Zur Navigation.
Zum Inhalt.
Zur rechten Spalte.
Aus dem Archiv von sportschau.de
07.02.2012 | 06:19 Uhr
Mühsames 1:0 gegen Paraguay
Von Michael Schreiber
Ohne Glanz, aber erfolgreich: Der selbst ernannte Titelfavorit England ist mit einem 1:0-Sieg gegen Paraguay in die WM 2006 gestartet. Doch der mühsame Auftakt der "Three Lions" ließ viele Wünsche offen.
Ball rein, Torwart raus: Kein guter Tag für Justo Wilmar Villar
"Wir haben drei Punkte, das ist eine gute Bilanz", lautete das Fazit von Englands Trainer Sven Göran Eriksson, der einen Grund für den holprigen Auftritt seines Teams im Wetter suchte: "Es war ein heißer Tag heute, das mag einiges erklären." Trotz der sommerlichen Temperaturen hatten rund 20.000 englische Fans in Frankfurt schon vor dem Anpfiff für wohlige Schauer gesorgt, als sie voller Inbrunst die Hymne "God save the Queen" sangen.
Nach Spielbeginn dauerte es nur knappe zwei Minuten, dann duften die Anhänger von der Insel ihre Stimmbänder erneut testen. Nach einem Freistoß von David Beckham köpfte Paraguays Kapitän Carlos Gamarra den Ball ins eigene Tor (3.). Der denkbar schlechteste Auftakt für die Südamerikaner. Doch es kam noch schlimmer: Kurze Zeit später zog sich Torwart Justus Wilmar Villar einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zu, als er einem Ball entgegensprintete. Für ihn rückte Aldo Bobadilla in den Kasten (8.). Der schnellste Torwarttausch in der Geschichte der Fußball-WM war perfekt, und die Umkehr wird es nicht geben: Villar fällt mit seiner Verletzung für das gesamte Turnier aus.
Der Rückstand und der zweifelhafte Rekord trugen natürlich nicht zur Sicherheit bei. Die paraguayische Deckung wirkte nach dem desaströsen Beginn instabil wie ein morscher Baum im Sturm. Erst Mitte der ersten Halbzeit hatten die Spieler von Trainer Anibal Ruiz ihre Orientierung halbwegs wieder gefunden. Die Engländer blieben allerdings das klar dominierende Team. Eine Überlegenheit, die jedoch nur optisch wirkte. Zwar hätte es in der 21. Minute einen Elfmeter für Erikssons Mannschaft geben können, als Delio Cesar Toledo Frank Lampard im Strafraum umschubste. Ansonsten wirkte der Auftritt von Beckham und Co. aber eher mühsam.
Die sangesfreudigen englischen Fans jedenfalls verstummten zunehmend, weil sich ihr Team bis zur Pause kaum eine Torchancen mehr erspielte. Lediglich Weitschüsse von Frank Lampard (22.) und Beckham (43.) sorgten für Gefahr. So hätte Nelson Valdez in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit sogar fast noch für den Ausgleich gesorgt, doch der Schuss des künftigen Dortmunders ging knapp vorbei.
Video
Spätestens mit dem Wiederanpfiff lief die Partie dann auch so, wie sich Paraguayier das wohl von Beginn an vorgestellt hatten. Die Südamerikaner waren jetzt zumindest ebenbürtig, teilweise sogar überlegen. Vor allem Valdez sorgte in der englischen Abwehr immer wieder für Unruhe. Doch in größere Gefahr brachte Paraguay das Tor der Engländer nur selten.
An der Seitenlinie zürnten Eriksson und sein Assistent und Nachfolger Steve McClaren dennoch immer häufiger über die passive Spielweise ihres Teams. Auch zwei weiterere gefährlicher Distanzschüsse von Lampard (73./88.) vermochte die Gemüter auf der englischen Bank nicht zu beruhigen. "Ich hoffe, dass wir uns steigern können", sagte Eriksson nach dem Schlusspfiff, den die Engländer mit zunehmender Spieldauer förmlich herbeisehnten. Mit jeder Umdrehung des Uhrzeigers schienen die Engländer noch einen Schritt weiter nach hinten zu rücken. Die offensiv harmlosen Paraguayer konnten der Partie allerdings keine Wende mehr geben. So sangen die englischen Fans am Ende wieder lauthals ihre Lieder.
Stand: 10.06.2006, 20:00 Uhr
Wo die sport.ARD.de-User Fußball geguckt haben, zeigten sie im Fotoalbum! [mehr]
Hier rollte der WM-Ball. sport.ARD.de stellte die Stadien vor. [mehr]