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WM 2006

07.02.2012 | 06:20 Uhr

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Ecuador nach 3:0 über Costa Rica im Achtelfinale

"Tri" siegen im "Spiel ihres Lebens"

Von Hartmut Bick

Die Ecuadorianer behielten die Nerven im "Spiel ihres Lebens". Mit dem 3:0-Sieg über Costa Rica nach Treffern von Carlos Tenorio (8. Minute), Agustin Delgado (55.) und Ivan Kaviedes (90.+2) übernahmen die Südamerikaner die Tabellenführung in der Gruppe A. Mit dem damit feststehenden Achtelfinaleinzug feiert Ecuador den größten Erfolg seiner Fußballgeschichte. Gleichzeitig brachten die "Tri" auch das deutsche Team vorzeitig in die Runde der letzten 16. Costa Rica dagegen kann nach der Vorrunde die Koffer packen.

"Wir sind überglücklich, dass wir uns qualifiziert haben. Wir funktionieren gut als Team, wir kennen uns lange genug und spielen entsprechend", sagte Torschütze Agustin Delgado. Und Ecuadors Trainer Luis Fernando Suárez hält jetzt vieles für möglich: "Die Leute in Ecuador haben erwartet, dass wir in die zweite Runde kommen. Das haben wir erfüllt. Aber das ist noch nicht das, was wir erreichen wollen. Wir wollen Geschichte schreiben und so weit wie möglich kommen."

Anders als gegen Polen bestimmten die Hochländer schon nach kurzer Zeit das Spielgeschehen. Gegen die wesentlich stärker eingeschätzten Costa Ricaner lieferten sie einen eindrucksvollen Beweis ihrer Stärke, ihrer nüchternen und effektiven Spielweise. Den aktuellen Tabellenführer der Gruppe A dürfte auch das deutsche Team im letzten Gruppenspiel nicht im Spaziergang bezwingen.

In der achten Minute lieferte der "Effizienz-Weltmeister" einen ersten Beweis seiner Qualität. Bis dahin hatten die "Tri" nicht einmal Strafraumluft geschnuppert, als sich Delgado in der Mitte durchtankt und auf die rechte Seite zu Luis Antonio Valencia passt. Der schlägt eine präzise Flanke in die Mitte, die der blitzschnell startende Tenorio nur noch einnicken muss. Kalte Dusche für das bis dahin bestimmende Costa Rica.

"Kobra" biss nicht zu

Tatsächlich war das Team von Luis Fernando Suárez wie versprochen die Partie nüchtern und nicht überheblich angegangen. Das zahlte sich vor allen Dingen in der Abwehrarbeit aus. Meist war für Costa Rica 25 Meter vor dem Strafraum Ecuadors Schluss. Die Mittelamerikaner, normalerweise nicht unbedingt für "Hurra-Fußball" bekannt, reagierten schnell. Coach Alex Guimaraes brachte in der 29. Minute mit Alvaro Saborio für Mittelfeldspieler Danny Fonseca einen dritten Stürmer. Von dem war in der Folgezeit aber ebenso wenig zu sehen wie von Paulo Wanchope. Gegen Deutschland noch zwei Mal erfolgreich, war die "Kobra" bei Verteidiger Ivan Hurtado bestens aufgehoben und weit vom Zubeißen entfernt.

Ecuador nach der frühen Führung weiter abgeklärt, nüchtern, effizient. Sehr aussagekräftig: Gegen Ende der ersten Hälfte hatten die "Tri" gegen die "Ticos" 7:1-Torschüsse herausgearbeitet. Wesentlich daran beteiligt: das kongeniale Sturmduo Delgado und Tenorio.

Kein Aufbäumen nach dem Seitenwechsel

Auch nach dem Seitenwechsel kein Aufbäumen der "Ticos": Ecuador machte die Räume eng, stand weiter sehr sicher in der Abwehr. Und schlug erneut ansatzlos zu. In der rechten Strafraumhälfte kommt Edison Mendez an den Ball und legt auf den heranstürmenden Delgado zurück. Der reagiert schnell und zieht aus zehn Metern ins kurze Eck ab. Jose Francisco Porras im Tor Costa Ricas reißt die Fäuste zu spät hoch.

Nach diesem Treffer nahmen die Südamerikaner schon ein wenig das Tempo aus dem Spiel, um für die Partie gegen Deutschland Kräfte zu sparen. Das Heft ließen sie sich jedoch nicht aus der Hand nehmen. Eindrucksvoll, wie abgeklärt das eingespielte Team die Restspielzeit hinter sich brachte. Mehr als einen Lattenschuss durch Costa Ricas Alvaro Saborio (88.) ließ Ecuador nicht zu. Und in der Nachspielzeit grätschte Kaviedes das Leder zum Endstand ins Tor von Costa Rica.

Etwas bitter äußerte sich Alexander Guimaraes nach der Partie: "Mein Team hat diese beiden Niederlagen so nicht verdient. Wir haben unsere Chancen nicht genutzt, und der Gegner hat dafür kein Erbarmen gezeigt. In Zukunft dürfen wir solche Ergebnisse nicht mehr zulassen. Die WM war eine neue Erfahrung für meine Spieler, nun geht es gegen Polen nur noch um die Ehre."

Stand: 15.06.2006, 17:48 Uhr

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