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Aus dem Archiv von sportschau.de
09.02.2012 | 20:28 Uhr
Kommentar zur Entscheidung in der Torwartfrage
Von Marcus Bark
Jens Lehmann wird bei der Fußball-Weltmeisterschaft im Tor der deutschen Mannschaft stehen. Bundestrainer Jürgen Klinsmann hat sich für den derzeit besseren Torwart entschieden. Das ist gut so. Ein Kommentar von sport.ARD.de.
Marcus Bark kommentiert die Torwartentscheidung.
Ob Jürgen Klinsmann die Torwartfrage richtig beantwortet hat, wird sich nie klären lassen. Wenn Jens Lehmann im WM -Eröffnungsspiel gegen Costa Rica einen Fehler macht, wird niemand eine Wiederholung erzwingen können, um Oliver Kahn die Chance zu geben, den Ball zu halten. Fußball hat auch nur ganz bedingt etwas mit Mathematik zu tun. Bei der Kür der Nummer eins taugen Zahlen wenig bis gar nicht.
Sehr gut ist, da müsste Konsens bestehen, dass der Bundestrainer nun endlich die längst überfällige Entscheidung getroffen hat. Die Diskussion nahm seit einigen Wochen alberne Züge an, zuletzt war sie kaum noch zu ertragen.
Für Klinsmann ergab sich sogar ein günstiger Moment. Nie war das Klima für eine Entscheidung pro Lehmann besser - das war vor Wochen noch undenkbar. Der Torwart des FC Arsenal ist in bestechender Form, Kahn kränkelt und schwächelt.
Einen großen Unterschied, wie es die frischesten Eindrücke vermuten lassen, gibt es zwischen den beiden Kontrahenten nicht. Lehmann und Kahn sind Torhüter von gehobenem internationalen Format - mindestens. Nun kommt das Entscheidende: Lehmann ist im Jahr der WM besser. Auf der Linie, vor der Linie, vor dem Strafraum. Seine Leistungen haben sich gelohnt. Das ist gut so und ein wichtiges Signal. Kahn hat einen Wettkampf, in dem es weitestgehend sportlich fair zuging, verloren. Das muss ihm schwer fallen, sonst wäre er kein großer Sportler. Er sollte die Niederlage akzeptieren, genau wie die Bayern, die das versprochen haben.
Jens Lehmann ist die Nummer eins.
Die Entscheidung hat für Kahn auch etwas Gutes. Der enorme Druck, der ihn zuletzt belastete, ist von ihm genommen. Er wird in den kommenden Wochen genauestens beobachtet. Noch mehr in den Fokus rückt Jens Lehmann. Bei jeder unterlaufenen Flanke könnte künftig wieder eine Frage aufgeworfen werden, die - siehe oben - nicht mit richtig oder falsch zu beantworten ist. Wenn die T-Frage jetzt nicht endgültig als geklärt angesehen wird, könnte es gar keine Gewinner mehr geben. Außer den deutschen WM-Gegnern.
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