainer Sven-Göran Eriksson sah das allerdings etwas ander: "Wir hatten so viele gute Chancen und hätten früher treffen müssen." Erst in der 16. Minute kam das Team vor 41.000 Zuschauern in Nürnberg das erste Mal gefährlich vor das Tor, als Peter Crouch eine Hereingabe von Joe Cole nicht unterbrachte. Auch die zweite gute Chance der Engländer vergab der 2,00 Meter große Stürmer freistehend vor Shaka Hislop (43. Minute).

England spielte insgesamt zu eindimensional, versuchte es meistens mit langen Bällen auf die Flügel, wo Cole und David Beckham kaum zum Zug kamen. Trinidad & Tobago verteidigte geschickt und hatte in den ersten 45 Minuten sogar die besseren Möglichkeiten. Zuerst unterlief Englands Schlussmann Paul Robinson einen Eckball und Jamie Carragher köpfte bedrängt von Stern John am eigenen Tor vorbei (36.). Kurz vor dem Halbzeitpfiff musste John Terry sogar auf der Linie retten, als Robinson bei einem Ausflug im Strafraum das Duell gegen Dennis Lawrence verlor und der Ball aufs leere Tor segelte.

Rooney-Comeback in der 58. Minute

Im zweiten Durchgang änderte sich nicht viel am Spielgeschehen. England kam hauptsächlich nach von Beckham getretenen Eckbällen oder Freistößen mal vor das Tor der "Trinis". Nach 56 Minuten verpasste der unauffällige Michael Owen nach einem Freistoß per Kopf knapp. Wenig später musste er für Wayne Rooney weichen, der, gefeiert von den englischen Fans, 47 Tage nach seinem Mittelfußbruch sein Comeback gab. "Ich bin sehr froh, dass er wieder spielen kann, aber er ist natürlich noch nicht bei 100 Prozent", so Eriksson.

Dabei schien die Einwechslung England zunächst zu beflügeln. Mit mehr Wucht berannte die Mannschaft das Tor, ohne allerdings wirklich für Gefahr zu sorgen. Rooney ließ sich öfter ins Mittelfeld fallen und versuchte, die Mitspieler mit Pässen in die Spitze in Szene zu setzen. Allerdings fing die bereits beim 0:0 gegen Schweden gut gestaffelte Abwehr von Trinidad & Tobago die Angriffe immer wieder ab.

Erlösung durch Crouch

Sieben Minuten vor Schluss folgte dann doch noch die Erlösung. Nach einer Flanke von Beckham vom rechten Flügel setzte sich Crouch im Luftduell mit Lawrence durch und köpfte aus fünf Metern zum 1:0 ein. Erst am späten Abend tauchten TV-Bilder auf, die bewiesen, dass Crouch zuvor Foul gespielt hatte: Mit einem beherzten Griff in die Rasta-Locken seines Gegenspielers Brent Sancho verschaffte sich den nötigen Freiraum.

"Es tut immer weh, wenn man als Außenseiter so lange durchhält und dann so spät noch die entscheidenden Tore kassiert", sagte "T&T "-Trainer Leo Beenhakker - noch bevor er die Bilder gesehen hatte. Nach dem ersten Treffer war der Widerstand der "Trinis" gebrochen. England kam noch durch einen 20-Meter-Schuss von Gerrard in der zweiten Minute der Nachspielzeit zum 2:0.

"Wir geben nie auf"

"Wir haben heute gezeigt, dass wir nie aufgeben", sagte Englands Kapitän Beckham. "Das gute an dem Spiel war, dass wir am Ende noch zulegen konnten." "Trini"-Stürmer Dwight Yorke zeigte sich trotz der Niederlage zufrieden: "Wir haben keine richtigen Chancen bekommen, aber gekämpft und eine Riesenleistung mit viel Entschlossenheit gezeigt."

Stand: 16.06.2006, 00:14 Uhr

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