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30.07.2010 | 23:05 Uhr
Noch immer kein neuer Trainer, Entscheidung vertagt
Ob Winfried Schäfer nach Kamerun 2002 ein weiteres afrikanisches Team bei einer Weltmeisterschaft betreut, ist nach einer zur Posse geratenen Trainersuche des togoischen Fußballverbandes (FTF) wieder fraglich.
Togo-Engagement wieder fraglich: Winfried Schäfer.
Neben Schäfer verhandele der Verband auch noch mit zwei weiteren Kandidaten, erklärte der Technische Direktor des Verbandes, Camélio Akoussah, bei einer Pressekonferenz. Einer der Kandidaten sei ein Deutscher mit Vornamen Christoph. Dessen Nachnamen wollte oder konnte Akoussah nicht nennen. "Es ist nicht Christoph Daum", sagte er nur und erntete dafür Gelächter der Journalisten.
Die Entscheidung über die Berufung von Schäfer zum neuen Trainer war nach einem über dreistündigen Gespräch am Sonntag (11.06.06) vertagt worden. Dieser ist zunehmend verärgert über das Chaos bei der Trainersuche des togoischen Fußball-Verbandes.
"Ich habe die Schnauze voll", sagte Schäfer in seinem Wohnort im badischen Ettlingen. "Es ist ein Chaos, was hier herrscht. Es sind viel zu viele Leute drumherum." Ob er noch bereit sei, Trainer Togos zu werden, ließ Schäfer offen. Die Westafrikaner treffen bei ihrem Weltmeisterschaftsdebüt am (morgigen) Dienstag auf Südkorea. Derzeit betreut der dritte Co-Trainer Mawuena Kodjovi die Mannschaft.
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Noch am Mittag schien fast sicher, dass der 56-Jährige neuer togoischer Trainer wird. Die Chancen auf eine Einigung lägen "bei 70 Prozent", sagte er der Nachrichtenagentur dpa. "Togo möchte mich gerne verpflichten, ich höre mir das gerne an", sagte Schäfer auf dem Weg ins Teamquartier nach Wangen im Allgäu. Seit 13.30 Uhr verhandelte Schäfer mit der Verbandsführung. Ein Engagement sei jedoch nur für die Dauer der WM und nur "zu meinen Bedingungen" denkbar, betonte er.
Dabei ist Schäfers Verhandlungsposition bestens, denn der Verband des westafrikanischen Staates steht unter immensem Zeitdruck. "Ich muss es nicht machen. Ich weiß, wie Afrikaner zu führen sind. Das Problem ist das Drumherum. Es muss alles stimmen und alle Störenfriede müssen raus", sagte Schäfer. Von seinem Verein Al Ahli Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten erhielt er bereits Grünes Licht. "Ich habe mit meinem Präsidenten dort gesprochen, die würden sich freuen."
Für eine Einigung spricht zudem, dass Togos Ausrüster Puma stark an einem raschen Ende des Chaos interessiert ist. Schäfer hatte nach eigenen Angaben bereits Anfang des Jahres eine Anfrage aus Togo, lehnte damals aber wegen der noch laufenden Saison in den Emiraten ab. Daraufhin war Pfister verpflichtet worden.
Negative Erfahrungen mit einem Prämienstreit hat auch Schäfer: Die Mannschaft Kameruns wollte im November 2004 zum Spiel in Leipzig gegen Deutschland (0:3) wegen ausgebliebener Zahlungen zunächst nicht antreten. Gut zwei Jahre zuvor hatte er mit dem Team die Afrika-Meisterschaft gewonnen und damit seinen größten Erfolg gefeiert.
Für den zurückgetreten Pfister war nach dem mehrtägigen Trainingsboykott "die professionelle Grundlage entzogen", wie er der dpa sagte. "Das zerstört mir einen Lebenstraum, aber ich muss den Tatsachen ins Auge sehen." Der 68-Jährige hatte als Trainer Saudi-Arabiens bereits die WM 1998 verpasst. Weil er eine Entscheidung des Königssohns nicht akzeptieren wollte, wurde der gebürtige Kölner zur Olympia-Auswahl des Wüstenstaats strafversetzt.
Immerhin ist der angedrohte WM -Boykott eines Teils der togoischen Mannschaft vom Tisch. "Wir bleiben, wir spielen, wir machen das für unser Land", sagte Emmanuel Adebayor vom FC Arsenal am Sonntag nach dem Training, das von Interimstrainer Mawuena Kodjovi geleitet wurde. Über Winfried Schäfer äußerte sich Adebayor positiv: "Er ist ein guter Trainer." Seit Samstag befinden sich Premierminister Edem Kodjo und Sportminister Ayouta Ouyenga im Quartier, um den seit Monaten schwelenden Prämienstreit zu schlichten.
Stand: 12.06.2006, 14:44 Uhr
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