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Aus dem Archiv von sportschau.de
07.02.2012 | 06:21 Uhr
0:0 gegen Schweden
Von Michael Schreiber
Es gibt keine Kleinen mehr im internationalen Fußball. Diese These des ehemaligen deutschen Teamchefs Rudi Völler ist beim 0:0 von Trinidad und Tobago gegen Schweden in Dortmund erneut untermauert worden. Der Außenseiter erkämpfte sich das Remis mit viel Leidenschaft und spielte dabei sogar eine Halbzeit in Unterzahl. Für die Schweden bedeutet das Unentschieden einen herben Rückschlag auf dem Weg ins Achtelfinale.
Leidenschaft und Glück: Trinidads Theobald gegen Schwedens Wilhelmsson
Dabei hatte der frühe Abend vor 58.000 Zuschauern für das Team aus der Karibik denkbar schlecht begonnen. Torhüter Kelvin Jack verletzte sich während des Aufwärmprogramms. So stand beim Anpfiff Shaka Hislop im Tor. Der 37 Jahre alte Keeper vom englischen Klub West Ham United avancierte im Verlauf der Partie zum Held der "Soca Warriors". Hislop sah von der ersten Minute an jede Menge schwedische Angriffe auf sich zu kommen. Die zunächst überforderte Abwehr der Karibik-Kicker suchte ihr Heil darin, den Ball irgendwie aus ihrem Strafraum zu dreschen - das aber mit viel Leidenschaft.
Häufig gelang aber auch das Wegdreschen nicht so recht. Die Folge waren regelwidrige Attacken gegen die schwedischen Angreifer. So resultierte die erste große Torchance der Skandinavier dann auch aus einem Freistoß. Routinier Henrik Larsson verfehlte das Tor knapp (5.). Mit zunehmender Spieldauer wurden die Aktionen der "Tre Kronors" aber immer weniger zwingend. Der Außenseiter aus der Karibik bekam die Defensive besser in den Griff und spielte nun selbst nach vorne.
So durften die Beobachter nach 32 Minuten den ersten Schuss auf das schwedische Tor verzeichnen. Carlos Andrews zog aus 35 Metern ab, stellte Torhüter Rami Shabaan damit aber vor keine Probleme. Auch Shabaans Gegenüber Hislop durfte sich vor der Pause noch zwei Mal auszeichnen, als er Schüsse von Christian Wilhelmsson (40.) und Karl Svensson (42.) entschärfte und seinem Team so das 0:0 in die Pause rettete.
Dreißig Sekunden dauerte es nach dem Wiederanpfiff, bis sich Trinidad und Tobago selbst entscheidend schwächte. Der linke Verteidiger Avery John - bereits in der ersten Halbzeit verwarnt - musste den Platz nach einer weiteren rüden Attacke gegen Christian Wilhelmsson per gelb-roter Karte verlassen. Doch die Spieler von Leo Beenhakker zeigten auch in Unterzahl, warum man sie die "Soca Warriors" nennt. Leidenschaftlich stemmten sie sich gegen die drohende Niederlage.
Die ausschließlich im Vorwärtsgang agierenden Schweden hätten in der 59. Minute sogar in Rückstand geraten können. Cornell Glen beendete einen der seltenen Konter mit einem Schuss an die Latte. Im Gegenzug scheiterte Ibrahimovic aus kurzer Distanz an Hislop (60.). Der nominelle Ersatz-Torhüter brachte die schwedischen Angreifer in der Folgezeit regelrecht zur Verzweiflung. Zehn Minuten vor Schluss parierte er glänzend gegen den eingewechselten ehemaligen Rostocker Marcus Allbäck. Auch die schwedischen Hoffnungen auf einen Kräfteverschleiß beim Underdog erfüllte sich nicht. So rettete der Außenseiter den Punktgewinn über die Zeit.
Stand: 10.06.2006, 19:51 Uhr
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